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05.15
14:51

FAO-Schätzung: Globaler Milchmarkt 2015 mit abgeschwächtem Wachstum

FAO geht von Stabilisierungstendenzen auf dem globalen Milchmarkt aus

In ihrer halbjährlichen Einschätzung zur Entwicklung auf zentralen Agrarmärkten geht die FAO (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen) von einer Stabilisierung des Milchmarktes im Verlauf des Jahres 2015 aus.  Der weltweite Preisverfall bei Milchprodukten  im letzten Halbjahr 2014 hat sich in den ersten beiden Monaten des Jahres 2015 wieder erholt. Eine Fortsetzung lässt jedoch aus saisonalen Gründen des Frühsommershochs der Milchanlieferung auf der Nordhalbkugel noch auf sich warten.

Nach Einschätzung der FAO soll die weltweite Milcherzeugung auf über 800 Mio. um 2 % höher ausfallen als im Vorjahr. Im Jahre 2014 betrug die Steigerung überdurchschnittliche 3%. Gleichzeitig fiel die Nachfrage durch den Nahrungsmittelimportstopp Russlands und der Importzurückhaltung Chinas erheblich schwächer aus.

Die Zunahme der globalen Milcherzeugung ist unterschiedlich verteilt. Indien steht an 1. Stelle mit einem Zuwachs von fast 4,5 %. Allerdings wird diese Steigerung wenig Marktbedeutung erlangen, weil Indien im Wesentlichen Selbstversorger ist und vorläufig auch bleibt.

Im zweitgrößten Erzeugungsgebiet EU geht man nach dem Quotenende im Durchschnitt von einer 1,25 % Steigerung der Milcherzeugung aus. In einigen wenigen EU-Mitgliedstaaten werden Erzeugungszunahmen infolge des Wegfalls der Quote erwartet, in der überwiegenden Mehrzahl werden preisbedingte Einschränkungen prognostiziert.

Im drittgrößten Erzeugungsgebiet schätzt die FAO eine Erhöhung der US-Milcherzeugung von 2,8 %. Die in jüngerer Zeit starke Preissenkung hat in Verbindung mit trockenheitsbedingter Futterknappheit im SW des Landes mit Schwerpunkt Kalifornien  jedoch zu einem deutlichen Abbremsen der Milchanlieferungen geführt.

Die beiden bedeutenden Milchexportländer Neuseeland und Australien sollen ihre Milcherzeugung nur unwesentlich steigern können. Der dortige Preisrückgang ist aufgrund der Exportabhängigkeit wesentlich drastischer gefallen als in anderen Erzeugungsgebieten. Die überwiegend grundfutterorientierte Milchproduktion ist auf ausreichend Grasaufwuchs angewiesen. Unzureichende Niederschläge bremsen den Milchfluss. In diesem Jahr soll das Wetterphänomen El Nino noch eine Rolle spielen. Das bedeutet für die ozeanischen Staaten mögliche Niederschlagsdefizite.

Trotz Importstopps soll Russland nach Einschätzung der FAO seine eigene Produktion kaum halten können. Der jahrzehntelange Erzeugungsrückgang wird auch für 2015 prognostiziert.

In den südamerikanischen Staaten werden nur geringe Zunahmen der Milcherzeugung erwartet. Während Brasilien noch leichte Wachstumstendenzen erkennen lässt, setzt sich der Abschwung in Argentinien auch 2015 weiter fort.

Der weltweite Handel mit Milchprodukten hat nicht mehr den Schwung früherer Jahre mit Steigerungsraten zwischen 5 bis 10 %. Für 2015 wird mit einer Erhöhung zwischen 2,5 bis max 3 % gerechnet. Auf der Exportseite bleiben die Ausfuhren der führenden Länder Neuseeland, EU, USA in einem gemäßigten Rahmen. Auf der Importseite fehlt es immer noch an einer durchgreifenden Belebung der China-Nachfrage. Vergleichsweise stetig bleiben die Einfuhren der nordafrikanischen Länder sowie des Nahen Ostens. Russische Einfuhren von Milchprodukten bleiben erst mal auf unabsehbare Zeit sowohl in politischer wie finanzieller Hinsicht weit unter dem Niveau früherer Jahre.

Eine zyklische Preiserholung ist ein zum Herbst 2015 zu erwarten. Dazu muss sich auf der Nachfragseite noch einiges bewegen. Warten auf China!

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