16.
01.26
Marktentwicklung Milchmarkt KW3 2026

Milch News, 16.01.2026

Bullish
  • Erster GDT‑Tender 2026 zeigte eine Preissteigerung von ~6,3 % gegenüber Dezember 2025.
  • In einigen Segmenten (z. B. SMP) gibt es Nachfrageimpulse, die Preise entgegen dem Trend leicht stützen.
  • Irische Molkereiexporte stiegen 2025 stark (+14 %) – ein positives Signal für EU‑Exportwege.
  • Länderübergreifende Trendanalysen weisen auf wachsende Nachfrage nach funktionellen und hochwertigen Milchprodukten.
Bearish
  • Niedrige Spotpreise bei Butter und Cheddar – und Abwärtsdruck bei SMP/WMP‑Quoten.
  • Bauern protestieren wegen drastisch fallender Milchpreise (~34 ct/L), deutlich unter den Produktionskosten.
  • Überdurchschnittliches Angebot hält den Preisdruck hoch.
  • EU‑Hofpreis im November/Dezember unter Vorjahr und Tendenz weiter fallend.
  • Niedrige Butterpreise global, starke Produktion und hohe Lagerbestände drücken regional.
  • Milcherzeugungskosten liegen über Auszahlungspreisen, was strukturelle Belastungen schafft.
  • Weltweit hohe Milchproduktion trifft auf schwache Nachfrage, Preisdruck hält an.

Marktnachrichten – KW 3/2026 (Stand ca. 13. Januar 2026)

EU-Aktuelle Preise & Tendenzen

Aktuelle EU‑Durchschnittspreise (bis Wochende 11.01.2026) zeigen:

  • Butter: ca. 427 €/100 kg (Minus gegenüber Vorwoche)

  • SMP: ca. 206 €/100 kg (leicht rückläufig)

  • WMP: ca. 304 €/100 kg (leicht rückläufig)

  • Cheddar: ca. 376 €/100 kg (Minus gegenüber Vorwoche)

  • EU‑Hofpreis: ca. 50,3 ct/kg (November 2025), geschätzt 49,4 ct/kg für Dezember 2025.

Diese Daten zeigen fortgesetzte Abwärtsbewegungen bei den meisten wichtigen Segmenten, mit relativ stabiler, aber rückläufiger Rohmilchpreis‑Tendenz.


Proteste & Produktionsdruck

In Deutschland demonstrierten Mitte Januar 2026 zahlreiche Milchbauern mit Traktoren vor dem Landwirtschaftsministerium, um gegen den drastischen Preisverfall bei Milch zu protestieren. Laut Berichten erhalten Erzeuger aktuell nur etwa 34 ct/L, deutlich unter den Produktionskosten.


Rohmilchmarkt – Angebotsdynamik

Marktkommentare zeigen, dass die Milchanlieferung in der EU über dem Niveau der Vorjahre liegt, was den Angebotsdruck verstärkt. Dezember‑Daten deuten darauf hin, dass das Milchaufkommen weiterhin hoch ist, was die Spotpreise und Auszahlungspreise drückt.


Preisbewegungen bei Milchprodukten – GDT

Laut Marktentwicklung hat sich bei den ersten Global Dairy Trade (GDT) Auktionen Anfang Januar 2026 der Preisindex wieder etwas erholt, nachdem er in 2025 gefallen war – der Index stieg um ca. 6,3 % gegenüber dem Dezember‑Tender, mit Preisanstiegen bei mehreren Produktgruppen.


Marktstimmung & Analysen

  • Foodcom / Global Report: Der globale Markt startete 2026 mit einem Überangebot und niedrigen Preisen, und 2026 wird als Jahr der Markt‑Stabilisierung und Umstrukturierung beschrieben.

  • Milk Marker Index (MMI): Eine aktuelle Publikation meldet, dass Milcherzeugungskosten gestiegen sind, während Auszahlungspreise gefallen sind → die Wirtschaftlichkeit vieler Betriebe ist in der Unterdeckung.

  • Spotmarkt‑Preise: In Nord‑ und Westeuropa liegen Spot‑Milchpreise häufig unter 0,40 €/kg (z. B. Kiel‑Rohmilchwert ca. 0,305 €/kg), was auf strukturelle Angebotsüberhänge hinweist.

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ZMP Live Expertenmeinung

Die langfristigen Abwärtsrisiken dominieren weiterhin den Milchmarkt, getragen durch Überproduktion, sinkende Spot‑ und Auszahlungspreise und Kosten, die vielerorts die Erlöse übersteigen. Gleichzeitig gibt es erste leichte bullische Signale (z. B. GDT‑Erholung, Teilsegment‑Nachfrage, Exportstabilität), die mittelfristig stabilisierend wirken können, wenn sie anhalten.

  • Kurzfristig: Fortgesetzter Preisdruck – besonders bei Fett‑ und Pulverprodukten.

  • Mittelfristig: Chancen auf Stabilisierung, wenn Nachfrageimpulse aus Exportsegmenten und funktionellen Produkten kommen.

  • Erzeugerperspektive: Unterdeckung vieler Betriebe deutet auf strukturelle Belastungen hin – ggf. Anpassungsprozesse oder politische Interventionen notwendig.

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