Ende Oktober gingen die Milchanlieferungen weiter zurück und erreichten ein neues 3-Jahres-Tief. Es wurden 1,3 % weniger als im Vorjahr und 0,3 % weniger als in den Monaten Januar bis Oktober von den Erzeugern an die Molkereien geliefert. Die Teilmärkte zeigten in den vergangenen Tagen nur wenig Aktivität, die Marktteilnehmer agieren verhalten und abwartend. Die Spotpreise für Rohmilch stiegen in Deutschland weiter an. Das ife Institut in Kiel hat einen Preis für die heimische Ware von 60,9 Cent je Kilogramm veröffentlicht. Das entspricht einem Plus von einem Cent gegenüber der Vorwoche.
Am Ende des Monats blieb der Markt für abgepackte Butter lebhaft, da der Lebensmitteleinzelhandel große Mengen nachfragte. Die regionalen Feiertage in dieser Woche trugen ebenfalls zur erhöhten Nachfrage bei, was vor allem die Hersteller zufriedenstellte. Auch in den kommenden Wochen wird mit einer guten Nachfrage aufgrund der beginnenden Herbst- und Backzeit gerechnet. Die Preise blieben stabil, und an der Süddeutschen Butter- und Käse-Börse in Kempten lag der Preis für Formbutter unverändert zur Vorwoche. Verbraucher zahlten im Supermarkt 2,39 EUR für ein 250-Gramm-Päckchen Deutsche Markenbutter. Verhandlungen zwischen Handel und Molkereien für neue Verträge ab November laufen, wobei das hohe Preisniveau für Rahm immer wieder diskutiert wird. Derweil läuft der Absatz von Blockbutter eher schleppend, und die Gespräche und Abschlüsse konzentrierten sich besonders auf das Geschäft im neuen Jahr. Käufer mussten vor allem für kurzfristige Bestellungen höhere Preise akzeptieren. Das Preisgefüge zeigte sich stabil bis minimal schwächer. An der EEX lag der Durchschnittspreis bei 7.055 Euro pro Tonne und konnte damit sogar noch ein Plus von 86 Euro im Vergleich zur Vorwoche notieren. Die Kontraktumsätze hingegen zeigten sich leicht rückläufig.
Zum Ende des vergangenen Monats zeigte sich der Handel auf dem deutschen Käsemarkt weiterhin aktiv. Die Nachfrage im Lebensmitteleinzelhandel blieb hoch, teilweise bedingt durch den Vorzieheffekt vor Feiertagen. Die Industrie rief Verträge wie geplant ab und auch der Großverbraucherbereich verzeichnete stetige Abnahmen. Das Geschäft mit südeuropäischen Ländern verlief saisonüblich, während Anfragen aus Drittstaaten aufgrund unterschiedlicher Preisvorstellungen nur teilweise in Geschäfte mündeten. Dem recht regen Handel gegenüber stand ein knappes Angebot, verursacht durch die saisonal sinkende Milchanlieferung, was die Verfügbarkeit von Rohstoffen einschränkte. Die Bestände in den Reifelagern blieben niedrig und die Altersstruktur der Ware war jung. Die Käsepreise blieben aufgrund der Kombination aus begrenztem Angebot und lebhafter Nachfrage auf hohem Niveau. Die Preise für Blockware blieben weitestgehend unverändert, während die Preisspanne für Brotware gegenüber der Vorwoche im Durchschnitt um 10 Cent angehoben wurde.
Auf den Märkten für Milchpulver zeigte sich in der vergangenen Woche nach leichten Impulsen beim Handel wieder ein ruhigeres Bild. Sofern Abschlüsse zustande gekommen sind, betrafen diese hauptsächlich Lieferungen im ersten Quartal 2025. Das Angebot wurde von den Marktteilnehmern als ausreichend beschrieben, und die Preise gingen leicht zurück. An der Butter- und Käse-Börse in Kempten wurden Preise zwischen 2.450 und 2.550 EUR pro Tonne verzeichnet, was einen Rückgang von 20 bis 30 EUR zur Vorwoche bedeutet. Der Markt für Magermilchpulver in Futtermittelqualität blieb aufgrund des geringen Angebots ruhig und stabil. Die Preise blieben an der Börse in Kempten unverändert bei 2.300 bis 2.340 EUR pro Tonne. An der European Energy Exchange (EEX) in Leipzig sanken die Kontraktpreise für Magermilchpulver Ende Oktober ebenfalls. Der Durchschnittspreis für den Zeitraum von Oktober 2024 bis Juni 2025 betrug 2.599 EUR pro Tonne, was 26 EUR weniger als in der Vorwoche ist. Der Handel war jedoch aktiver, mit insgesamt 2.820 Tonnen (564 Kontrakte), was eine Zunahme von 425 Tonnen (85 Kontrakte) darstellt.
ZMP Live Expertenmeinung
An den fundamentalen Daten auf dem Milchmarkt hat sich nur wenig geändert. Bestimmend bleibt weiterhin die aktuelle Entwicklung bei den Anliefermengen. Aufgrund der Blauzungenkrankheit und der Entwicklung wird sich auch die knappe Rohstoffverfügbarkeit auch kaum kurzfristig ändern, sodass in der Summe mit einem zumindest stabilen Preisgefüge von den Marktteilnehmer gerechnet wird.