Die Milchanlieferung stieg in der vergangenen Woche leicht um 1,0 %, verglichen mit der vorherigen Woche, da kühlere Temperaturen den saisonalen Rückgang unterbrochen haben. Trotz dieses Anstiegs lag die Milchanlieferung immer noch 0,9 % unter dem Niveau des Vorjahres. Über den Zeitraum von Januar bis Mitte September betrachtet, wurde 0,2 % weniger Milch als im Vorjahr angeliefert.
Auf dem Schnittkäsemarkt bleibt die Versorgungslage aufgrund der geringen Milchanlieferungen auch weiterhin knapp. Die Bestände in den Reifelägern gingen weiter zurück und die Ware verließ die Werke in jungem Zustand. Das Angebot war ausreichend, um bestehende Verträge zu erfüllen; zusätzliche Anfragen konnten jedoch nicht bedient werden. In sämtlichen Absatzmärkten war die Nachfrage nach Schnittkäse außergewöhnlich hoch. Der Lebensmitteleinzelhandel orderte große Mengen, und sowohl die Industrie als auch der GV-Bereich zeigten ein verstärktes Interesse an Käse. Zusätzlich führte der Feiertag in Deutschland zu einem weiteren Anstieg der Nachfrage, da Händler und Verbraucher Vorsorge betrieben. Auch in den südeuropäischen Urlaubsregionen blieb das Interesse ungebrochen hoch, und Drittstaaten zeigten zunehmendes Kaufinteresse an deutschem Käse. Die Käsepreise behaupteten sich aufgrund der begrenzten Verfügbarkeit und der hohen Nachfrage auf dem Niveau der letzten Wochen; teilweise wurde auch von Preissteigerungen berichtet.
Die Nachfrage auf dem Buttermarkt zeigte mit Beginn des neuen Monats leichte Impulse, insgesamt bewegt sich die Nachfrage auf einem saisonüblichen Niveau, wenngleich im Vorjahr mehr Ware umgesetzt wurde. Dies lässt sich auf die jüngsten Preisanstiege und die sehr hohen Bestellmengen im Vorjahr zurückführen. Die Butterpreise wurden im LEH auf 2,39 Euro für ein 250 Gramm Päckchen angehoben. Die Süddeutsche Butter- und Käse-Börse in Kempten verzeichnete am 02.10.2024 für abgepackte Butter einen unveränderten Preis von 7,80 bis 8,05 EUR/kg. Für Blockbutter berichten die Marktteilnehmer von einem ruhigen Handel. Bestehende Verträge wurden erfüllt, jedoch gab es selten neue Abschlüsse. Aufgrund hoher Rahmpreise versuchten die Hersteller, höhere Preise durchzusetzen, trafen jedoch auf eine begrenzte Zahlungsbereitschaft. Die Unsicherheit über die Verfügbarkeit von Rohstoffen führte zu Zurückhaltung am Markt und sinkenden Preisen für Blockbutter. An der European Energy Exchange (EEX) in Leipzig stieg das Handelsvolumen für Butter in der 39. Kalenderwoche um 1.255 Tonnen auf 2.690 Tonnen. Der Durchschnittspreis für den Zeitraum von Oktober 2024 bis Juni 2025 fiel um 321 EUR auf 7 329 EUR/t. Auf dem Weltmarkt sank der Blockbutterpreis beim GlobalDairyTrade-Tender in Neuseeland am 01.10.2024 um 1,4 %. Der Durchschnittspreis lag bei 5.779 EUR/t, wodurch heimische Ware im direkten Vergleich nicht wettbewerbsfähig war und nur wenige Exportgeschäfte zustande kamen.
Zu Beginn des Oktobers gestaltete sich der Handel mit Magermilchpulver in Lebensmittelqualität eher verhalten. Angesichts knapper Rohstoffverfügbarkeiten und unsicherer Preisprognosen hielten sich die Käufer zurück. Die Lagerbestände der Hersteller waren gering, und die Produktion erfolgte überwiegend auftragsbezogen. An der European Energy Exchange (EEX) in Leipzig setzte sich der Preisverfall fort; der Durchschnittspreis für den Zeitraum von Oktober 2024 bis Juni 2025 betrug 2.647 EUR pro Tonne, ein Rückgang von 36 EUR im Vergleich zur Vorwoche. In der 39. Kalenderwoche stieg der Handel mit Magermilchpulver-Kontrakten auf 2.950 Tonnen. Beim GlobalDairyTrade-Tender in Neuseeland gingen die Preise am 01.10.24 leicht um 0,6 % zurück, wobei der Durchschnittspreis bei 2.521 EUR pro Tonne lag, was unter dem deutschen Marktpreis lag. Ein ähnliches Bild zeichnete sich auch beim Magermilchpulver in Lebensmittelqualität ab. Wenig Handelsaktivitäten und Zurückhaltung auf Seiten der Einkäufer bestimmten den Markt. Aufgrund ausreichender Angebote konnten keine weiteren Aufschläge erzielt werden.
ZMP Live Expertenmeinung
Auf dem Milchmarkt bleibt unverändert die knappe Rohstoffverfügbarkeit preisbestimmend, wenn auch gleich die Einkäufer oftmals zurückhaltender sind und nur wirklich notwendige Bestellungen tätigen. Die kommende Herbst- und Winterzeit wird vor allem die Nachfrage nach Rahm weiter steigen lassen und mit dem Hintergrund der Blauzungenkrankheit und den niedrigen Anliefermengen dürfte sich zumindest keine erheblichen Abschläge auf dem Markt durchsetzen.