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03.15
09:07

EU-Milchmarktbericht im März -15: spürbarer Rückgang der Milchanlieferung

EU-Milchanlieferungen gebremst:  wieviel Quotenbremse - wieviel Preisbremse?

Im Monatsvergleich Jan 2015 zu Jan 2014 sind die Milchanlieferungen im Durchschnitt in der EU um -0,8 % rückläufig gewesen, stellt die EU-Kommission in ihrem März-Milch-Marktbericht fest. In den einzelnen Mitgliedsländern reicht die Spannbreite von +10 % in Ungarn bis -14,9 % in Irland. Deutschland und Frankreich bewegen sich zwischen -1,4 bis -1,7 %.

Da die einzelnen EU-Staaten ihre Quote ganz unterschiedlich erfüllt haben, ist ein Trennungsstrich zwischen Überlieferer und Unterlieferer zu ziehen.

Im Falle der stark überliefernden Staaten wird die drohende Strafabgabe einen erheblichen Teil dazu beigetragen haben, die Milchanlieferungen im letzten Teil des Milchwirtschaftsjahres zu bremsen. Das betrifft vor allem Deutschland, Niederlande, Dänemark, Österreich und einige kleinere Erzeugungsregionen. Dabei ist nicht auszuschließen, dass der niedrige Milchpreis gleichzeitig auch einen Beitrag zur Zurücknahme der Milchproduktion geleistet hat.

In der Mehrzahl der EU-Länder wurde die Quote nicht voll erfüllt. Eine rückläufige Milchanlieferung muss daher andere Ursachen haben. Dabei kommt in 1. Linie der stark gefallene Milchpreis in Betracht.

Auffallend sind die starken Rückgänge in denjenigen Ländern, die bisher die höchsten Steigerungsraten gehabt haben. Bis auf die Ausnahme von Ungarn trifft diese Beobachtung auf alle mittel- und osteuropäischen Länder zu, die durchweg ihre Quoten schon seit mehreren Jahren nicht erfüllen konnten. Für diese Gebiete gilt gleichzeitig die Feststellung, dass die Molkereianlieferungsquote zwischen 60 und 85 % liegt. Hohe Auszahlungspreise der Molkereien führt zu größeren als sonst üblichen Anlieferungen an die Sammelstationen, während niedrige Milchpreise zu anderen Verwertungen führen, wobei offen bleibt, um wieviel sich die Produktionsmenge tatsächlich verändert hat.

Aber auch bedeutende Gebiete wie Frankreich, Irland, Spanien haben ihre bisherigen überdurchschnittlichen Steigerungsraten von + 7 bis +8 % deutlich auf Null bis weit unter Null gemindert.

In den einzelnen Produktsparten sind unterschiedliche Veränderungen festzustellen.  Vollmilchpulver ist um -14 % weniger erzeugt worden. Käse und fermentierte Milchprodukte waren mit -4 % und -2 % auf dem Rückmarsch. Eine zunehmende Erzeugung hat im Fall von Butter +3 % und Magermilchpulver +8 % stattgefunden.  

Die Zahlen beziehen sich auf den Monatsvergleich Jan 2015 zu Jan 2014 und dokumentieren eine signifikante Trendwende in der bisherigen Entwicklung. Milchquote und niedrige Milchpreise haben gleichzeitig - aber mit unterschiedlicher Gewichtung  - ihren Beitrag dazu geleistet.

Die Preise für Milchprodukte zeigen für den Anfang des Jahres 2015 einen deutlichen Wiederanstieg vom bisherigen Preisrückgang des Vorjahres auf. Für den weiteren Verlauf im 1. Halbjahr ist mit einer Stabilisierung auf dem erhöhtem Niveau zu rechnen. Erst für das 2. Halbjahr 2015 sollen weitere Preissteigerungen möglich sein. Neben dem exportgünstigen Eurokurs ist vor allem das Importverhalten Chinas von ausschlaggebender Bedeutung.

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