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07.15
16:58

USDA. neue Schätzung des globalen Milchmarktes 2015

USDA:  Globaler Milchmarkt 2015  - gebremste Milcherzeugung und –verbrauch

In seinem zweimal im Jahr erscheinenden Bericht zur globalen Milchmarktsituation hat das amerikanische Landwirtschaftsministerium  (USDA) seine Prognose vom Dez 2014 für das Jahr 2015 aktualisiert und nach unten korrigiert.

Auf der Grundlage der 15 wichtigsten Milcherzeugungsländer wird die Milcherzeugung 2015 auf rd. 490 Mio. t (Vorjahr 485,1 Mio. t) geschätzt. Rd. 2 Mio. mehr Kühe (fast alle in Indien) und eine durchschnittliche Leistungssteigerung sollen dazu beitragen. Gegenüber dem Vorjahr beträgt die Steigerung weniger als 1 %.

Für die EU-28 schätzt das USDA eine um 0,5 Mio. t steigende Produktion auf 147 Mio. t im Jahre  2015. Die Kuhzahlen mit 23,5 Mio. Tieren verändern sich nur geringfügig.  Die Milchleistung beträgt im Durchschnitt der EU rd. 6.250 kg. Der spürbare werdende Futtermangel wird sich dämpfend auf die Milcherzeugung auswirken. Der Frischmilchverbrauch in Höhe von 34,5 Mio. t bleibt weitgehend unverändert. Die Herstellung von Käse wird in der EU auf gleich bleibende 9,57 Mio. t veranschlagt,  von denen ein leicht steigender Verbrauch mit 8,97 Mio. t im eignen Lande verzehrt wird. Rd. 0,6 Mio. Käse gehen in eine Vielzahl von Ländern, nachdem die bedeutenden Russlandausfuhren entfallen sind. Die EU-Buttererzeugung steigt nur unwesentlich auf 2,3 Mio. t, davon werden 2,1 Mio. t Butter in der EU selbst verzehrt.  

Die Magermilchpulvererzeugung der EU steigt um 4,5 % auf 1,62 Mio. t. Bei einem mäßig steigenden Inlandsverbrauch von 0,9 Mio. t ist die überschüssige Menge auf Drittlandmärkten im Mittelmeerraum, Nahen Osten und Südostasien abzusetzen. Die EU-Vollmilchpulvererzeugung geht um 1 % zurück auf 0,65 Mio. t. Die Hälfte davon geht in den Export.

In den USA soll die Milcherzeugung um rd. 1 Mio. t zulegen. Die Kuhzahlen mit 9,3 Mio. Tieren steigen nur unwesentlich.  Die durchschnittliche Milchleistung erreicht 10.185 kg. Von den 95 Mio T Milcherzeugung gehen rd. 29 Mio. t in den  fallenden Frischkonsum. Die US-Käseerzeugung  und der Käseverbrauch nehmen etwas zu. Beim Käsehandel stehen auf der Exportseite 0,365 Mio. t und auf der Importseite 0,145 Mio. t, teilweise aus der EU eingeführt. Die US-Buttererzeugung deckt mit 0,85 Mio. t gerade den eigenen Bedarf. Daher liegen auch die US-Butterpreise erheblich über dem internationalen Niveau. Die US- Magermilcherzeugung (MMP) in Höhe von 1 Mio. t  legt ein wenig zu, aber weniger als die Hälfte wird im eigenen Land gebraucht. Der MMP-Exporte  konkurrieren heftig mit denen der EU, Neuseelands und Australiens. Vollmilchpulver spielt in den USA eine untergeordnete Rolle.

Indien als 3.größter Milcherzeuger (ohne Büffelmilch)  erhöht mit der Steigerung seiner Kuhherde um 2 Mio. Tiere die Milchmenge um 3 Mio. t bei einer Milchleistung von 1.210 kg je Kuh (!) auf 63,5 Mio. t. Davon werden 95 % als  Frischmilch im eigenen Lande verbraucht. Die indische Butterproduktion von 5 Mio. t reicht ebenfalls nur für den Eigenbedarf. Die anfallende Magermilch geht zum kleinen Teil als Pulver  in den Export.

Neuseeland hat seine Kuhherde wegen Futtermangels und geringer Milchpreise  um 63.000 Tiere auf 5,2 Mio. Tiere reduziert. Die Milchleistung liegt bei auschließlicher Weidehaltung  um 4.200 kg. Für 2015 wird die Milcherzeugung unter Vorjahresniveau auf 21,6 Mio. t fallen. Das El Niño Jahr 2015 mit möglichen Trockenperioden  könnte die Produktion noch weiter beeinträchtigen. Bei einem Exportanteil von 95 % schlägt jede Erzeugungsänderung beim Export durch. Die Vollmilchpulverzeugung und der Export sollen  um -4,5 % auf 1,36 Mio. t fallen. Die Magermilchpulvererzeugung und der –export steigen nur unwesentlich an. Die Butterherstellung und der Export gehen um -2,6 % auf 0,56 Mio. t zurück. Die neuseeländische Käseerzeugung und Ausfuhr sollen jedoch  um 7 % bzw.  11 %  zulegen

Das Nachbarland Australien soll seine Milchwirtschaft fast unverändert beibehalten. Allerdings besteht ein hohes Risiko durch das Wetterphänomen El Niño, das üblicherweise mit Trockenphasen im Südosten Australiens großen Schaden anrichten kann.  

Den prozentual größten Einbruch wird Argentinien zu verkraften haben. Die Milchwirtschaft soll aus witterungsbedingten Futtermangel und finanziellen Gründen um rd. -9 % verringert werden. Das macht sich insbesondere im Vollmilchpulversektor um -13 % bemerkbar.

Auf der Nachfrageseite stehen die großen Importgebiete China und Russland  im Mittelpunkt des Interesses. Die chinesischen VMP-Importe werden um 40 % bzw. 270.000 t gegenüber dem Vorjahr niedriger eingestuft.  Damit  fehlen rd. 30 % des Welthandels. Beim MMP werden stall 275 Mio. t nur 200 Mio. veranschlagt. Die fehlende Menge beim Welthandel beträgt in diesem Falle rd. 7 %

Russlands Importstopp führt zu einer fallenden Käseeinfuhr von rd. 21 % mit Schwerpunkt zu Lasten der EU. Bei der Buttereinfuhr  reduziert Russland seine Importmengen um rd. 37.000 t bzw. rd. 35 %.

Die globale Milchwirtschaft 2015 wird geprägt von einer deutlich abgebremsten Milcherzeugung im Durchschnitt der großen Produktionsgebiete, einer starken Verringerung der Importnachfrage der größten Einfuhrländer Russland und China und einem zyklischen Preisverfall, der dem Jahre 2009  mit der Finanzwirtschaftskrise nahekommt.

Anders jedoch als damals ist eine rasche Wiedererholung der hohen Nachfragemengen in der aktuellen Entwicklung nicht zu erwarten. Die Importausfälle Russlands sind nicht nur politisch, sondern auch finanziell bedingt und damit von längerer Dauer. Chinas zurückhaltendes Einfuhrverhalten entspringt einem gemäßigterem Wirtschaftswachstum. Die angehäuften Nahrungsmittelreserven werden nur langsam abgebaut. Die hohen Wachstumsraten bei den Einfuhren gehören vorerst der Vergangenheit an.

Daher ist für die nächste Zeit eine entsprechende Anpassung auf der Produktionsseite gefordert. Niedrige Milchpreise bremsen den Produktionsanstieg weiter ab. Eine Verbesserung der Importnachfrage wird sich erst langsam wieder einstellen. Mit einer schnellen Preiserholung wie 2009 ist nicht zu rechnen.

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