(AMI) Kurz vor dem Auslaufen der EU-Milchquotenregelung ist es in Deutschland zu einer kräftigen Überlieferung der nationalen Garantiemenge gekommen. Nach den leichten Überlieferungen in den beiden vorherigen Milchwirtschaftsjahren hat sich die fettkorrigierte Milchanlieferung im Abrechnungszeitraum 2013/14 um 1,94 % deutlich oberhalb des Quotenrahmens bewegt.
Im Zeitraum von April 2013 bis März 2014 belief sich die fettkorrigierte Milchanlieferung auf 30,81 Mio. t. Dieser stand aber lediglich eine nationale Garantiemenge von rund 30,22 Mio. t zur Verfügung. Der Quotenrahmen wurde somit um 1,94 % überschritten. Das wäre die höchste Überlieferung in den vergangenen Jahrzehnten.
Nach Molkereisaldierung summiert sich die Überlieferung im Milchwirtschaftsjahr 2013/14 auf rund 588.000 t. Damit liegt der Saldierungsschlüssel bei 54,4 %. Lediglich für diese nach der Molkereisaldierung verbleibenden Mengen werden Superabgaben fällig, die sich nach derzeitigem Stand auf insgesamt rund 163 Mio. EUR belaufen. Je Kilogramm überlieferter Milch entspricht dies einer Belastung von knapp 12,69 Ct. In den beiden Jahren zuvor belief sich die Überschreitung der nationalen Garantiemenge auf lediglich 0,1 %. Dadurch lag der Saldierungssatz deutlich über 90 % und die Erzeuger mussten je Kilogramm lediglich rund 1 Ct Superabgabe zahlen.
ZMP Live Expertenmeinung
Für das Milchwirtschaftsjahr 2014/15, dem letzten Jahr vor dem Auslaufen der EU-Quotenregelung, besteht wenig Hoffnung auf eine Entspannung der Quotensituation. Es hat keine weitere Erhöhung der nationalen Garantiemenge gegeben. Damit läge die Überlieferung, selbst wenn das Milchaufkommen nicht weiter wächst, bei rund 2 %. Die anhaltend steigenden Milchmengen in den ersten Monaten des aktuellen Quotenjahres, die nach wie vor hohen Milchpreise und die gestiegene Zahl an Milchkühen sprechen jedoch für einen weiteren Anstieg der Milchmengen. Damit ist eine Zuspitzung der Quotensituation zu befürchten.