25.
02.16
17:03

Wann steigen die Milchpreise wieder?

Erholung der Milchpreise lässt auf sich warten

Die in früheren Jahren zu beobachtende rasche Wiedererholung der Milchpreise nach starken Kursrückschlägen wird sich für die kommende Zeit nicht  so schnell wieder realisieren lassen.

Im Jahre 2007/08 stiegen die Milchpreise innerhalb von 5 Monaten von 28 auf über 38 ct/kg. Lieferengpässe in bedeutenden Exportländern Ozeaniens, der EU und USA, bei gleichzeitig anziehender globaler Nachfrage waren die Ursachen.

Anläßlich der Finanzkrise  2008/09 waren die Milchpreise  bis auf EU- Interventionsniveau von rd. 21 ct/kg  zurückgefallen, aber schon 8 Monate später bewegten sich die Notierungen wieder deutlich oberhalb der 33 Ct/kg Marke. Zwar wurde damals auch die Intervention bemüht, aber der entscheidende Anschub kam aus der überdurchschnittlich stark steigenden Importnachfrage Chinas. Die steigenden Ausfuhren nach Russland haben auch einen Beitrag geleistet.

Der begrenzte Preisabschwung im Jahre 2012 wurde ebenfalls recht schnell durch die hohen Steigerungsraten der China-Importe abgefangen. In der Folgezeit stiegen die Kurse innerhalb eines Jahres auf über 40 ct/kg.   

Der Preisabfall seit Herbst 2014 hält nun schon mehr als ein Jahr vor. Vorerst ist eine grundlegende Trendwende nicht zu erkennen. Die Ursachen liegen sowohl auf der Nachfrage- wie Angebotsseite.

Auf der Verbrauchsseite fehlen die Einfuhrmengen nach Russland. Der zunächst politisch bedingte Importstopp wird heute stärker durch den Rohölkursverfall und die Abwertung des Rubelkurses auf die Hälfte begründet. Hoffnungen auf wieder steigende Russlandeinfuhren sind daher kaum zu begründen.

Wesentlich stärker wirkt sich die Halbierung der China-Importe aus.  Während in früheren Jahren die chinesischen Einfuhren nach einer Phase der Stabilisierung wieder erneut überdurchschnittliche Zuwachsraten aufwiesen, ist jetzt zu beobachten, dass das chinesischen Einfuhrverhalten über eine längere Zeit auf fast halbierten Niveau verharrt. Ein gewisser Vorratsaufbau, eine schwächere Kaufkraft  Chinas aufgrund wirtschaftlicher Entwicklungen und der Schutz des Aufbaus einer eigenen Milchwirtschaft sind wesentliche Gründe für das zurückhaltende Importverhalten, dass sich vorerst auf absehbare Zeit nicht erkennbar verändern wird.

Auf der Angebotsseite stellt man fest, dass trotz deutlicher Preisminderung die globale Milcherzeugung weiter wächst. Dabei tut sich besonders die EU hervor,  deren Produktionszuwachse nicht nur volumenmäßig, sondern auch prozentual an oberster Stelle unter den Exportländern steht.  Von den 4 Mio. t Mehrerzeugung im Jahre 2015 bestreitet die EU allein 3,2 Mio. t  bzw. zeigt eine Wachstumsrate von 2,15 %.

Die nicht absetzbaren EU-Milchmengen landen in zunehmenden  Mengen  in privaten und öffentlichen Lagerbeständen mit entsprechender staatlicher Unterstützung. Solange diese Mengen nicht wieder spürbar abgebaut werden, ist mit schnellen Preiserholungen  nicht zu rechnen. Erfahrungsgemäß wird zur Sommerperiode hin eher ein weiterer Bestandsaufbau zu erwarten sein. 

Im Vergleich dazu bringen es die USA auf rd. 1,15 Mio. t mehr Milch bzw. einer Zuwachsrate von 1,18 % im Jahre 2015.

Die übrigen bedeutenden Exportländer im Milchsektor fahren überwiegend ihre Erzeugung zurück bzw.  sind im Falle Australien von der Menge zu klein, um einen nachhaltigen Effekt auf die weltweite Milchversorgung auszuüben.

Noch höhere Wachstumsraten sind zwar in Eigenversorgerland Indien zu beobachten, aber deren Mehrerzeugung  belastet den globalen Markt nur unwesentlich, wenn überhaupt. 90 % der indischen Erzeugung bleibt im Frischmilchsektor.

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