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06.15
13:14

Weltmilchmarkt: erheblich reduziertes Angebotswachstum - Nachfrageausfälle aus Russland und China

Nur noch mäßige Steigerung der Weltmilcherzeugung  als Folge gefallener Preise

Die hohen Zunahmen der Milcherzeugung zwischen  2  bis 5 % in bedeutenden Exportregionen der Welt im Jahre 2014 sind vorbei. Die auf Weltebene um mehr als 50 % gefallenen Preise haben die Produktionssteigerungen deutlich abgebremst. In einigen Ländern geht die Milcherzeugung sogar zurück. Nach Jahren ständigen Wachstums wird selbst für Neuseeland eine Rücknahme der Milcherzeugung von 1 Mio. t bzw. 5 % im Milchwirtschaftsjahr August/Juli 2015/16 prognostiziert.

In den bevorstehenden Monaten Juni und Juli 2015 wird üblicherweise mit einem jahreszeitlich bedingten Rückgang der Milchanlieferungen gerechnet.  Ein möglicher Wiederanstieg im Oktober 2015 ist auf  den Höhepunkt der Milchsaison in Ozeanien zurückzuführen. Der Anstieg soll in diesem Jahre weniger groß ausfallen.

Die Nachfrageschwäche des Jahres 2015 kann eindeutig im Importausfall Russlands und der zurückhaltenden Einfuhren Chinas festgemacht werden.

Die russischen Importrestriktionen für die westlichen Länder sind nicht durch Importkäufe in anderen Regionen wieder wettgemacht worden. Ausschlagebender Grund sind die finanziellen Schwierigkeiten Russlands aufgrund der niedrigen Rohölpreise und der schwachen Kaufkraft des Rubel. Russlands Importe an Milchprodukten sind ersatzlos auf mehr als die Hälfte des früher üblichen Niveaus zurückgefallen.

Die zurückhaltende Nachfrage aus China wird mit den angestauten Vorratskäufen begründet, die langsamer abgebaut werden, als man bislang eingeschätzt hat. Die nicht so stark boomende chinesische Wirtschaft hat ihren Beitrag dazu geleistet. Eine zunehmende Eigenerzeugung ist zwar zu beobachten, hat aber nicht die Durchschlagskraft, um eine grundlegende Änderung des chinesischen Importbedarfs zu bewirken.

Die Milchpreise befinden sich zurzeit im sog. Sommerloch. In den Frühsommermonaten steigt die Milcherzeugung auf der Nordhalbkugel stärker an als der Produktionsrückgang in der südlichen Hemisphäre ausmacht. Trotz Ausgleich durch Sahenfrostung kommt es zu Preisdruck.  Dennoch könnten die in den kommenden Monaten Juni bis Juli überall nachlassenden Produktionsmengen auf Weltebene   einen gewissen Stimmungswechsel  in Sachen Milchpreise auslösen. Aber dazu bedarf es zusätzlich positiver Nachfrageimpulse aus China. Auf Russland braucht man angesichts der politischen und finanziellen Verhältnisse nicht hoffen.

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