Per Ende Oktober ist die eingesammelte Milchmenge leicht gestiegen. Damit deuten sich die Anzeichen, dass die Milchmenge ihren saisonalen Tiefpunkt erreicht haben könnte. Der Rückstand zum Vorjahr hat sich mit den letzten vorläufigen Zahlen leicht verringert, aktuell fehlen gegenüber dem Vorjahreszeitraum rund 0,7 Prozent Rohmilch. Auf den Konzentratmärkten stabilisiert sich die Eiweißseite, wenn gleich es beim Magermilchkonzentrat hohe Handelsspannen gibt und aus dem europäischen Umfeld günstigere Offerten bei den Abnehmern eingehen. Rahm wurde zum Ende der letzten Woche wieder etwas umfangreicher nachgefragt, die Preise gaben dennoch nach. Spotmarkmilch zeigt sich wiederholt schwächer und notiert im Bundesmittel bei 55,2 Cent/kg (-0,2 Cent). Auch in den Niederlanden und in Italien ist Spotmarktmilch wieder günstiger geworden.
Wenig Änderungen gibt es bei der Butter. Formbutter zeigt sich weiterhin vom Lebensmitteleinzelhandel rege nachgefragt, die Feiertage der letzten Woche bremsten die Mengen dabei nicht aus. Marktbeobachter rechnen damit, dass die Nachfrage sogar in den kommenden Wochen nochmals anziehen dürfte. Insgesamt aber zeigt sich die Formbutterabrufe etwas unter dem Niveau des Vorjahres. Die Molkereiabgabepreise wurden bei der gestrigen Notierung in Kempten leicht erhöht, wenngleich einige Molkereien über reduzierte Preise in den Verhandlungen berichten. Die LEH-Preise für das 250-Gramm Päckchen Deutsche Markenbutter bewegen sich unverändert bei 2,29 Euro. Ruhig bleibt es am Blockbuttermarkt. Die Händler agieren weiterhin zurückhaltend und tätigen in der Erwartung weiter nachlassender Preise lediglich kurzfristige Abschlüsse. Langfristige Lieferkontrakte werden nur vereinzelt getätigt. Folglich gaben die Blockbutternotierungen auch in dieser Woche nach. Die Handelsspanne wurde auf 6,00 Euro bis 6,25 Euro je Kilogramm festgelegt und damit sowohl am oberen als auch am unteren Ende um 40 Cent gesenkt. Zuletzt besser konnten sich die Preiserwartungen an der EEX zeigen. Bei den getätigten Umsätzen gestern an der EEX zogen die Preise für das erste Halbjahr 2023 an.
Die Notierung für Gouda Blockware in Hannover wurde gestern am unteren Ende um 5 Cent gesenkt. Brotwaren konnten sich hingegen stabil auf dem bisherigen Niveau halten. Die Nachfrage insgesamt wird weiterhin als gut beschrieben. Im Absatzkanal Lebensmitteleinzelhandel sind die Abrufe und die Nachfrage weiterhin auf hohem Niveau und die Warenausgänge durchaus umfangreich. Ein Nachfragerückgang der Verbraucher ist weiter nicht zu erkennen. Die Großverbraucher und Betriebe der Außengastronomie riefen hingegen weniger Waren ab. Die Lebensmittelindustrie zeigt sich zunehmend abwartend in Bezug auf neue Anfragen, rufen bestehende Kontrakte aber im vereinbarten Umfang ab. Die Reifelagerbestände sind saisonüblich, jedoch verhältnismäßig jung.
Deutlich schwächer notierte die Butter- und Käsebörse in Kempten gestern nochmals Magermilchpulver in Lebensmittelqualität. Die Nachfrage ist weiterhin impulslos. Anfragen gehen bei den Werken durchaus ein, Neugeschäfte halten sich aber weiterhin in Grenzen. Auch im Export zeigen sich unterdurchschnittliche Absätze. Hier fehlt es europäischer Ware trotz der zuletzt stark gefallen Preise weiterhin an Attraktivität. Von Seiten der Hersteller kommt derzeit durchaus so etwas wie Abgabedruck auf während sich die Käufer weiterhin zurückhaltend zeigen und vornehmlich ihre kurzfristigen Bedarfe decken. An der EEX zeigten sich im Vergleich zu unserem Bericht von vergangener Woche Donnerstag leicht stabilere Pulverpreise. Futtermittelqualitäten werden weiterhin nur vereinzelt gehandelt, nach den deutlichen Preisrückgängen der letzten Woche haben sich die Notierungen nun wieder stabilisiert. Ruhige Tendenzen bestehen auch weiterhin bei Vollmilchpulver und Molkenpulver. Letzteres wird hier und da gehandelt, notierte zuletzt preislich leicht schwächer, wenngleich die Händler von uneinheitlichen Preistendenzen berichten.
ZMP Live Expertenmeinung
An der Börse zeigen sich Butter und Pulver wieder stabilisiert. Die Indizies für Butter und Magermilpulver gaben aber auch in dieser Woche genauso wie die Kassamarktnotieren nochmals deutlich nach. Ob die Korrektur am Milchmarkt vorbei ist, ist damit noch nicht zu sagen. Die Milchmenge dürfte weiterhin ausschlaggebend für das Preisgefüge bleiben, die Verunsicherung über die Nachfrageentwicklung hemmt den Markt jedoch.