12.
02.26
Milchmarktanalyse & Prognose

Milch News, 12.02.2026

Bullish
  • Kurzfristige Preisrally bei Butter und SMP in Europa.
  • Stärker als erwartete GDT-Ergebnisse verbessern Milchpreis-Prognosen.
  • Erste Hinweise auf vorsichtige Stabilisierung im EU-Milchmarkt.
  • Langfristige EU-Prognosen erwarten tendenziell höhere Milchpreis
Bearish
  • Globaler Milchüberschuss drückt weiterhin Preise
  • Erzeugerpreise seit Monaten rückläufig und deutlich unter Herbstniveau
  • EU-Preisniveau unter Vorjahr bei wichtigen Produkten
  • Branchenkommentare sehen die Talsohle beim Erzeugerpreis noch nicht sicher erreicht

Marktanalyse – Europäischer Milchmarkt

1) Preisniveau & Marktsignale (EU)

  • EU-Durchschnittspreise bleiben insgesamt unter Vorjahr, z. B. Butter rund 419 €/100 kg und SMP etwa 210 €/100 kg laut Milk-Market-Observatory-Daten.

  • Gleichzeitig zeigen aktuelle Wochenberichte eine kurzfristige Erholung: Butter- und SMP-Preise sind in Europa zuletzt um mehrere hundert Euro pro Tonne gestiegen.

  • Insgesamt entsteht ein Bild aus niedrigem strukturellem Niveau bei gleichzeitigem kurzfristigem Preisanstieg.

2) Rohmilchpreise & Erlössituation

  • Die Auszahlungspreise sind seit Herbst 2025 deutlich gefallen und liegen im Februar meist nur noch bei ca. 42 – 45,5 ct/kg.

  • Parallel blieb die EU-Milchanlieferung 2025 über Vorjahr (+1,6 %), was den Preisdruck erklärt.

3) Globaler Kontext & Nachfrage

  • Weltweit besteht zu Beginn 2026 weiterhin ein Milchüberschuss, der Preise für Milch, Butter und Käse belastet.

  • Dennoch zeigen Handel und Auktionen zuletzt gemischte bis positive Signale, etwa steigende GDT-Preise und kurzfristige Markt-Rallys.

  • Insgesamt sendet der globale Markt uneinheitliche Signale zwischen Überangebot und Nachfrageimpulsen.

4) Rohstoffwert Milch (Deutschland)

Der aus Butter- und Magermilchpulverpreisen abgeleitete Rohstoffwert Milch:

  • Januar 2026: etwa 30,3 ct/kg

  • Dezember 2025: rund 30,8 ct/kg nach starkem Preisrückgang 2025

Der Wert liegt auf sehr niedrigem Niveau und signalisiert weiterhin schwache Erlöse aus der Milchverwertung.


5) Milchauszahlungspreise der Molkereien (Deutschland)

Die tatsächlichen Erzeugerpreise zeigen ebenfalls Druck:

  • In Norddeutschland wurden im Dezember 2025 teils nur noch ~35 ct/kg Grundpreis gezahlt.

  • Im Süden lagen die Preise meist über 40 ct/kg, jedoch bei höheren Kosten.

Insgesamt ergibt sich eine deutlich fallende Auszahlungspreis-Tendenz seit Herbst 2025.


4) Biomilchpreise (Deutschland)

Ein anderes Bild zeigt der Bio-Milchmarkt:

  • Dezember 2025: etwa 66,4 ct/kg Auszahlungspreis

  • Damit weiterhin über 23 ct/kg über konventioneller Milch.

Bio bleibt ein preislich klar getrenntes Premiumsegment.

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ZMP Live Expertenmeinung

Der europäische Milchmarkt befindet sich Mitte Februar 2026 in einer Übergangsphase zwischen strukturellem Preisdruck und ersten Stabilisierungstendenzen. Nach den deutlichen Preisrückgängen seit Herbst 2025 zeigen einzelne Marktsegmente – insbesondere Butter und Magermilchpulver – kurzfristige Erholungssignale. Diese sind jedoch bislang nicht stark genug, um von einer nachhaltigen Trendwende zu sprechen.

Kurzfristige Entwicklung (Februar 2026)

Auf Wochenbasis lässt sich eine vorsichtige Marktberuhigung erkennen.
Mehrere Faktoren wirken aktuell stabilisierend:

  • Leichte Preisrally bei Butter und SMP auf europäischer Ebene deutet auf wieder anziehende Nachfrageimpulse hin.

  • Verbesserte Ergebnisse internationaler Auktionen (GDT) stützen die globale Preisstimmung und reduzieren kurzfristig den Abwärtsdruck.

  • Pulvermärkte zeigen relative Robustheit, was für eine weiterhin tragfähige Nachfrage nach Milchproteinen spricht.

Gleichzeitig bleibt das Marktumfeld fragil:

  • Das Preisniveau liegt weiterhin deutlich unter dem Vorjahr, insbesondere im Fettsegment.

  • EU-Erzeugerpreise haben sich seit Herbst 2025 spürbar abgeschwächt und bewegen sich nur noch im Bereich niedriger bis mittlerer 40 ct/kg.

  • Hohe Milchanlieferungen in der EU sorgen weiterhin für Angebotsdruck und begrenzen kurzfristige Preisanstiege.

    Die Erzeugerpreise in Deutschland zeigen ebenfalls Druck:

  • In Norddeutschland wurden im Dezember 2025 teils nur noch ~35 ct/kg Grundpreis gezahlt.

  • Im Süden lagen die Preise meist über 40 ct/kg, jedoch bei höheren Kosten.

  • Insgesamt ergibt sich eine deutlich fallende Auszahlungspreis-Tendenz seit Herbst 2025. Kieler Rohstoffwert Januar 2026 30,3 ct/kg.


  • Biomilchpreise (Deutschland)

  • Ein anderes Bild zeigt der Bio-Milchmarkt:

  • Dezember 2025: etwa 66,4 ct/kg Auszahlungspreis

  • Damit weiterhin über 23 ct/kg über konventioneller Milch.

  • Bio bleibt ein preislich klar getrenntes Premiumsegment.

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