Seit Mitte November haben sich die Milchanlieferung in Deutschland auf niedrigem Niveau wieder etwas stabilisiert. Während in Süddeutschland stabilere Fettwerte beobachtet wurden, führte die insgesamt geringe Anlieferung zusammen mit einer hohen Nachfrage dazu, dass Produzenten kaum auf Lagerbestände zurückgreifen konnten. Rahm wurde als äußerst knapp eingestuft, da die Nachfrage im Inland sowie in Osteuropa deutlich spürbar anstieg. Die Preise für Spotmilch zeigten sich uneinheitlich; das Bundesmittel sank laut ife Institut in der 45. Kalenderwoche um 0,7 Cent auf 60,1 Cent/kg. Die Nachfrage nach Butter blieb im November auf einem hohen Niveau, was vor allem an der bevorstehenden Weihnachtszeit liegt, die den Handel zu frühzeitigen Vorratskäufen anregte. Abgepackte Butter verzeichnete einen hohen Absatz, obwohl die aktuellen Preise deutlich über dem Niveau des Vorjahres liegen. Molkereien berichteten von Herausforderungen in der Logistik, da das knappe Angebot nicht immer alle Bestellungen bedienen konnte. Die Preise für Formbutter blieben an der Süddeutschen Butter- und Käse-Börse in Kempten stabil bei 8,50 bis 8,80 EUR/kg, während konventionelle Deutsche Markenbutter im Einzelhandel weiterhin 2,39 EUR pro 250-Gramm-Päckchen kostete. Am Blockbuttermarkt herrschte weiterhin Zurückhaltung: Die Käufer waren angesichts der unklaren Preisentwicklung zögerlich, weshalb die Abschlüsse meist auf kurzfristige Lieferungen beschränkt blieben. Da die hohen Preise für Industrierahm die Herstellung von Blockware verteuerten, blieben Bestände in den Lagern knapp. An der European Energy Exchange (EEX) in Leipzig legte der Terminmarkt für Butterpreise zu, und der Durchschnittspreis für November bis Juli 2025 erreichte rund 7.389 EUR/t. Die Nachfrage am Käsemarkt war ebenfalls stark, besonders durch die Lebensmittelindustrie und den Großverbrauchersektor. Die Bestände in den Reifelagern blieben niedrig, was vor allem auf die begrenzte Verfügbarkeit von Rohmilch zurückzuführen ist. Diese Knappheit führte dazu, dass viele Sorten mit einer jüngeren Altersstruktur in den Verkauf kamen. Auch der Export, insbesondere nach Südeuropa, zeigte sich aufnahmefähig, während die Konkurrenz durch günstigere Partien aus Osteuropa die Wettbewerbsfähigkeit heimischer Ware beeinträchtigte. Die Preise für Blockware blieben stabil bei 4,60 bis 4,75 EUR/kg, und Brotware wurde mit 4,80 bis 5,05 EUR/kg bewertet. Bis Jahresende wird erwartet, dass die stabile bis feste Preissituation bestehen bleibt, bevor die Nachfrage saisonal bedingt über den Jahreswechsel wieder nachlässt. Der Markt für Magermilchpulver in Lebensmittelqualität zeigte sich Mitte November ebenfalls lebhafter, unterstützt durch höhere Nachfrage im In- und Ausland. Die steigenden Preise erreichten an der Kemptener Börse eine Spanne von 2.530 bis 2.630 EUR/t, was die anhaltende Nachfrage und den Nachfrageschub durch die Abwertung des Euro unterstreicht, da europäische Exporte auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähiger wurden. Auch das Interesse an späteren Lieferterminen stieg; an der EEX in Leipzig stieg der Durchschnittspreis für die Termine von November bis Juli 2025 auf 2.724 EUR/t. Die Nachfrage nach Magermilchpulver in Futtermittelqualität blieb eher ruhig, jedoch stiegen die Preise leicht auf 2.370 bis 2.410 EUR/t. Der Vollmilchpulvermarkt blieb weitgehend stabil, aber es wurden sporadisch Abschlüsse getätigt, vor allem auf dem europäischen Binnenmarkt. An der Kemptener Börse notierte Vollmilchpulver leicht höher in der Spanne von 4.330 bis 4.420 EUR/t.
ZMP Live Expertenmeinung
Der Markt für Butter, Käse und Magermilchpulver könnte aufgrund der hohen Nachfrage und begrenzter Rohstoffverfügbarkeit stabil bis leicht festbleiben. Eine saisonale Abschwächung nach den Feiertagen könnte die Preise im Januar 2025 wieder etwas abflachen.