Mit dem Start in den Mai hat sich die Milchmenge in Deutschland weiter erhöht – wie üblich zur jahreszeitlich bedingten Frühjahrs-Hochphase. In Kalenderwoche 18 wurden laut ZMB 0,4 % mehr Milch an die Molkereien geliefert als in der Vorwoche. Damit nähert sich das Aufkommen dem Vorjahreswert weiter an – das Minus schrumpfte auf 0,2 %. Insgesamt bleibt das Jahresergebnis bisher jedoch 1,9 % hinter dem Vorjahr zurück. Auf den Spotmärkten zeigten sich Anfang Mai gemischte Entwicklungen. In Deutschland fiel der kurzfristige Milchpreis laut ife Kiel in Woche 19 auf 40,9 ct/kg – ein Rückgang von 1,8 ct. Während sich die Preise in den Niederlanden stabilisierten, legten sie in Norditalien leicht zu.
Die Nachfrage nach abgepackter Butter nahm Anfang Mai spürbar zu und erreichte ein saisontypisches Niveau – nicht zuletzt aufgrund der Spargelsaison. Die Preise blieben stabil: Formbutter notierte in Kempten am 14. Mai zwischen 7,40 und 7,60 €/kg. Im Einzelhandel kostete Markenbutter (250g) 1,99 €, 20 ct mehr als im Vorjahr. Der Markt für Blockbutter blieb hingegen verhalten – vor allem bei langfristigen Kontrakten. Die Börse in Kempten verzeichnete leicht gesenkte Preise zwischen 7,00 und 7,20 €/kg. Auch an der EEX in Leipzig setzte sich die schwächere Tendenz fort, mit einem durchschnittlichen Terminpreis von 7.178 €/t – 23 € weniger als eine Woche zuvor. Gleichzeitig zog die Handelsaktivität an: In Woche 19 wurden rund 3.450 t Butter gehandelt – fast viermal so viel wie in der Vorwoche.
Mitte Mai war der Markt für Schnittkäse gut ausbalanciert. Die Nachfrage seitens Industrie, Großverbrauchern und Handel blieb stabil, auch nach kurzen Feiertagsunterbrechungen. Mit höheren Temperaturen wird mit einer weiteren Belebung gerechnet. Besonders südeuropäische Märkte und Drittländer trugen zum Export bei. Trotz hoher Milchanlieferungen war das Käseangebot begrenzt, Lageraufbau kaum möglich – ausgelieferte Ware war oft noch jung. Die Preise blieben stabil: In Hannover wurde Blockware mit 4,50–4,70 €/kg und Brotware mit 4,80–5,00 €/kg notiert.
Der Markt für Magermilchpulver in Lebensmittelqualität zeigte im Mai leichte Dynamik. Vor allem kurzfristige Anfragen – meist für Lieferungen innerhalb von drei Monaten – sorgten für Bewegung. Für längere Laufzeiten blieben Abschlüsse selten. Hoffnung auf neue Impulse kam durch eine vorläufige Entspannung im Zollstreit zwischen den USA und China auf. Der leichte Anstieg des US-Dollars verbesserte die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Anbieter etwas. Innerhalb Europas blieb die Preisentwicklung uneinheitlich. In Kempten wurden am 14. Mai Preise zwischen 2.350 und 2.450 €/t genannt – im Schnitt 10 € mehr als Anfang Mai. An der EEX stiegen die Erwartungen deutlich: Für Mai 2025 bis Januar 2026 lag der Durchschnitt bei 2.548 €/t – ein Plus von 93 €. Auch das Handelsvolumen zog an: In Woche 19 wurden rund 2.970 t umgesetzt, etwa 800 t mehr als zuvor.
ZMP Live Expertenmeinung
Während die Milchanlieferung zur Frühjahrsspitze weiter anzieht, bleibt die Nachfrage insgesamt stabil. Auffällig ist die Zurückhaltung bei längerfristigen Abschlüssen, was auf eine gewisse Unsicherheit im Marktumfeld hindeutet. Impulse aus dem Export – etwa durch politische Entspannung im internationalen Handel – könnten in den kommenden Wochen für neue Dynamik sorgen. Eine grundlegende Trendwende bei den Preisen ist kurzfristig nicht zu erwarten, zumal Angebot und Nachfrage derzeit weitgehend im Gleichgewicht stehen.