(AMI) In den ersten Monaten des Jahres 2014 stand den Molkereien EU-weit erheblich mehr Milch für die Verarbeitung zur Verfügung als im Jahr zuvor. Im März hat sich der Anstieg gegenüber 2013 weiter verstärkt. Die Vorjahreslinie wurde um 5,8 % überschritten, nachdem im Januar und Februar Zuwächse um 5,3 % und 5,5 % zu verzeichnen waren. In der Summe belief sich das Milchaufkommen im 1. Quartal EU-weit auf rund 36,3 Mio. t, das waren 5,5 % mehr als im gleichen Zeitraum des Jahres 2013. Dabei zeigte sich ein flächendeckendes Wachstum. Im Gebiet der alten EU-15 und in den ab 2004 beigetretenen Mitgliedstaaten kamen die Zuwächse in nahezu gleichem Umfang zum Tragen. Die mengenmäßig bedeutendsten Anstiege waren im 1. Quartal in Deutschland, Frankreich und dem Vereinigten Königreich zu beobachten.
Im Milchwirtschaftsjahr 2013/14, das im März zu Ende gegangen ist, haben die Molkereien in der EU insgesamt rund 143,3 Mio. t Milch erfasst und damit 2,6 % mehr als im Jahr zuvor. Dies bedeutet einen Anstieg der Quotenausnutzung. Nachdem im Quotenjahr 2012/13 in der Summe 6 % der Lieferrechte nicht bedient worden sind, ist für den im März 2014 abgelaufenen Betrachtungszeitraum mit einer geschätzten Gesamtunterlieferung von 4, 5 % zu rechnen.
ZMP Live Expertenmeinung
Das stark steigende Milchaufkommen der vergangenen Monate hat zu einer deutlichen Abschwächung der Rohstoff- und Produktpreise geführt. Bei den Milcherzeugern waren die Korrekturen beim Milchgeld dagegen bislang sehr moderat. Als Reaktion auf die hohen Preise ist die Abgabebereitschaft der Erzeuger ungebrochen hoch. Wenn auch die Milchanlieferung in Kürze saisonal zurückgeht, dürfte das Vorjahresniveau auch in den kommenden Monaten weiterhin überschritten werden. Wann sich die Produktmärkte unter dieser Voraussetzung wieder erholen können, hängt maßgeblich vom weiteren Verlauf der Nachfrage ab.