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05.16
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Saisonale Milchanlieferungen

Saisonale Milchanlieferung: Auf der Südhalbkugel fallend - auf der Nordhalbkugel steigend

Die Milchanlieferung im Laufe eines Jahres erfolgt nicht gleichmäßig, sondern in saisonal typischen Auf- und Abwärtsbewegungen, die wiederum je nach Region und zu verschiedenen Jahreszeiten unterschiedlich ausfallen.

Auf der Südhalbkugel geht bei den beiden großen Exporteuren Neuseeland und Australien die Erzeugung und Anlieferung wegen nachlassenden Futterangebotes ab Nov./Dez. erheblich zurück. Im weltgrößten Milchexportland Neuseeland fällt die monatliche Anlieferung von über 3 Mio. t im Spitzenmonat Okt auf 0,5 Mio. t in Juni/Juli. Der wesentliche Grund ist die fast ausschließliche Weidehaltung. In Australien wird die Milchanlieferung vom Spitzenmonat Okt. mit 1,1 Mio. t auf rd. 0,65 Mio. t ab März bis Juni heruntergefahren. Während Neuseeland mehr als 95 % seiner Milcherzeugung exportiert,  sind es in Australien nur rd. 50 %. Beide Länder zusammen haben eine Spannbreite von Höchst- zu Niedrigstanlieferung von rd. 3 Mio. t, wobei Neuseeland die ausschlaggebende Rolle spielt.

Auf der Nordhalbkugel sind die wichtigsten Milcherzeuger die EU als weltgrößte Region mit 160 Mio. t und die USA mit rd. 90 Mio. t. Beide Länder sind an vorderster Stelle am Weltexport beteiligt.

In der EU wird der Höchststand der saisonalen Milchanlieferung im Mai/Juni mit einem Volumen um die 14 Mio. t erreicht und fällt dann auf Durchschnittsmengen von 12 Mio. t  in der Herbst-Winterperiode ab. In den USA verlaufen die Anlieferungsschwankungen zwar ähnlich wie in der EU, sind aber aufgrund einer intensiven kraftfutterorientierten Produktionsweise mit Durchschnittsleistungen von 10.000 kg je Kuh weniger stark ausgeprägt. Die Spannbreite lässt sich auf rd. 0,75 Mio. t beziffern.

In allen Ländern bestehen Ausgleichsmaßnahmen zwischen Sommer- und Winterangebotsmengen mit Hilfe von Milchpulver und Sahnefrostung.

Wenn allerdings die Milchmengen konjunkturell ausgedehnt werden, reichen die Ausgleichsmaßnahmen nicht aus, die Preise zu stabilisieren, es sei denn die Nachfrage  steigt im gleichen Maße wie die Erzeugung.

In der aktuellen Marktlage sind in der EU zusätzlich die in den Frühjahrsmonaten aufgebauten Interventionsvorräte zu berücksichtigen. Die in den Frühsommermonaten steigende Milcherzeugung wird aller Voraussicht nach nur zu einem kleinen Teil in einem höheren Konsum enden. Der größte Teil der Mehrlieferung wird die vorhandenen Lagerbestände erhöhen. Daraus ergibt sich zusätzlicher Preisdruck.

Die saisonale Steigerung könnte in diesem Jahr prozentual höher ausfallen, weil die Überlieferungsstrafabgabe im vergangenen Jahr vorübergehend zu einer erheblichen Einschränkung auf Quotenniveau geführt hat.

Die saisonale Entlastung auf der Südhalbkugel wird aller Voraussicht nicht ausreichen, den globalen Milchmarkt in ein konjunkturelles Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage zu bringen. Die entscheidenden Anstöße müssen von einer gedrosselten Angebotsmenge bei gleichzeitiger moderater Nachfragesteigerung kommen. Dabei ist China in besonderem Maße gefragt.   

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