Mit dem Ende des Novembers stieg die angelieferte Rohstoffmenge in den Molkereien um 0,8 % gegenüber der Vorwoche an. Die Marktteilnehmer rechnen damit, dass nun die Talsohle erreicht ist und die Anliefermengen wieder leichtzunehmen werden. Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum stand den Molkereien knapp 0,9 % weniger Rohstoff zu Verfügung. Die kumulierte Menge von Januar bis November lag um 0,4 % niedriger als im Vorjahr. An den Spotmärkten sanken die Preise erneut länderübergreifend. Auf dem Spotmarkt standen die Preise zuletzt leicht unter Druck. Der Durchschnitt hierzulande betrug nach Angaben des ife-Instituts in der KW 49 57,3 Ct/kg. Damit liegt das Ergebnis 90 Cent unter dem der Vorwoche. Auch in den Niederlanden und Italien setzte sich die südwärts Bewegung durch.
Der Käsemarkt blieb in der ersten Dezemberhälfte dynamisch. Vor den Weihnachtsfeiertagen fielen die Verkäufe von Schnittkäse weiterhin stark aus. Vor allem das Vorweihnachtsgeschäft im Lebensmitteleinzelhandel hat dafür gesorgt, dass umfangreich Ware abgerufen wurde. Auch die Industrie rief die vereinbarten Mengen planmäßig ab. Ebenso zeigte sich das Exportgeschäft stabil. Besonders die Nachfrage aus Südeuropa und Drittstaaten hat sich auf einem hohen Niveau fortgesetzt. Derweil fällt das Angebot an Schnittkäse knapp aus, da die hohe Nachfrage der letzten Wochen keine Lageraufstockung zugelassen hat. Aufgrund der geringen Milchanlieferungen konnte die Produktion kaum Schritt halten, und die Produkte wurden in jungem Zustand ausgeliefert. Bis Weihnachten wird entsprechend auch keine Entspannung erwartet. Einkäufer zeigen sich aktuell allerdings abwartend und spekulieren auf niedrigere Preise zu Beginn des neuen Jahres. Bei den Schnittkäsepreisen gab es nur geringe Veränderungen. In Hannover wurden die Notierungen weitestgehend unverändert fortgeschrieben. Bei Blockware lag die Spanne bei 4,65 bis 4,75 EUR/kg und bei Brotware bei 4,90 bis 5,10 EUR/k und damit 5 Cent unter dem Niveau der Vorwoche.
Auf dem Buttermarkt wird, wie auch beim Käse, von einer lebhaften abgepackter Butter Nachfrage berichtet. Gestützt vor allem durch das Weihnachtsgeschäft, das zusätzliche Impulse in den vergangenen Tagen brachte. Die Verkaufszahlen stiegen zuletzt weiter an, und besonders in der letzten Woche vor den Feiertagen wird mit einem weiteren Anstieg bei der Nachfrage gerechnet. Dem entgegen steht ein weiterhin begrenztes Angebot. Durch die knappe Verfügbarkeit von Rohstoff bevorzugten Hersteller, wenn möglich lukrativere Verwendungen als Butter zu produzieren. Die Preise für Formbutter blieben an der Kemptener Butter- und Käse-Börse unverändert zwischen 8,50 und 8,80 EUR/kg. Auch die Verbraucherpreise veränderten sich nicht, lagen jedoch deutlich höher als im Vorjahr. Für das Päckchen Butter müssen die Verbraucher zumeist 2,39 EUR bezahlen. Das sind 80 Cent mehr als im gleichen Zeitraum 2022. Im Bereich der Blockbutter hingegen war der Handel für die Weihnachtsproduktion nahezu abgeschlossen, und der Markt zeigte kaum Bewegung. Verhandlungen für das kommende Jahr laufen bereits, blieben aber aufgrund unterschiedlicher Preisvorstellungen ergebnislos. Zumal auch hier viele Einkäufer auffallende Preise zu Beginn des neuen Jahres hoffen. Das Angebot an Blockbutter blieb knapp, war jedoch ausreichend für die eingeschränkte Nachfrage. An der EEX bewegten sich die Butterpreise für die Liefertermine Dezember 2024 bis August 2025 in der 49. Kalenderwoche Richtung Norden. Der Durchschnittspreis erhöhte sich um 26 EUR auf 6.883 EUR/t, blieb jedoch unter dem aktuellen Kassamarktniveau. Das Handelsvolumen zeigte sich im Vergleich zur Vorwoche rückläufig und sank auf 191 Kontrakte (955 Tonnen).
Der Magermilchpulvermarkt bleibt Mitte Dezember ruhig. Angesichts der bevorstehenden Weihnachtszeit haben die Marktteilnehmer ihre Vorbereitungen abgeschlossen. Die Hersteller konzentrieren sich auf bestehende Verträge und spüren aufgrund der niedrigen Lagerbestände keinen Verkaufsdruck. Einkäufer agieren ebenfalls zurückhaltend und sind bis zum Jahresende gut versorgt, sodass es kaum zu kurzfristigen Lieferungen kam. Für das erste Quartal des neuen Jahres besteht jedoch weiterhin Bedarf, und es wurden neue Geschäfte abgeschlossen, sowohl auf dem Inlandsmarkt als auch international. Trotz der wettbewerbsfähigen europäischen Ware, die durch hohe Weltmarktpreise und einen schwachen Euro begünstigt wird, zeigten sich die Käufer zögerlich, was zu einem leichten Rückgang der Preise führte. Ein ähnliches Bild zeichnete sich auch beim Magermilchpulver in Futtermittelqualität, als auch beim Molke- und Vollmilchpulver ab. Die Preise tendierten leicht schwächer bis stabil. Handelsaktivitäten fanden nur bedingt statt.
ZMP Live Expertenmeinung
Der Milchmarkt mit seinen Teilmärkten befindet sich weiterhin überwiegend in festen Händen. Wenn auch gleich sich die Preise teils etwas schwächer zeigten, bleibt das Niveau hoch. Die Anliefermengen sind leicht gestiegen, mit einer Entspannung bei der Rohstoffverfügbarkeit rechnen die Marktteilnehmer jedoch vorerst nicht. Zwar könnten die Preise aufgrund des Nachfragerückganges nach den Feiertagen leicht nachgeben, jedoch werden vom Markt keine stärkeren Preisrückgänge erwartet.