1. EU-Markt: Produktpreise und Grundtendenz
Der EU-Milchmarkt bleibt Anfang Mai gespalten. Magermilchpulver und Cheddar zeigen leichte Unterstützung, während Butter und Vollmilchpulver weiter nachgeben. Das aktuelle EU-Milk-Market-Observatory-Dashboard wurde am 06.05.2026 veröffentlicht.
| Produkt | EU-Preis | 4-Wochen-Tendenz |
|---|---|---|
| Butter | 403 €/100 kg | –4,3 % |
| SMP / Magermilchpulver | 267 €/100 kg | +2,5 % |
| WMP / Vollmilchpulver | 334 €/100 kg | –1,2 % |
| Cheddar | 317 €/100 kg | +1,0 % |
Der italienische Spotmilchpreis liegt bei 30,5 ct/kg per 03.05.2026 und hat damit weiter angezogen. Gleichzeitig meldet das EU-Dashboard für die jüngste GDT-Auktion vom 05.05.2026 einen Anstieg des Gesamtindex um +1,5 %, mit SMP +3,0 %, WMP +2,2 %, Butter aber –2,6 %.
Die EU-Verwertung wird derzeit vor allem vom Eiweißsegment gestützt. Der Fettmarkt bleibt dagegen der Schwachpunkt. Das spricht für eine stabilisierte, aber nicht breit bullische Marktlage.
2. EU-Angebot: Milchmenge bleibt überversorgt
Die jüngsten EU-Dashboard-Daten zeigen weiterhin ein hohes Rohstoffangebot. Für Januar bis Februar 2026 lag die EU-Milcherfassung +4,6 % über Vorjahr; die zusätzliche Milch floss stark in industrielle Verwertung, insbesondere Butter und Magermilchpulver.
Das hohe Angebot begrenzt die Preiserholung. Selbst wenn SMP freundlicher tendiert, bleibt der Markt durch reichliche Milchmengen anfällig für Rückschläge, vor allem bei Butter.
3. Deutschland: Milchanlieferung
Die deutsche Milchanlieferung bleibt deutlich über Vorjahr. Die in der 16. Kalenderwoche erfassten die Molkereien zeigen 0,5 % mehr Rohmilch als in der Vorwoche. Gegenüber der Vorjahreswoche lag die Menge noch immer +5,5 % höher.
Damit hat sich der Vorjahresabstand zwar gegenüber den Spitzenwerten aus März verringert, bleibt aber klar marktbelastend. Frühere Werte lagen in KW 11 und KW 12 noch bei rund +7 % gegenüber Vorjahr; der Rückgang auf +5,5 % ist also eine Entspannung, aber noch keine Trendwende.
Deutschland bleibt mengengetrieben. Solange die Anlieferung deutlich über Vorjahr liegt, bleibt der Druck auf Spotmilch, Butter und Auszahlungspreise bestehen.
4. Deutschland: Spotmilch und Erzeugerpreise
Am deutschen Rohmilch-Spotmarkt war Mitte April weiterer Druck sichtbar. In der 16. Kalenderwoche lag der bundesweite Spotmilchpreis bei 17,8 ct/kg, 0,7 ct/kg unter Vorwoche. Norditalien entwickelte sich dagegen fester und überschritt teilweise die Marke von 30 ct/kg.
Bei den Auszahlungspreisen hat sich der Preisrückgang verlangsamt. Nach ersten Schätzungen lag der deutsche Durchschnittspreis für konventionelle Milch im März 2026 bei 37,7 ct/kg ab Hof, bei 4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiß. Gegenüber Februar entspricht das nur noch einem leichten Minus von rund 0,2 ct/kg.
Die Erzeugerpreise nähern sich einer Bodenbildung, aber die schwachen Spotpreise zeigen, dass der physische Markt in Deutschland weiterhin überversorgt ist.
5. Deutschland: Kieler Rohstoffwert
Der Kieler Rohstoffwert Milch lag im April bei 38,0 ct/kg Milch ab Hof bei 4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiß. Gegenüber März war das nur ein Plus von 0,2 ct/kg beziehungsweise +0,5 %. Damit hat sich die Erholung aus Februar und März deutlich verlangsamt.
Die Verwertung war klar zweigeteilt: Magermilchpulver verteuerte sich im Monatsmittel auf 2,67 €/kg, +3,1 % gegenüber März. Blockbutter verlor dagegen knapp 40 ct/kg beziehungsweise rund 8 %. Der ife-Butterwert lag im April bei 4,36 €/kg, –2,9 % gegenüber März.
SMP stabilisiert den Rohstoffwert, Butter begrenzt die Erholung. Der Rohstoffwert bestätigt damit das gleiche Bild wie der EU-Markt: Eiweiß stützt, Fett bremst.
6. EEX-Entwicklung
Die EEX meldete für Liquid Milk April 2026 einen Final Settlement Price von 37,91 €/100 kg. Dieser Wert liegt praktisch auf Höhe des aktuellen deutschen Erzeugerpreis- und Rohstoffwertniveaus und signalisiert eher Stabilisierung als Erholung.
Für die April-2026-Dairy-Futures wurden folgende Final Settlement Prices veröffentlicht: Butter 4.137 €/t, SMP 2.754 €/t und Whey Powder 1.399 €/t.
Die EEX bestätigt das gespaltene Marktbild. SMP bleibt relativ robust, Butter notiert deutlich tiefer und zieht die Gesamtverwertung nach unten.
ZMP Live Expertenmeinung
EU
Der EU-Milchmarkt ist neutral bis leicht freundlich, aber nicht breit bullisch. SMP, Cheddar und der italienische Spotmarkt stützen. Butter, WMP und das hohe Rohstoffangebot begrenzen die Erholung.
Deutschland
Deutschland bleibt neutral bis bärisch. Der Kieler Rohstoffwert Milch lag im April bei 38,0 ct/kg Milch ab Hof bei 4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiß. Gegenüber März war das nur ein Plus von 0,2 ct/kg beziehungsweise +0,5 %. Damit hat sich die Erholung aus Februar und März deutlich verlangsamt.
Die Verwertung war klar zweigeteilt: Magermilchpulver verteuerte sich im Monatsmittel auf 2,67 €/kg, +3,1 % gegenüber März. Blockbutter verlor dagegen knapp 40 ct/kg beziehungsweise rund 8 %. Der ife-Butterwert lag im April bei 4,36 €/kg, –2,9 % gegenüber März.
SMP stabilisiert den Rohstoffwert, Butter begrenzt die Erholung. Der Rohstoffwert bestätigt damit das gleiche Bild wie der EU-Markt: Eiweiß stützt, Fett bremst.
Kurzfazit
Der Markt stabilisiert sich selektiv über Magermilchpulver und Eiweißverwertung. Für eine nachhaltige Trendwende reichen diese Impulse aber noch nicht aus. Entscheidend bleibt, ob die deutsche Milchanlieferung in den kommenden Wochen weiter Richtung Normalniveau zurückgeht. Solange Deutschland deutlich über Vorjahr liegt, bleibt das Aufwärtspotenzial bei Rohmilch und Butter begrenzt.