08.
05.25
Preisdruck bei Butter und Magermilchpulver – Käsemarkt bleibt robust trotz Exporthürden

Milch News, 08.05.2025

Bullish
  • Anziehende Inlandsnachfrage erwartet
  • Stabil bis lebhafte Nachfrage im Einzelhandel
  • Teils niedrige Lagerbestände
Bearish
  • Anziehende Anliefermengen
  • Verhaltenere Exportgeschäfte (Starke Währung)
  • Wetterbedingte Konsumzurückhaltung

Zum Ende des Monats April konnten die Milchanlieferungen nochmals leicht zulegen. Die ZMB verzeichnete ein Plus von 0,4 % im Vergleich zur Vorwoche. Der Rückstand zum Vorjahr verringerte sich dadurch auf 0,6 %, was auch auf die schwächere Entwicklung im Vorjahreszeitraum zurückzuführen ist. Insgesamt lagen die Liefermengen der ersten 17 Wochen 2,0 % unter dem Vorjahreswert. Die Spotmarktpreise für Rohmilch gaben derweil weiter nach. Das ife-Institut bezifferte den bundesweiten Durchschnitt auf 42,70 Ct/kg – ein Rückgang von 1,20 Ct. Auch in den Niederlanden sanken die Preise um etwa 1 Ct, während sie in Norditalien stabil bis leicht schwächer tendierten.

Der Markt für abgepackte Butter zeigte sich in der ersten Maihälfte stabil, allerdings mit leicht nachlassender Dynamik nach den Osterfeiertagen. Die reduzierte Zahl an Arbeitstagen sowie das kühle, unbeständige Wetter bremsten typische Frühjahrsimpulse wie Grill- und Spargelsaison. Mit besserem Wetter rechnen die Hersteller mit einer anziehenden Nachfrage. Die Preise an der Börse in Kempten lagen am 07.05.25 zwischen 7,40 und 7,60 €/kg – 20 Cent weniger am oberen Ende im Vergleich zur Vorwoche. Auch bei Formbutter blieben die Abgabepreise weitgehend konstant. Im Einzelhandel kostet ein 250g-Päckchen Markenbutter weiterhin 1,99 €, 20 Cent mehr als im Vorjahr. Dagegen bleibt Blockbutter kurzfristig stärker gefragt, während bei längeren Laufzeiten Zurückhaltung herrscht – vor allem aufgrund unklarer Preis- und Milchmengenentwicklungen. An der EEX fiel der Durchschnittspreis für Butter-Futures in der vergangenen Kalenderwoche auf 7.201 €/t – ein Minus von 118 €. Das Handelsvolumen nahm spürbar ab. Im Export ist die Nachfrage verhalten. Innerhalb der EU herrscht ein normales Saisonniveau, außerhalb fehlen aufgrund von Preisnachteilen Impulse – unter anderem durch günstigere Konkurrenz aus den USA und Neuseeland.

Anfang Mai zeigte sich der Käsemarkt weiterhin stabil. Die Nachfrage aus dem Lebensmitteleinzelhandel war teils sehr lebhaft, teils jedoch etwas schwächer als erwartet. Insgesamt blieben die Verkaufszahlen hoch. Auch aus dem Großverbraucherbereich kamen Anfragen, obwohl das wechselhafte Wetter die erhofften Impulse bisher ausbremst. Die Industrie nahm die Ware wie vereinbart ab, und der europäische Export blieb konstant. Auch aus Drittländern – insbesondere aus Asien – bestand weiterhin Interesse. Allerdings berichteten Marktteilnehmer, dass sich die Exportgeschäfte noch nicht vollständig von den Auswirkungen der Maul- und Klauenseuche in Deutschland erholt haben. Exporte etwa nach Australien und Mexiko lassen sich weiterhin nicht problemlos abwickeln. Das hohe Milchaufkommen wurde vor allem für die Käseproduktion genutzt. Die Lagerbestände blieben jedoch niedrig, und die Ware wurde zügig weiterverarbeitet. Das Preisniveau blieb stabil. In den Verhandlungen für die kommenden Monate konnten teilweise leichte Preissteigerungen durchgesetzt werden, was sich auch in einzelnen Preiserhöhungen im Lebensmitteleinzelhandel widerspiegelte.

Der Markt für Magermilchpulver zeigte sich Anfang Mai ruhig und ausgeglichen, was auch durch die kurze Feiertagswoche begünstigt wurde. Dennoch kam es immer wieder zu Anfragen, die teils zu Abschlüssen führten. Das Handelsvolumen blieb jedoch insgesamt begrenzt. Einkäufer zeigten Interesse an kurzfristigen ebenso wie an längerfristigen Lieferungen; bei Letzteren scheiterten viele Abschlüsse an unterschiedlichen Preisvorstellungen. Der Handel mit Drittländern litt weiterhin unter dem starken Euro, während US-Produzenten ihre Ware günstiger anbieten konnten. Derzeit liegt der Fokus auf einer Ausschreibung in Nordafrika. In Deutschland machten die gesunkenen Preise für Magermilchkonzentrat den Zukauf für die Trocknung rentabler, was neue Anbieter auf den Markt brachte. Das Preisniveau für Lebensmittelware stabilisierte sich nach den Rückgängen im April. Der Markt für Magermilchpulver in Futtermittelqualität stagnierte zu Monatsbeginn. Zwar wurden Lieferungen für die zweite Jahreshälfte diskutiert, nennenswerte Abschlüsse blieben jedoch aus. An der EEX in Leipzig stiegen die Preise für Magermilchpulver leicht. Der Durchschnittspreis für Liefertermine von Mai 2025 bis Januar 2026 lag bei 2.454 €/t – ein Anstieg von 6 € gegenüber der Vorwoche. Trotz des Feiertags nahmen die Handelsaktivitäten deutlich zu – mit einem Plus von 705 t im Wochenvergleich. Auch international zogen die Preise für Magermilchpulver leicht an. Beim GlobalDairyTrade in Neuseeland legte der Preisindex Anfang Mai um 0,5 % zu. Der Durchschnittspreis über alle gehandelten Lieferzeiträume lag am 06.05.25 bei umgerechnet 2.497 €/t.

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ZMP Live Expertenmeinung

Der Milchmarkt zeigte sich Anfang Mai insgesamt stabil, jedoch mit ersten Anzeichen von saisonalen Schwankungen. Während die Milchanlieferungen leicht stiegen, blieben die Preise für Rohmilch und Butter unter Druck. Käse und Magermilchpulver zeigten stabile bis leicht positive Tendenzen, wobei vor allem Exportmärkte und Wetterbedingungen wichtige Einflussfaktoren waren. Mit zunehmender Saison (Grillzeit, Spargel, wärmeres Wetter) könnte die Nachfrage nach Butter und Käse anziehen, was sich positiv auf die Preisentwicklung auswirken dürfte. Gleichzeitig bleibt der internationale Wettbewerb – vor allem durch günstigere Anbieter aus den USA und Neuseeland – ein Unsicherheitsfaktor, besonders im Exportgeschäft. 

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