10.
10.24
Milchmarkt in stabiler Verfassung - saisonal steigende Nachfrage auf den Teilmärkten

Milch News, 10.10.2024

Bullish
  • Rückläufige Anliefermengen
  • Saisonal anziehende Nachfrage bei Butter (v.a. durch die beginnende Backzeit)
  • Hohe Bedarf an Käse (Junge Bestände)
Bearish
  • Internationaler Preisdruck (wettbewerbsfähigkeit heimischer Ware)
  • Teils Zurückhaltung bei Einkäufern aufgrund der hohen Preise

In der letzten Kalenderwoche gab es einen weiteren Rückgang der Milchanlieferungen um 0,8 %. Im Vergleich zur gleichen Woche im Vorjahr wurden 1,4 % weniger Milch an die Molkereien geliefert. Betrachtet auf den Zeitraum seit Beginn des Jahres bis September 2024 ging die Gesamtmenge der angelieferten Milch im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0,2 % zurück. Trotz einer leichten Verbesserung der Milchqualität blieb die Rohstoffverfügbarkeit gering. Die Spotmarktpreise für Rohmilch blieben weitgehend stabil, mit einem minimalen Rückgang um 0,1 Cent auf einen nationalen Durchschnitt von 60,7 Cent pro Kilogramm in der 40. Kalenderwoche. In den Niederlanden fielen die Preise um 7,4 %, während sie in Italien stabil blieben.

Auch zur Mitte des Oktobers verlief der Handel für Magermilchpulver in Lebensmittelqualität ruhig. Der Fokus lag auf der Erfüllung bestehender Verträge, während kaum neue abgeschlossen wurden. Kurzfristige Bedarfe wurden teilweise gedeckt, doch die meisten Käufer sind für das laufende Jahr versorgt. Neue Abschlüsse für spätere Liefertermine waren rar, da die Preisprognosen für das erste Quartal 2025 und darüber hinaus stark variierten. Trotz ausreichendem Angebot bestand kein Verkaufsdruck. Die Preise entwickelten sich Anfang Oktober schwächer. An der Butter- und Käse-Börse in Kempten lag der Preis für Magermilchpulver in Lebensmittelqualität am 09.10.24 zwischen 2.500 und 2.620 EUR/t, was am oberen Ende einen Rückgang von 50 EUR zur Vorwoche bedeutete. Global gesehen war EU-Ware wegen geringer Nachfrage in Drittländern nur begrenzt wettbewerbsfähig. An der European Energy Exchange (EEX) in Leipzig wurden in der 40. Kalenderwoche 205 t mehr gehandelt als zuvor, was ein Handelsvolumen von 3.155 t ergab. Die Preise für die Laufzeiten von Oktober 2024 bis Juni 2025 sanken, wobei der Durchschnittspreis um 11 EUR auf 2.637 EUR/t fiel. Ein ähnliches Bild zeichnete sich auch beim Magermilchpulver in Futtermittelqualität ab. Vor allem für kurzfristige Lieferungen kamen Abschlüsse zustande, ansonsten zeigten sich die Marktteilnehmer abwartend.

Im Oktober war die Nachfrage nach abgepackter Butter lebhaft, trotz der erhöhten Verbraucherpreise. Der Einzelhandel hob den Preis für 250g Deutsche Markenbutter auf 2,39 EUR, was 94 Ct mehr als im Vorjahr war. Die Süddeutsche Butter- und Käse-Börse in Kempten verzeichnete am 09.10.24 für abgepackte Butter einen Preis von 8,50 bis 8,80 EUR/kg, was eine Steigerung im Vergleich zur Vorwoche darstellt. Der Markt für Blockbutter blieb ruhig, mit wenigen Abschlüssen, hauptsächlich innerhalb Europas. Die Preise lagen unverändert bei 7,95 bis 8,20 EUR/kg. An der European Energy Exchange (EEX) in Leipzig sanken die Butterpreise für Oktober 2024 bis Juni 2025 auf 7.048 EUR/t, mit einem Handelsvolumen von 3.525 t.

Das deutsche Käsemarktgeschehen war in der vergangenen Woche von einem knappen Angebot aufgrund rückläufiger Milchanlieferungen geprägt, was sich vor allem auf die Produkte in auswirkte. Gleichzeitig bestand eine hohe Nachfrage aus dem Einzelhandel, der Industrie und dem Export. Die Bestände in den Reifelagern nahmen ab, und die Ware verließ die Werke jung. Die Preise für Blockware stiegen in der 41. Kalenderwoche an der unteren Grenze um 15 Ct auf 4,40–4,60 EUR/kg und für Brotware um 10–20 Ct auf 4,50–4,80 EUR/kg.

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ZMP Live Expertenmeinung

Der Milchmarkt zeigt sich stabil. Die geringe Rohstoffverfügbarkeit stützt alle Teilmärkte, wenn auch gleich die hohen Preise für Zurückhaltung bei Einkäufern sorgen, so steigt doch jahreszeitbedingt die Nachfrage weiter an. Mit Blick auf den saisonalen Verlauf dürfte sich daran auch nicht allzu viel ändern, sodass die Entwicklung auch für ein stabiles Preisgefüge sorgen könnte. 

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