Mit Beginn des neuen Jahres nahm die Milchanlieferung in Deutschland zu, blieb jedoch in der ersten Januarwoche 2025 deutlich hinter dem Vorjahreswert zurück. Nach Angaben der Zentralen Milchmarkt Berichterstattung (ZMB) lag das Liefervolumen in der ersten Kalenderwoche um 0,9 % über dem der letzten Woche 2024, jedoch 2,7 % unter dem gleichen Zeitraum des Vorjahres. Der durchschnittliche Spotmilchpreis in Deutschland stieg laut dem ife Institut in der zweiten Kalenderwoche auf 49,4 Cent pro Kilogramm, was einen Zuwachs von 7,4 Cent im Vergleich zur Vorwoche darstellt.
Mitte Januar äußerten sich die Käsehersteller zufrieden über die Absatzsituation. Sowohl der Lebensmitteleinzelhandel als auch die Industrie bestellten weiterhin große Mengen, während die Nachfrage aus der Großverbraucherbranche saisonal bedingt wieder ruhiger war. Der Export innerhalb Europas war unterschiedlich, mit typischen saisonalen Mengen nach Südeuropa. Der Handel mit Ländern außerhalb Europas wurde jedoch stark durch die Maul- und Klauenseuche (MKS) beeinträchtigt und sorgt für Unsicherheit bei vielen Marktteilnehmern. Seit dem ersten MKS-Fall in Deutschland seit 1988 in Brandenburg agierten Milchproduzenten und Hersteller vorsichtig. Aufgrund des Verlusts des MKS-freien Status fehlen einigen Molkereien die notwendigen Dokumente für den Export. Einige Drittländer verhängten bereits Importverbote für deutsche Tierprodukte. Über die Feiertage konnten sich die Lagerbestände in den Reifekellern etwas erholen, blieben jedoch aufgrund der hohen Nachfrage weiterhin niedrig. Daher wurde hauptsächlich junge Ware ausgeliefert. Preislich war der Markt uneinheitlich, auch wegen der Unsicherheiten rund um die MKS-Situation.
Mit Beginn des neuen Jahres zeigte sich der Markt für verpackte Butter stabil. Nach einem leichten Rückgang der Nachfrage nach den Feiertagen normalisierte sich das Interesse und erreichte wieder das übliche Niveau. Die Preise blieben sowohl für Verbraucher als auch für Molkereien konstant. Seit Oktober 2024 kostet eine 250-Gramm-Packung deutsche Markenbutter im Einzelhandel unverändert 2,39 EUR. An der Butter- und Käsebörse in Kempten wurden die Preise zwischen 8,50 und 8,80 EUR/kg notiert. Die Preise für Blockbutter waren zunächst uneinheitlich, erholten sich jedoch nach einem Rückgang zum Jahreswechsel wieder. Während die inländische Nachfrage stieg, wurde der Export durch Importverbote aufgrund der Maul- und Klauenseuche (MKS) in Brandenburg beeinträchtigt.
Auf den Pulvermärkten stand auch vor allem der MKS-Ausbruch in den vergangenen Tagen im Fokus. Der MKS-Fall hatte Auswirkungen auf alle Pulverprodukte. Die Hersteller konzentrierten sich auf die Überprüfung der Exportzertifikate, um festzustellen, welche Produkte noch in andere Länder geliefert werden dürfen und welche nicht. Dies führte zu einer vorsichtigen Handelspolitik, insbesondere bei Magermilchpulver in Lebensmittelqualität. Exporte in Drittländer wurden gestoppt, wodurch sich der Handel verlangsamte und weniger Ware verschifft wurde. Auch innerhalb der EU war die Nachfrage zurückhaltend. Die Preise blieben überwiegend stabil, mit leichten Schwankungen nach unten. In Kempten blieb der Preis für Magermilchpulver in Lebensmittelqualität am 15. Januar 2025 unverändert bei 2.450 bis 2.600 EUR/t. An der European Energy Exchange (EEX) in Leipzig fielen die Preise in der zweiten Januarwoche leicht auf einen Durchschnitt von 2.673 EUR/t für die Lieferzeiträume bis September 2025, was einen Rückgang von 10 EUR im Vergleich zur Vorwoche darstellt. Im vergangenen Jahr sind rund 67 % der deutschen Magermilchpulverexporte innerhalb der EU geblieben, Hauptabnehmer waren die Niederlande, Polen, Belgien und Italien. Knapp ein Drittel wurden in Drittländer exportiert.
ZMP Live Expertenmeinung
Die Maul- und Klauenseuche (MKS) in Brandenburg beeinträchtigt den Export von Milchprodukten und führt zu Unsicherheiten im Markt. Insbesondere die Pulvermärkte waren von der MKS-Situation betroffen, sodass Marktteilnehmer mit Preisdruck in den kommenden Wochen rechnen. Wie schnell Deutschland wieder vollumfänglich exportieren kann, bleibt abzuwarten und lässt viele Einkäufer und Produzenten vorsichtig agieren.