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12.14
13:41

USDA: Perspektiven auf dem Milchmarkt 2015

Milchmarkt 2015 mit etlichen Unsicherheiten behaftet

In seiner zweimal jährlich erscheinenden Vorschau auf den weltweiten Milchmarkt hat das amerikanische Landwirtschaftsministerium (USDA) einen Ausblick auf das Jahr 2015 gewagt. Die Prognosen stehen stark unter dem Vorzeichen höchst unsicher einzuschätzender  Entwicklungen.  

    Macht Russland die Grenzen für Milchimporte nach dem 8. August 2015 wie vorgesehen wieder auf oder nicht? 

    Welches Importpotenzial kann Russland nach seinem wirtschaftlichen Einbruch und der hohen Kaufkraftverlust des Rubels wieder aktivieren?

    Wie entwickeln sich die Rohölpreise im Verlauf des Jahres 2015 und welche Auswirkungen auf die Weltwirtschaft sind zu erwarten?

   Und die große Unbekannte bleibt Chinas Importnachfrage!

Vergleichsweise weniger kritisch ist die Produktionsentwicklung einzuschätzen. Die globale Milcherzeugung soll 2015 um unterdurchschnittliche 1,9 % (Vorjahr + 3,2 %) zunehmen. Der mehrjährige Durchschnitt der Zunahmen liegt bei 2,3 %.

Für das weltgrößte Erzeugungsgebiet EU  (161 Mio. t) wird eine kaum nennenswerte Steigerung erwartet. Die EU-Kommission geht in ihrer Prognose von einer Steigerung um 1,6 % aus.

In den USA als zweitgrößter Erzeuger schätzt man eine um 2,9 % steigende Milcherzeugung. Hintergrund sind die gefallenen Futtermittelpreise für eine stark kraftfutterorientierte US-Milcherzeugung.

Die beiden südamerikanischen Länder Argentinien und Brasilien sollen ihre Erzeugung nur unwesentlich ändern. Ein beachtlicher Teil der Produktion bleibt im eigenen Land.

Indien verfügt zwar über eine große Milcherzeugung (2015: 63,5 Mio. t o. Büffelmilch), jedoch werden die Mengen zur steigenden Eigenversorgung genutzt. Ausnahme bildet Magermilchpulver.

Das größte Exportgebiet Neuseeland soll die Milchmenge (2015: 22 Mio. t) nach USDA-Berechnungen um 2 % steigern. In Neuseeland selbst liegen die Prognosen deutlich niedriger. Allerdings geht es bei den absoluten Mengen nur um 0,5 Mio. t Unterschied.

Im Nachbarland Australien mit 9,8 Mio. t  bleibt die Produktion unverändert, achdem Trockenheit das Futteraufkommen deutlich reduziert hat.  

Auf der Nachfrageseite steht Chinas Importverhalten für Voll- und Magermilchpulver  im Mittelpunkt. Die chinesischen Handelsanteile liegen bei 60 % bzw.  25 %. Das USDA schätzt für 2015 einen 12,5 %-igen Rückgang der Einfuhren von VMP, aber eine Steigerung von fast 9 % im Falle von Magermilchpulver. Grundlage für die Schätzungen sind große chinesische Vorräte, die bei geringerer Einkommenssteigerung weniger schnell aufgebraucht sein sollen. Dahinter steht auch die Vermutung, dass die Eigenerzeugung vor einem allzu drängenden  Wettbewerb geschützt werden soll.

Russlands stagnierende Buttereinfuhren machen etwa 45 % des Welthandels aus. Es bleibt unsicher, inwieweit es 2015 bei den gleichen Mengen wie in den Vorjahren bleibt. Das USDA geht von dieser Annahme aus.

Das gilt auch für die russischen Käseeinfuhren, die etwa 25 % des Welthandels beanspruchen.

Das Jahr 2015 wird nach Einschätzung des USDA von anhaltend niedrigen Milchpreisen geprägt sein. Erst für die zweite  Jahreshälfte werden günstigere Perspektiven gesehen. Insgesamt ist das Jahr 2015 mit beachtlichen Unsicherheiten behaftet

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