Die Milchproduktion in Deutschland hat Ende Februar entsprechend der saisonalen Entwicklung wieder zugenommen. Laut Berechnungen der Zentralen Milchmarkt Berichterstattung (ZMB) lag die in der 9. Kalenderwoche gelieferte Milchmenge um 1,0 % über der Vorwoche. Obwohl das Niveau des Vorjahres noch nicht erreicht wurde, verringerte sich der Abstand auf 2,0 %. Ein Grund dafür ist, dass der saisonale Anstieg im Vorjahr zu diesem Zeitpunkt kurzzeitig pausierte. Insgesamt verarbeiteten deutsche Molkereien in den ersten beiden Monaten des Jahres etwa 2,2 % weniger Milch als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Der Markt für Magermilchpulver in Lebensmittelqualität blieb Mitte März stabil, wobei Hersteller vereinzelt Anfragen erhielten, hauptsächlich von europäischen Lebensmittelunternehmen. Der steigende Eurokurs gegenüber dem US-Dollar beeinträchtigte die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Anbieter, während die Preise in den USA fielen. Das Angebot war ausreichend, und durch eine höhere Milchproduktion sowie steigende Nachfrage nach Milchfett fiel mehr Magermilchkonzentrat an, was die Preise kurzzeitig senkte. Die Notierung für Magermilchpulver lag am 12. März 2025 zwischen 2.410 und 2.550 Euro pro Tonne. Der Markt für Magermilchpulver in Futtermittelqualität war ruhig, da die Nachfrage seitens der Industrie gering war.
Der Markt für Schnittkäse blieb Mitte März lebhaft. Hersteller verzeichneten eine starke Nachfrage aus dem Handel, der Gastronomie und der Lebensmittelindustrie. In den kommenden Wochen dürfte das Ostergeschäft den Absatz innerhalb Europas zusätzlich ankurbeln. Auch das Exportgeschäft entwickelte sich positiv: Die Liefermengen innerhalb der EU entsprachen dem saisonalen Durchschnitt, und aus südeuropäischen Ferienregionen kamen weitere Bestellungen. Die Nachfrage aus Nicht-EU-Staaten blieb stabil, jedoch sorgte der Ausbruch der Maul- und Klauenseuche in Ungarn vereinzelt für Unsicherheiten. Aufgrund der hohen Verkaufszahlen waren die Lagerbestände weiterhin niedrig, und der Käse wurde noch in jungen Reifestadien ausgeliefert. Viele Produzenten hatten ihre Kapazitäten bereits ausgeschöpft, sodass kurzfristige Anfragen kaum bedient werden konnten.
Mitte März war der Absatz von Formbutter weiterhin hoch, begünstigt durch saisonale Bestellungen im Lebensmitteleinzelhandel und gesunkene Verbraucherpreise. Die Preise für Formbutter wurden jedoch gesenkt, auf 7,40 bis 7,80 Euro pro Kilogramm. Gleichzeitig stieg das Milchaufkommen nur langsam, und die Abgabepreise der Molkereien blieben stabil. Der Blockbuttermarkt zeigte ebenso eine stabile Entwicklung, unterstützt von hoher Nachfrage und geringem Milchaufkommen. Die Preise stiegen aufgrund der Nachfrage, insbesondere für Sahne, und wurden am 12. März mit 7,35 bis 7,55 Euro pro Kilogramm an der Börse in Kempten notiert. Unsicherheiten bezüglich der Milchproduktion in der EU, bedingt durch Krankheiten, könnten die Preisentwicklung beeinflussen. An der European Energy Exchange stiegen die Preise weiter, aber das Handelsvolumen war leicht rückläufig.
ZMP Live Expertenmeinung
Die Milchproduktion hat sich saisonal wieder leicht erhöht, bleibt jedoch hinter den Vorjahreswerten zurück und hält damit die knappen Lagerbestände bei den Herstellern konstant. Der Markt für Magermilchpulver und Formbutter erlebte eine stabile oder leicht sinkende Preistrend, während der Schnittkäsemarkt von einer starken Nachfrage aus der Gastronomie und dem Handel profitierte. Der Blockbuttermarkt blieb stabil, unterstützt von hoher Nachfrage und dem nach wie vor begrenztem Milchaufkommen. Insgesamt sind die Teilmärkte zwar unverändert durch saisonale Schwankungen geprägt, jedoch profitieren sie weiterhin von einem stabilen und in Teilen positiven Trend.