23.
07.13
09:49

Weniger Milch erzeugt: Exporte stagnieren

Noch stärker als ursprünglich geschätzt ist das Milchaufkommen in den wichtigsten Exportländern für Milcherzeugnisse im ersten Halbjahr 2013 zurückgegangen, nämlich um 2,8 auf 129,7 Mio. Tonnen. davon sind 0,6 Mio. t dem einen Tag im Februar weniger als 2012 geschuldet; es verbleiben dann immer noch 2,2 Mio. Tonnen, die die Hersteller von Milcherzeugnissen gut hätten gebrauchen können, um der Nachfrage nachzukommen. Denn die Nachfrage ist weiterhin stark, geprägt durch die wachsende Kaufkraft in sogenannten Schwellenländern und die Anstrengungen der Ernährungsindustrien, dieser Kaufkraft mit einem hochwertigen Angebot an Lebensmitteln gerecht zu werden. Nachdem im vergangenen Jahr Lagerbestände aufgebraucht worden sind, hat sich dieser Rückgang der Milcherzeugung umso heftiger auf die Preisentwicklung ausgewirkt. Natürlich ist es ein Zufall, dass annähernd gleichzeitig in den für die Belieferung des internationalen Marktes wichtigsten Ländern weniger produziert wurde. Nach den Daten von 2011 verfügen die EU, die Vereinigten Staaten sowie Neuseeland und Australien zusammen immerhin über 43% der Weltkuhmilcherzeugung und 72% der weltweit gehandelten Milcherzeugnisse.

Es hat auch viel mehr mit Wetterereignissen als mit zyklischen Schwankungen zu tun, denn die Futterversorgung der Milchviehherden war nach quantitativ und qualitativ schwächeren Ernten im vergangenen Jahr sowohl in Europa als auch in Nordamerika durch mindere Qualität beim Grundfutter und hohe Preise bei zugekauften Futtermitteln gekennzeichnet, was sich bis in das Frühjahr 2013 ausgewirkt hat. Hinzu kam die Dürre seit Anfang dieses Jahres in Neuseeland. Wenn jetzt in einer ersten Übersicht über den weltweiten Handel mit Milcherzeugnissen stagnierende oder hinter dem gewohnten Wachstum der vergangenen Jahre zurückgebliebene Zahlen ausgewiesen werden, kann dies zum Einen dem geringeren Angebot, zum Anderen auch der schwächeren Nachfrage infolge stark gestiegener Preise zugeschrieben werden.

Es bleibt abzuwarten, wann und wie weit sich die Erzeugung erholt. In den Vereinigten Staaten ist man optimistisch für den weiteren Verlauf dieses Jahres, aber zunächst geht die Produktion dem saisonalen Muster erst einmal bis November zurück. Ebenso läuft es in der EU. Ob hier die Grundfutterversorgung viel besser ausfällt als im vergangenen Jahr, ist indessen noch offen. Die Ernten an Grassilage und Heu haben unter dem bis Ende Juni anhaltenden schlechten Wetter gelitten, Silomais könnte vielleicht einiges davon ausgleichen. Gestiegene Milchpreise schaffen allerdings Anreize zum stärkeren Kraftfuttereinsatz, um Defizite des Grundfutters auszugleichen. In Neuseeland ist man nach dem jetzigen Stand optimistisch, was das neue Milchwirtschaftsjahr bringt. Die Erfahrung aus der zweiten Hälfte des vergangenen Wirtschaftsjahres zeigt jedoch, dass man dort noch stärker von Wetterereignissen abhängig ist als auf der nördlichen Hemisphäre. 

Vieles spricht dafür, dass der Weltmarkt und damit auch der mit ihm über die Exporte stark verflochtene EU-Binnenmarkt  bis nahe an das Ende dieses Jahres von festen Preistendenzen auf hohem Niveau gekennzeichnet bleibt.  Auch wenn sich dann Preisschwächen zeigen sollten, ist es keineswegs sicher, dass eine nachhaltige zyklische Wende eintritt.

Milcherzeugung ausgewählter Länder      
  2011 2012 2013 Δ'13  vs.'12 Δ'13  vs.'12
  1. Halbjahr,   in Mio.t  +/-%
EU 28 71,3 73,4 72,1 -1,3 -1,3%
USA 44,9 46,5 46,5 -0,1 +0,4%
Neuseeland 7,4 8,2 7,2 -1,1 -12%
Australien 4,1 4,3 4,0 -0,3 -7%
EU + 3   zusammen* 127,7 132,5 129,7 -2,8 -1,6%
*)   Die hier aufgeführten Länder verfügten nach IDF-Angaben 2011 über 43% der   Welterzeugung von Kuhmilch und 72% der Exporte an Milcherzeugnissen.
Rückrufservice
Beschreiben Sie bitte Ihr Anliegen, damit wir uns auf den Rückruf vorbereiten können.
Ja, ich habe die Datenschutzerklärung zur Kenntnis genommen und willige ein, dass die von mir angegebenen Daten inklusive der Kontaktdaten zwecks Bearbeitung der Anfrage und für den Fall von Anschlussfragen elektronisch erhoben und gespeichert werden. Meine Daten werden dabei nur streng zweckgebunden zur Bearbeitung meiner Anfrage genutzt und nicht ohne Einwilligung weitergegeben. Diese Einwilligung kann jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen werden.

Jetzt registrieren

Jetzt registrieren und ZMP Live+ 14 Tage kostenlos testen!
  • Dauerhaft kostenfrei
  • Keine Zahlungsinformationen erforderlich