In der vergangenen Woche stieg die Milchproduktion wieder, was saisonbedingt üblich ist und auf eine Beendigung der kurzfristigen Unterbrechung hinweist. In der vierten Kalenderwoche des Jahres wurde 1,0 % mehr Milch geliefert als in der Vorwoche, was den Abstand zum Vorjahreswert auf 1,5 % verringerte. Dies war unter anderem darauf zurückzuführen, dass der Anstieg im gleichen Zeitraum des Vorjahres weniger stark ausfiel. Insgesamt blieb die Milchmenge seit Jahresbeginn jedoch unter dem Niveau des Vorjahres, was dazu führte, dass die Molkereien in den ersten vier Wochen rund 1,8 % weniger Milch verarbeiteten. Auf dem Spotmarkt stiegen die Preise laut dem ife Institut Kiel weiter an und erreichten zuletzt 48,6 Cent pro Kilogramm. In den Niederlanden und Italien mussten die Preise jedoch leicht nachgeben.
Anfang Februar zeigte sich der Markt für Magermilchpulver ruhig. Neue Vertragsabschlüsse kamen kaum zustande. Der Export verlief schleppend, unter anderem aufgrund des chinesischen Neujahrsfests. Während die Lieferungen für das erste Quartal gesichert waren, gab es für das zweite Quartal Unsicherheiten, vor allem aufgrund der Maul- und Klauenseuche (MKS). Insgesamt zeigte sich der Markt trotz der Unsicherheiten stabil. In Bezug auf die Preise gab es keine klare Entwicklung: In Kempten blieben die Notierungen unverändert, während sie an der EEX leicht sanken. Der Handel am Terminmarkt zog jedoch deutlich an. International stiegen die Preise, insbesondere in Neuseeland, sodass europäische Produkte wettbewerbsfähig blieben.
Auf dem Buttermarkt zeigte sich der Teil für Form-Butter Anfang Februar stabil, obwohl die Verkaufszahlen im Lebensmitteleinzelhandel unter dem saisonüblichen Niveau lagen. Besonders bei Aktionsware war die Nachfrage hoch, aber insgesamt erfüllten Verkaufszahlen die Erwartungen der Hersteller nicht. Preislich ist mit 2,39 der Preis für ein 250-Gramm-Päckchen unverändert zur Vorwoche, lag jedoch 0,70 EUR über dem Vorjahreswert. In Werbeaktionen wurden verschiedene Marken zu Preisen zwischen 1,99 und 2,49 EUR angeboten. Die Situation auf dem Markt für Blockbutter war zu Beginn des Monats hingegen uneinheitlich. Einige Anbieter verzeichneten eine hohe Nachfrage, jedoch zeigten sich auch gleichzeitig viele Einkäufer abwartend. Neue Verträge wurden vor allem für Lieferungen im ersten und zweiten Quartal nur begrenzt abgeschlossen. Die Marktteilnehmer agierten vorsichtig, da die sinkenden Preise für Industrierahm, auch bedingt durch günstige Angebote aus Osteuropa, Druck auf die Preise ausübten. Nach einem kurzen Preisanstieg zum Monatsende sanken die Blockbutter-Preise wieder. Die Kemptener Notierung wurde um 15 Cent auf 7,25 bis 7,40 EUR/kg gesenkt, und auch an der EEX in Leipzig gab es rückläufige Preisprognosen. Der Durchschnittspreis für den Zeitraum von Februar bis Oktober 2025 lag mit 7.112 EUR/t um 182 EUR unter dem Wert der Vorwoche. Trotz der sinkenden Preise stieg das Handelsvolumen im Butter-Terminmarkt in der letzten Januarwoche deutlich an.
Anfang Februar blieb die Nachfrage auf dem deutschen Käsemarkt auf einem hohen Niveau, das betraf sowohl den LEH, als auch die Industrie und der GV-Bereich. Das Angebot war jedoch weiterhin knapp, da die Lagerbestände niedrig und die meisten Bestände jung waren. Aufgrund der hohen Absätze vertraglich gebundener Ware konnten kurzfristige Anfragen nicht immer bedient werden. Vor allem die niedrigen Rohstoffangebote machen die Hersteller für die knappen Lagerbestände verantwortlich. Aufgrund des Nachfrageüberhanges waren die Hersteller nicht von einem Verkaufsdruck betroffen und konnten das höhere Preisniveau weiter durchsetzen. Die Preise zeigten zuletzt eine jedoch uneinheitliche Tendenz, und die Unsicherheiten bezüglich der Rohstoffverfügbarkeit erschwerten langfristige Vereinbarungen. Die Exportgeschäfte zeigten sich zuletzt nur noch wenig beeindruckt von dem MKS-Ausbruch und die mit Lieferungen in europäische Länder als auch in Drittstaaten verlief reibungslos. Auch in die USA wurde wieder vermehrt Käse geliefert.
ZMP Live Expertenmeinung
Grundsätzlich ist die Lage auf dem Milchmarkt und den Teilmärkten stabil und von einer soliden Nachfrage geprägt. Wenn auch gleich immer wieder Einkäufer sich abwartend zeigen, haben die Produzenten so gut wie keinen Verkaufsdruck. Günstige Offerten aus dem Osten erreichen zwar auch hierzulande die Märkte, allerdings ist der Preisdruck derzeit noch zu gering als das es den Preisen eine deutlichere südwärts Richtung geben könnte.