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06.14
18:33

Russlands Milchwirtschaft kommt nicht auf die Beine - Chancen für die EU?

Russlands Milcherzeugung fällt seit 25 Jahren – Importe stark gestiegen.

Die russische Milcherzeugung hat es seit der politischen Wende vor 25 Jahren nicht geschafft, die Angebotsmengen zu steigern. Im Gegenteil, die Milcherzeugung ist rückläufig. Dabei besteht in Russland eine hohe und steigende Nachfrage nach Milch und Milchprodukten. Das Versorgungsdefizit wird durch wachsende Importe ausgeglichen.

 40 % des Butterverbrauchs wird aus dem Ausland beschafft. Bei Magermilchpulver beträgt der Einfuhranteil knapp 70 %. Im Falle von Vollmilchpulver werden 43 % importiert. Die Käseeinfuhren liegen bei 46 % des Gesamtbedarfs. Zusammen beträgt das Einfuhrgewicht 660.000 t je Jahr. Die Hälfte davon entfällt auf Käseimporte.

Belarus liefert 27 % des Käseimports, 35 % der Buttereinfuhren und 95 % der Vollmilchpulvereinfuhren. Deutschlands Käseexporte wurden 2013 aufgrund von russischen Beanstandungen um 40 % zurückgefahren. Die Niederlande sind eingesprungen und konnten ihre Lieferanteile vergrößern. Ansonsten helfen die Neuseeländer aus.

Im Jahr 2014 soll die russische Milcherzeugung nochmal um 1 Mio. t auf rd. 30 Mio. t fallen. Im Jahre 1988 betrug die Milcherzeugung noch 54,5 Mio. t. Ein wesentlicher Grund für die geringe Zunahme der Milchproduktion besteht darin, dass rd. 48 % der Milcherzeuger Selbstversorger sind. Die durchschnittliche Milchleistung liegt bei 3.800 kg, in kommerziellen Farmen bei 4.500 kg je Kuh. Erzeugerpreise im Jahre 2013 lagen umgerechnet bei 13,5 bis 15 €-ct je liter.  Verbraucherpreise für Butter sind in jüngeren Zeit auf 1,5 € je kg gestiegen.

Die staatliche Subventionierung der Milchbranche blieb weit hinter denen der übrigen Agrarprodukte zurück. Die Milchsektor hat 15,3 Mrd. € erhalten. Die Laufzeit der verbilligten Kredite war mit 8 Jahren für viele Betriebe zu kurz. Jetzt soll die Rückzahlungsdauer auf 15 Jahre verlängert werden. Darüberhinaus werden entkoppelte Flächenprämien gezahlt. Allerdings ist die Zahlungsmoral der staatlichen Institutionen wenig verläßlich. Verzögerungen bis zu einem Jahr führen zu finanziellen Engpässen in den Betrieben und verringert die Investitionsbereitschaft.

Die jüngste Verstärkung der Agrarsubventionen zum Zwecke der Einsparung von Agrarimporten soll in besonderem Maße der Milchwirtschaft zugute kommen. Inwieweit diese Absicht vor dem Hintergrund der russischen Betriebsstrukturen (kleine Betriebe in einem flächengroßen Land?) gelingt, bleibt vorerst offen.

Die europäisch russischen Beziehungen sind zurzeit nicht förderlich für einen steigenden Handelsverkehr. Das kann sich aber auch ändern. Die EU hat genügend Exportpotenzial im Milchsektor.

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