22.
11.14
17:30

Milchpreise und Chinas Importverhalten

Fallende Milchpreise – nachlassende Nachfrage Chinas nach Milchprodukten

Hohe Milchpreise um 40 ct/kg im Wirtschaftsjahr 2013/14 gehören vorerst der Vergangenheit an.  Das hohe Preisniveau kam zustande aufgrund der stetig steigenden Importnachfrage aus China mit jährlichen Wachstumsraten zwischen 35 und 50 %. Die weltweit führenden Erzeugungsgebiete kamen mit der Produktion nicht hinterher.

Spätestens seit Mitte des Jahres 2014 geben die Auszahlungspreise hierzulande deutlich ab.  Zuerst jedoch gaben die Milchproduktpreise auf internationaler Ebene nach. In der EU kam der Preisrückgang mit Verzögerung an.

Als Grund für den Kursrückgang wird die steigende Milcherzeugung in allen führenden Erzeugungsgebieten genannt. Das trifft zwar zu, ist aber nur die eine Seite der Medaille.

Wichtiger jedoch ist das Ausbleiben der in früheren Jahren gewohnten Steigerung chinesischer Importe von Milchprodukten. Noch in den Frühjahrsmonaten lag das Einfuhrniveau Chinas mit 35 % bis 55 % über der Vorjahreslinie. Spätestens Mitte des Jahres 2014 wurde deutlich, dass die Nachfrage aus dem Reich der Mitte  langsam aber sicher nachlässt. In den Monaten Juli/August 2014 fielen die Einfuhren auf Vorjahresniveau. Auf der Nachfrageseite fehlt damit die bisher treibende Kraft für hohe Milchpreise trotz zunehmender Milcherzeugung.

Große Bedeutung haben die Vollmilchpulvereinfuhren der Chinesen. Sie machen mehr als 50 % der Gesamteinfuhren aus. Im 1. Halbjahr 2014 sind die Einfuhrmengen von 120.000 auf unter 20.000 t  je Monat gefallen. Im Falle der Magermilchpulverimporte beträgt der monatliche Rückgang von 35.000 t auf 15.000 t. Und schließlich sanken die anfänglich noch steigenden Buttereinfuhren von 35.000 auf 4.000 im Sept. 2014.

Diese Nachfrageverluste trafen zunächst den Hauptlieferanten Neuseeland. Aber lager- und transportfähige Milchprodukte können überall in der Welt verkauft werden. Die Folge ist ein weltweit steigendes Angebot auf allen Märkten, so dass auch die europäischen Ausfuhren unter Wettbewerbsdruck geraten sind.  

Anfang August 2014 kam für die EU die russische Importsperre erschwerend hinzu. Spätestens seit dieser Zeit ging es für die Milchauszahlungspreise auch in Europa deutlich bergab.

Die Nachfragerückgänge kommen in einer Zeitspanne, in der aufgrund vorauslaufend hoher Preise die Milcherzeugung ausgedehnt wurde. Hohes Angebot bei niedriger Nachfrage sorgt für hohen Preisdruck, der die Kurse mit großem Gewicht nach unten drückt. Fallende Preise signalisieren jedoch, dass die bisherige Produktionssteigerung gedrosselt werden soll.Für die Nachfrage sind niedrige Preise ein Anreiz zu Verbrauchssteigerung. Das wirkt sich in Schwellenländern mit einer größeren Preis- und Einkommenselastizität stärker aus als in den gesättigten Industrieländern.

Die Gegenbewegung ist bereits in den Anfängen erkennbar. Der Milchpreiszyklus mit seiner dreijährigen Dauer wird auch in diesem Falle seine Wirkung entfalten.

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