Mitte Mai zeigte sich der Milchmarkt leicht stabilisiert: Die Milchanlieferung legte in der 20. Kalenderwoche um 0,4 % zu, nachdem es zuvor einen Rückgang gegeben hatte. Damit verringert sich der Rückstand zum Vorjahr auf 1,3 %, im bisherigen Jahresverlauf bleibt das Milchaufkommen jedoch noch um 1,8 % unter dem Vorjahreswert.
Am Buttermarkt herrscht zurzeit rege Nachfrage. Die Spargelsaison, Feiertage sowie Aktionen im Einzelhandel sorgten für gute Abverkäufe bei abgepackter Butter. Auch die nationale Verkaufsstatistik bestätigt ein leichtes Absatzplus. Am Blockbuttermarkt verlagert sich die Nachfrage zunehmend auf langfristige Liefertermine, was in Kombination mit rückläufiger Milchanlieferung auf weiter festere Preise hindeutet. Die Notierungen ziehen entsprechend an: Die Süddeutsche Butter- und Käse-Börse in Kempten setzte Blockbutter in der 22. Kalenderwoche mit 7,30–7,60 €/kg an, Formbutter wurde zuletzt sogar in einer Spanne von 7,40–7,80 €/kg gelistet – ein Plus von bis zu 20 Cent zur Vorwoche. Im Lebensmitteleinzelhandel bleibt das Päckchen Deutsche Markenbutter bei 1,99 €, 14 Cent mehr als im Vorjahr.
Ende Mai präsentierte sich der Markt für Schnittkäse weiter im Gleichgewicht. Die Nachfrage blieb auf gutem Niveau, sodass die laufende Produktion direkt in die Absatzkanäle floss und keine nennenswerten Lagerbestände aufgebaut wurden. Der Lebensmitteleinzelhandel unterstützte den Absatz mit regelmäßigen Aktionen, während auch die Industrie verlässlich bestellte. Lediglich im Bereich der Gemeinschaftsverpflegung fehlten zuletzt stärkere Nachfrageimpulse – dies könnte sich bei anhaltend warmem Wetter jedoch bald ändern. Der Exportmarkt zeigte sich insgesamt aufnahmefähig, auch wenn die Nachfrage aus Südeuropa – insbesondere aus Italien – witterungsbedingt etwas schwächer ausfiel. Im Drittlandsgeschäft sorgte die Zollpolitik der USA weiterhin für Unsicherheit, zudem standen US-Anbieter mit günstigen Angeboten in Konkurrenz. Positiv: Absatzmöglichkeiten nach Asien nahmen zu. Preisseitig blieb die Lage stabil: Die Notierungskommission Hannover setzte in der 22. Kalenderwoche unveränderte Preise an – Brotware wurde mit 4,80–5,00 €/kg bewertet, Blockware mit 4,45–4,65 €/kg. Hersteller verweisen angesichts sinkender Milchmengen und gestiegener Erzeugerpreise zunehmend auf die Notwendigkeit höherer Verkaufspreise, um die Produktion wirtschaftlich abzusichern.
Nach einer kurzen Belebung zur Monatsmitte hat sich das Geschehen am Markt für Magermilchpulver in Lebensmittelqualität Ende Mai etwas beruhigt. Dennoch kam es weiterhin zu einzelnen Abschlüssen – sowohl zur kurzfristigen Deckung als auch für spätere Liefertermine. Besonders das schwächere Euro-Niveau begünstigte dabei den internationalen Handel, vor allem mit Drittländern.Trotz der leichten Zurückhaltung vieler Käufer, insbesondere im Terminbereich, hielt sich das Interesse aus dem In- und Ausland auf moderatem Niveau. Die Preisentwicklung blieb angesichts festerer Notierungen für Magermilchkonzentrat stabil bis leicht steigend. An der European Energy Exchange (EEX) in Leipzig notierte Magermilchpulver im Mai mit durchschnittlich 2.533 €/t – ein Plus von 11 € zur Vorwoche. Die Futures für die Monate Juli 2025 bis Januar 2026 lagen sogar über dem Kassamarktniveau. Der Markt für Magermilchpulver in Futtermittelqualität blieb hingegen ruhig. Käufer sind aktuell gut versorgt, was zu einem insgesamt stabilen bis leicht festen Preisbild führte.
ZMP Live Expertenmeinung
Der Milchmarkt zeigte Mitte Mai eine leichte Stabilisierung, insbesondere durch eine wieder anziehende Milchanlieferung. Die Butterpreise zogen deutlich an, getragen von hoher Nachfrage und begrenztem Angebot. Auch der Markt für Schnittkäse präsentierte sich stabil mit guter Inlandsnachfrage und leichtem Exportzuwachs, trotz Unsicherheiten im US-Geschäft. Beim Magermilchpulver blieb die Lage ausgeglichen: Während die Lebensmittelqualität von einem stabilen internationalen Interesse profitierte, war der Markt für Futtermittel ruhig. Insgesamt deutet sich in allen Bereichen ein festes bis leicht steigendes Preisniveau an.