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15:08

GDT-Auktion vom 1. Juli 2015: Angebot überfordert Nachfrage

GDT-Auktion vom 1. Juli 2015:  + 20 % mehr Angebot, - 5,9 % Preisrückgang

Die internationale Internet-Versteigerung der Global Dairy Trade  (GDT) am 1. Juli 2015 hat seit Ende März 2015  einen wiederholten Preisrückgang beschert. Über alle Produkte und Liefertermine bis Jan 2016 wurde ein Durchschnittsergebnis von – 5,9 % erreicht.

Einen wesentlichen Anteil an diesem Ergebnis ist der um 20 % gestiegenen Angebotsmenge zu verdanken. Eine entsprechende Nachfragesteigerung konnte nicht beobachtet werden.

Den größten Posten im Auktionslot nimmt Vollmilchpulver ein. Mit einem durchschnittlichen Zuschlag von -10,8 % über alle Liefertermine trug dieses Milchprodukt in 1. Linie zu dem negativen Ergebnis bei. Insbesondere die vorderen Monate Sept bis Nov 2015 waren mit -13,3 bis -10,9 % besonders ungünstig. Die letzten beiden Liefermonate blieben im Durchschnitt. Größter Nachfrager nach Vollmilchpulver ist regelmäßig China.  Die seit dem 2. Halbjahr 2014 zu beobachtende Kaufzurückhaltung der Chinesen scheint sich bislang nicht grundlegend geändert zu haben.

Magermilchpulver als zweitwichtigstes Milchprodukt im Auktionsangebot blieb mit durchschnittlich -5,8 % im Rahmen des Gesamtergebnisses. Die monatlichen Teilergebnisse reichten von -2,9 % bis -9,0 %. Auch in diesem Fall ist China regelmäßig der größte Importeur.

Die beiden Butterfette im Angebot haben zum 2. Mal in Folge besser abgeschnitten. Butterreinfett erzielte mit +1,6 % ein günstiges  Ergebnis, das sich im Wesentlichen über alle Liefertermin erstreckte.

Normalbutter war mit -0,3 % im Durchschnitt nicht ganz so erfolgreich. Mit +0,9 und mehrfach -0,9 % hielten sich die Teilergebnisse im Rahmen.

Die breit gestreute Nachfrage nach den weniger haltbaren Butterfetten gegenüber den Milchpulverprodukten ist  als wesentliche Ursachen für das unterschiedliche  Abschneiden  vorzutragen.  

Insgesamt bewegt sich das Erlösniveau für Milchprodukte auf dem Niedrigpreislevel des Jahres 2009. Damals war die Finanzkrise die entscheidende Ursache für das schwache Nachfrage- und Preisniveau. In der jetzigen Phase sind neben dem abgenommenen Einfluß gesteigerter Milcherzeugung der zurückliegenden Jahre  vor allem der Totalausfall Russlands und die verhaltene Kaufbereitschaft China verantwortlich zu machen.

Die Erwartung, dass mit konjunkturellem und saisonalem  Angebotsrückgang auf Weltebene eine Marktentlastung eintreten würde, hat sich bislang nicht bestätigt. Dazu bleibt das aktuelle Nachfragepotenzial noch zu klein. Für Juli ist nochmal mit einem saisonalem Rückgang der Milcherzeugung zu rechnen. Doch schon im August beginnt der saisonale Anstieg in Ozeanien und anderen Ländern der Südhalbkugel der Erde. Ob der Produktionsanstieg die gleiche Größe früherer Jahre erreicht, muß angesichts der niedrigen Milchpreise in diesen Regionen um die 25 ct/kg bezweifelt werden. Darüberhinaus ist in diesem Herbst/Winter mit dem El Niño-Wetterphänomen zu rechnen, das den Futteraufwuchs bremst.

Auf der Nordhalbkugel besteht angesichts der Niederschlagsdefizite in weiten Teilen Europas schon jetzt Futterknappheit, die sich zum Herbst hin fortsetzen könnte. Dagegen liefern die (über)reichlichen Niederschläge in den USA eine günstige Grundfutterversorgung.  Während die europäische Milcherzeugung unter Vorjahresniveau gefallen ist, liegt die US-Milchanlieferung über der Produktionslinie des Vorjahres.

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