Zum Monatswechsel zeigte sich der Milchmarkt erneut leicht rückläufig. Nachdem Mitte Mai noch eine Belebung zu beobachten war, sank die Milchanlieferung in der 21. Kalenderwoche im Vergleich zur Vorwoche um 0,3 %. Damit liegt das Milchaufkommen nun weiterhin um 1,8 % unter dem Vorjahreswert – sowohl in der betrachteten Woche als auch kumuliert seit Jahresbeginn. Das saisonale Maximum scheint somit überschritten, in einigen Regionen sind bereits deutliche Rückgänge zu verzeichnen, während andernorts die Mengen noch stabil blieben. Spotmilch verteuerte sich ebenfalls leicht: In Deutschland lag der Preis im Mittel bei 44,60 Ct/kg, was einem Wochenplus von 1,2 Ct entspricht.
Anfang Juni zeigte sich der Buttermarkt stabil mit leicht festeren Tendenzen. Die Nachfrage nach abgepackter Ware blieb saisonbedingt hoch, getragen durch die Spargelzeit und anstehende Feiertage. Für die Formbutter sah es ähnlich aus, auch wenn sich manche Einkäufer mit Neuabschlüssen im Vergleich zur Vorwoche aufgrund aktueller Preisverhandlungen etwas zurückhaltender zeigten. Formbutter wurde an der Süddeutschen Butter- und Käse-Börse in Kempten weiterhin in einer Spanne von 7,40–7,80 €/kg notiert, Blockbutter lag wie in der Vorwoche bei 7,30–7,60 €/kg. Langfristige Lieferverträge spielten weiterhin eine wichtige Rolle, vor allem mit Blick auf das dritte Quartal. Viele Marktteilnehmer sicherten sich frühzeitig Mengen, da mit weiter sinkendem Rohstoffaufkommen gerechnet wird. Auch die Terminpreise entwickelten sich stabil bis freundlich: An der EEX stieg der Durchschnittspreis für Butter-Futures (Juni 2025 bis Februar 2026) auf 7.369 €/t. Im internationalen Vergleich blieb europäische Ware jedoch preislich wenig wettbewerbsfähig – beim GlobalDairyTrade-Tender lag der Durchschnitt bei umgerechnet 6.840 €/t.
Der Markt für Schnittkäse blieb auch Anfang Juni ausgewogen. Die Nachfrage war stabil und konnte mit dem verfügbaren Angebot gedeckt werden. Die anstehenden Feiertage sowie der anstehende Sommer könnte vor allem in den Gastronomiebetrieben für eine erhöhte Nachfrage sorgen. Die Industrie nahm vereinbarte Mengen planmäßig ab, während der Export auf dem Niveau der Vorwochen verlief. Lagerbestände waren weiterhin niedrig, sodass die Ware größtenteils frisch in den Markt ging.
Am Markt für Magermilchpulver in Lebensmittelqualität setzte sich Anfang Juni eine ruhige Entwicklung fort. Das Neugeschäft beschränkte sich überwiegend auf kurzfristige Liefertermine. Preislich blieb die Lage stabil bis leicht fester: Die Süddeutsche Börse in Kempten notierte 2.400–2.470 €/t, was am unteren Ende einen Anstieg von 30 € bedeutete. Auch die Terminpreise legten leicht zu: Die EEX verzeichnete für Juni 2025 bis Februar 2026 einen Durchschnitt von 2.556 €/t. Damit liegen die Futures für viele Liefermonate über dem aktuellen Kassamarktniveau. Die weltweiten Vergleichspreise gaben hingegen leicht nach. Bei Vollmilchpulver sah es ruhig aus, wobei der internationale Wettbewerb aufgrund sinkender Weltmarktpreise zuletzt schwieriger wurde. Die hiesigen Preise lagen in ihrem Niveau deutlich über den Neuseeländischen, die im Juni bereits um 3,7 % nachgaben. Am Molkenpulvermarkt gab es zuletzt kaum Veränderungen. Aufgrund der intensiven Käseproduktion stand weiterhin reichlich Ware zur Verfügung. Während die Nachfrage nach verarbeiteten Produkten stabil blieb, ließ das Kaufinteresse bei Molkenpulver für Lebensmittelzwecke leicht nach. Die Preisniveaus zeigten sich unverändert.
ZMP Live Expertenmeinung
Der Milchmarkt scheint seinen saisonalen Höhepunkt erreicht zu haben. Die Anlieferungsmengen sinken und das Angebot wird zusehends knapper. Besonders im Buttermarkt zeigen sich durch frühzeitige Kontraktabschlüsse feste Tendenzen. Insgesamt spricht vieles dafür, dass der Milchmarkt sich stabil präsentieren dürfte. Saisonale Impulse und ein knappes Angebot unterstützen diese Tendenz.