(AMI) – Die Verbraucher mussten bei Milcherzeugnissen produktübergreifend Preissteigerungen hinnehmen. Grund dafür sind vor allem das knappe Rohstoffangebot und die begrenzte Verfügbarkeit von Milchfett. Die Milchanlieferung in Deutschland hat im ersten Halbjahr 2017 durchgehend unter dem Vorjahresniveau gelegen. Das reduzierte Angebot ermöglichte eine Erholung der Milcherzeugerpreise, die, ausgehend von einem für Milchviehbetriebe ruinösen Niveau, sukzessive stiegen. Im Juni des laufenden Jahres erhielten die Betriebe für konventionell hergestellte Milch im Schnitt rund 34 Ct/kg, und die Tendenz ist weiter steigend.
Diese Entwicklungen bekommen auch die Verbraucher in Form von steigenden Ladenpreisen zu spüren. Das hatte zumindest teilweise Rückgänge der privaten Nachfrage zur Folge. Allen voran bei der Butter, aber auch Konsummilch und Joghurt verloren in der Gunst der Verbraucher. Produktübergreifend sind jedoch auch Wachstumsmärkte zu erkennen: Bio-Produkte sowie Erzeugnisse mit höheren Fettgehalte liegen weiterhin im Trend und konnten Zuwächse in der Nachfrage generieren. Mit Low-Fat-Varianten scheinen die Molkereien bei den Verbrauchern nicht mehr punkten zu können.
Butternachfrage am stärksten betroffen
Das knappe Angebot an Milchfett schlug sich am deutlichsten am Buttermarkt nieder. Die Molkereiabgabepreise für abgepackte Butter erreichten im Laufe des ersten Halbjahres immer neue Rekorde. Das führte wiederholt zu Anpassungen der Verbraucherpreise. Seit Anfang Juni liegen die Preise bei 1,79 EUR für ein Päckchen Butter im Basissortiment. Die Verbraucher reagierten teils sehr preissensibel, wodurch die Nachfrage nach Butter im ersten Halbjahr 2017 um rund 8 % zurückging.
ZMP Live Expertenmeinung
Milchprodukte mit höheren Fettgehalten statt Light-Varianten, Bio-Milch statt konventionell erzeugte Milch: Dieser Wandel des Konsumverhaltens der Verbraucher in Deutschland setzte sich im ersten Halbjahr 2017 fort. Insgesamt entwickelte sich die Nachfrage nach Milchprodukten dabei jedoch uneinheitlich.