Der europäische Milchmarkt bewegt sich weiterhin in einer Stabilisierungsphase nach der deutlichen Preiskorrektur im zweiten Halbjahr 2025. Während einzelne Teilmärkte leichte Erholung zeigen, bleibt der Gesamtmarkt durch hohe Milchmengen und schwache Fettpreise belastet.
Preisentwicklung der wichtigsten Milchprodukte (EU)
Butter
-
EU‑Durchschnitt: ca. 418 €/100 kg (Februar 2026)
-
Seit Jahresbeginn weitgehend seitwärts mit leichter Erholung.
-
Dennoch weiterhin deutlich unter den Hochständen der Vorjahre.
Magermilchpulver (SMP)
-
EU‑Durchschnitt: ca. 237 €/100 kg
-
Preisentwicklung stabil bis leicht fester.
-
SMP zeigt derzeit mehr Stabilität als das Fettsegment.
Markteinschätzung
-
Fettmarkt bleibt der schwächste Teil des Milchkomplexes.
-
Proteinmarkt wirkt aktuell preisstabilisierend.
Rohstoffwert Milch (Deutschland)
Der Kieler Rohstoffwert (Butter + SMP) liegt aktuell bei etwa:
-
≈ 33,9 ct/kg Milch (4,0 % Fett / 3,4 % Eiweiß)
Damit:
-
leicht oberhalb des Vormonats
-
deutlich unter den Hochphasen 2022/23
-
stabilisiert sich jedoch langsam nach dem starken Rückgang Ende 2025.
Milchanlieferung
Deutschland
-
Milchanlieferung weiterhin deutlich über Vorjahr.
-
Zuwachs zuletzt etwa +6 % gegenüber Vorjahreswoche.
EU
-
Produktionswachstum hält an, auch global.
-
Mehr Rohmilch wird verstärkt in Butter und Milchpulver verarbeitet.
4️⃣ Milcherzeugerpreise (Deutschland)
Die Auszahlungspreise der Molkereien befinden sich weiterhin im Abwärtstrend:
-
Dezember 2025: ≈ 43,45 ct/kg
-
Anfang 2026 weitere Rückgänge gemeldet.
Damit liegt der Auszahlungspreis:
-
deutlich unter dem Niveau von 2024
-
nur knapp über den Produktionskosten vieler Betriebe.
Terminmarkt – EEX
Aktuelle Abrechnungspreise für Februar 2026:
-
Butter Futures: ca. 4.156 €/t
-
SMP Futures: ca. 2.360 €/t
-
Liquid Milk Futures: ca. 43,45 €/100 kg
Markteinschätzung
-
Futures spiegeln eine seitwärtsgerichtete Erwartung wider.
-
Terminmarkt signalisiert keine schnelle Preiserholung, aber auch keinen weiteren starken Preisverfall.
Marktentwicklung – Deutschland im EU‑Vergleich
Deutschland zeigt derzeit eine relativ schwächere Marktstruktur als einige EU‑Regionen:
Faktoren:
-
überdurchschnittliches Mengenwachstum
-
hoher Anteil industrieller Standardprodukte (Butter/SMP)
-
starke Abhängigkeit vom Export.
Dadurch reagiert der deutsche Markt besonders empfindlich auf Preisrückgänge im Fettsegment.
ZMP Live Expertenmeinung
Der Markt befindet sich derzeit in einer Bodenbildungsphase, allerdings ohne klare Impulse für eine nachhaltige Preisrallye. Deutschland zeigt derzeit eine relativ schwächere Marktstruktur als einige EU‑Regionen. Dadurch reagiert der deutsche Markt besonders empfindlich auf Preisrückgänge im Fettsegment. Eine echte Markterholung würde wahrscheinlich erst einsetzen bei sinkenden Milchmengen in Europa, deutlicher Erholung des Buttermarktes und stärkerer Exportnachfrage.