Der europäische Milchmarkt zeigt sich Mitte April 2026 weiterhin in einer Phase der vorsichtigen Stabilisierung. Nach den deutlichen Preisrückgängen im Jahr 2025 haben sich insbesondere die Verwertungsmärkte zuletzt gefestigt: Magermilchpulver zieht an, Butter stabilisiert sich, und der Kieler Rohstoffwert steigt auf 33,9 ct/kg – ein erstes Signal für eine Bodenbildung.
Gleichzeitig bleibt der Markt strukturell belastet. Die Milchanlieferung liegt sowohl in der EU als auch in Deutschland deutlich über Vorjahr, was den Angebotsdruck hoch hält. Besonders sichtbar wird dies im Spotmarkt, wo Rohmilch mit 14 bis 15 ct/kg weiterhin auf sehr niedrigem Niveau gehandelt wird. Auch die Erzeugerpreise geben weiter nach und reagieren verzögert auf die vorangegangene Marktschwäche.
Der Terminmarkt an der European Energy Exchange zeigt sich dagegen robuster und signalisiert eine allmähliche Marktberuhigung. Insgesamt ergibt sich ein zweigeteiltes Bild: Die industrielle Verwertung erholt sich, während der Rohstoffmarkt noch klar unter Druck steht.
EU-Preise & Produktmärkte
- Butter: ~3.800–4.100 €/t (nach starkem Rückgang stabilisiert)
- SMP: ~2.300–2.600 €/t (leichte Erholung)
- WMP: ~3.000 €/t (weiter schwach)
- Käse: weitgehend stabil
Die Verwertungsmärkte zeigen eine Bodenbildung, vor allem bei Pulver.
Rohmilchpreise (EU)
- Januar 2026: ~45,1 ct/kg
- Februar 2026: ~41,5 ct/kg (Durchschnitt international)
- Deutlich unter Vorjahr (-15 bis -20 %)
- Weiterhin fallend bzw. verzögert reagierend
Milchanlieferung
EU
- Weiterhin deutlich wachsend (~+4–5 %)
- Getrieben durch hohe Produktion in Westeuropa
Deutschland
- Januar: +5 %
- Saisonaler Anstieg verstärkt Überangebot
Der Markt bleibt klar mengengetrieben (bearish).
Deutschland – Erzeugerpreise
- Januar 2026: 39,4 ct/kg
- Februar 2026: ~37,9 ct/kg
Trend:
- Starker Rückgang gegenüber 2025 (~-25 %)
- Preise reagieren weiterhin verzögert
Deutschland – Rohstoffwert (Kiel)
- Februar 2026: 33,9 ct/kg
- Januar: 30,3 ct/kg
+12 % m/m → klare Stabilisierungstendenz
Spotmilchmarkt
- Deutschland: ~14–15 ct/kg
- Extrem schwach
- Kurzfristig deutlicher Rohstoffüberschuss
Terminmarkt (EEX)
- Butter Futures (Feb 2026): 4.156 €/t
- SMP Futures (Feb 2026): ~2.360 €/t
- Liquid Milk Futures (Feb 2026): 43,45 ct/kg
- Terminmarkt deutlich über Spotniveau
- Signalisiert Erwartung einer Marktstabilisierung
ZMP Live Expertenmeinung
Der europäische Milchmarkt zeigt sich Mitte April 2026 weiterhin in einer Phase der vorsichtigen Stabilisierung. Nach den deutlichen Preisrückgängen im Jahr 2025 haben sich insbesondere die Verwertungsmärkte zuletzt gefestigt: Magermilchpulver zieht an, Butter stabilisiert sich, und der Kieler Rohstoffwert steigt auf 33,9 ct/kg – ein erstes Signal für eine Bodenbildung.
Gleichzeitig bleibt der Markt strukturell belastet. Die Milchanlieferung liegt sowohl in der EU als auch in Deutschland deutlich über Vorjahr, was den Angebotsdruck hoch hält. Besonders sichtbar wird dies im Spotmarkt, wo Rohmilch mit 14 bis 15 ct/kg weiterhin auf sehr niedrigem Niveau gehandelt wird. Auch die Erzeugerpreise geben weiter nach und reagieren verzögert auf die vorangegangene Marktschwäche.
Zusammenfassung: Der europäische Milchmarkt zeigt erste klare Signale einer Bodenbildung, getragen von stabileren Produktmärkten und steigenden Verwertungsindikatoren. Gleichzeitig verhindert die anhaltend hohe Milchproduktion eine schnelle Preiserholung.
Ein Rückgang der Milchanlieferung – insbesondere in Deutschland – bleibt die zentrale Voraussetzung für nachhaltig steigende Milchpreise.