Der europäische Milchmarkt zeigt sich Anfang April 2026 in einer klaren Übergangsphase. Nach den starken Preisrückgängen im zweiten Halbjahr 2025 stabilisieren sich die Verwertungsmärkte zunehmend: Vor allem Magermilchpulver und Butter haben sich zuletzt gefestigt, was sich auch im gestiegenen Kieler Rohstoffwert von 33,9 ct/kg widerspiegelt.
1. EU-Markt: Preise und Entwicklung
Die europäische Milchverwertung zeigt weiterhin Stabilisierungstendenzen, während die Erzeugerpreise noch nachlaufen.
- EU-Erzeugerpreis:
- Januar 2026: ~45 ct/kg
- Februar 2026 (Schätzung): ~44 ct/kg → weiter leicht rückläufig
- Produktmärkte (Februar/März stabil bis fester):
- Butter: ~430–440 €/100 kg
- SMP: ~250 €/100 kg (deutlich erholt)
- WMP: ~340 €/100 kg
- Käse: seitwärts
2. EU-Milchanlieferung
- EU-Anlieferung Januar 2026: +4–5 %
- Bereits 2025: steigende Produktion (+1–2 %)
Der Markt bleibt überversorgt, was die Preiserholung begrenzt.
3. Deutschland: Milchanlieferung
- Jahresbeginn 2026:
- +5–6 % gegenüber Vorjahr
- Wochenbasis:
- weiterhin über Vorjahr und saisonal hoch
Deutschland ist aktuell der Haupttreiber des Überangebots in der EU.
- weiterhin über Vorjahr und saisonal hoch
4. Deutschland: Kieler Rohstoffwert
- März 2026: 37,8 ct/kg
- Feburar 2026: 33,9 ct/kg
→ +11,5 % m/m - Erste deutliche Erholung
- Getrieben durch:
- steigende SMP-Preise
- stabilere Butterpreise
Aber: weiterhin deutlich unter Vorjahr
5. Deutschland: Erzeugerpreise
- Dezember 2025: 43,5 ct/kg
- Januar 2026: ~39–42 ct/kg
- weiter fallend
- Reaktion auf schwache Monate zuvor
ZMP Live Expertenmeinung
Der europäische Milchmarkt zeigt sich Anfang April 2026 in einer klaren Übergangsphase.
Trotz einiger positiver Signale bleibt die Lage angespannt. Die Milchanlieferung in Europa und insbesondere in Deutschland liegt weiterhin deutlich über Vorjahr, was den Markt strukturell belastet. Besonders sichtbar wird das im Spotmarkt: Mit 14–15 ct/kg bewegt sich Rohmilch weiterhin auf extrem niedrigem Niveau – ein klares Zeichen für anhaltenden Angebotsdruck.
Während sich der Terminmarkt an der EEX bereits stabil zeigt und eine Bodenbildung signalisiert, hinken die Erzeugerpreise hinterher und tendieren weiter nach unten. Damit entsteht eine typische Marktkonstellation: Die industrielle Verwertung verbessert sich schneller als die Auszahlung an die Landwirte.
Der Milchmarkt stabilisiert sich auf der Produktseite, bleibt aber durch hohe Mengen unter Druck. Eine nachhaltige Erholung wird erst möglich sein, wenn die Milchanlieferung spürbar zurückgeht und sich die Entspannung im Fettmarkt fortsetzt.