Milchmenge nimmt zu – Spotmilchpreise unter Druck
Anfang April 2025 verzeichnete die bundesweite Milchanlieferung weiterhin einen saisonbedingt bedingten Anstieg. Dies führte zu einem ausreichenden Rohstoffaufkommen, das jedoch im Vergleich zum Vorjahr nach wie vor unter dem Vorjahresniveau lag. In der 14. Kalenderwoche wurde ein Anstieg der angelieferten Milch um 0,5 % im Vergleich zur Vorwoche verzeichnet. Dennoch blieb die Anlieferung mit einem Rückstand von 2,1 % hinter dem Vorjahreszeitraum zurück. Dies zeigt, dass trotz der saisonalen Zunahme die Milchproduktion in Deutschland immer noch hinter den Werten des Vorjahres zurückbleibt.
Rohstoffpreise unter Druck
Die Rohstoffpreise tendierten in der Mitte des Monats April überwiegend schwächer. Besonders auffällig war der Markt für Rahm, der auf dem hohen Preisniveau zuletzt deutliche Rückgänge erlebte. In der ersten Hälfte der Berichtswoche gab es noch eine gewisse Stabilität, doch zum Ende der Woche, bedingt durch die bevorstehenden Osterfeiertage, sanken die Preise für Rahm deutlich. Die Nachfrage war in den Tagen vor den Feiertagen lebhafter, da viele Molkereien mit einer erhöhten Produktion rechneten, jedoch nicht alle diese Produktionskapazitäten vollständig auslasten konnten. Konventioneller Rahm wurde in der 16. Kalenderwoche im Schnitt bei 8,3 EUR/kg Fett gehandelt, was einen Rückgang von etwa 0,3 EUR gegenüber der Vorwoche darstellt. VLOG-Ware verzeichnete einen ähnlichen Preisrückgang und wurde ebenfalls schwächer gehandelt.
Der Markt für Rohmilch am Spotmarkt zeigte ebenfalls eine schwächere Preisentwicklung. In der 15. Kalenderwoche lag der Durchschnittspreis für Rohmilch bei 44,1 Ct/kg, was einem Rückgang von 3,5 % gegenüber der Vorwoche entspricht. Auch in den Niederlanden sanken die Spotmilchpreise um 2,0 Ct, und in Norditalien zeigten sich die Rohmilchpreise stabil bis leicht schwächer. An den internationalen Märkten, insbesondere in den USA, standen die Marktteilnehmer aufgrund der unsicheren Entwicklungen in der Handelspolitik der US-Regierung und der Zollerhöhungen vor Herausforderungen.
Butterpreis stabil
Im Bereich der abgepackten Butter zeigte sich im Vorostergeschäft eine rege Nachfrage. Die Preise blieben dabei stabil, und die Hersteller berichteten von einem spürbaren Anstieg der Bestellungen, insbesondere aufgrund der bevorstehenden Feiertage. Die Molkereiabgabepreise für abgepackte Butter blieben in der Berichtswoche unverändert auf dem Niveau des Monatsanfangs, und die Notierungen an der Butter- und Käse-Börse in Kempten blieben mit einer Spanne von 7,40 bis 7,80 EUR/kg stabil. In den Supermärkten war die Preisentwicklung ebenfalls relativ stabil. Das 250-Gramm-Päckchen Deutsche Markenbutter wurde weiterhin zu 1,99 EUR verkauft, was einen Anstieg von 24 Ct im Vergleich zum Vorjahreszeitraum darstellt. Bio-Butter hielt sich im Handel auf einem Niveau von 3,49 EUR für das 250-Gramm-Päckchen.
Der Markt für Blockbutter war während der Osterwoche von einer eher ruhigen Geschäftslage geprägt. Die Käufer zeigten sich abwartend und zögerten, neue Abschlüsse zu tätigen, da Unsicherheiten über die zukünftige Preisentwicklung bestanden. Die Preise für Blockbutter tendierten im Inland stabil bis leicht schwächer. An der Börse in Kempten lag die Spanne für Blockware bei 7,25 bis 7,48 EUR/kg, was einen leichten Rückgang von 7 Ct bis 10 Ct im Vergleich zur Vorwoche darstellt.
Die globalen Butterpreise, insbesondere auf dem Weltmarkt, stiegen jedoch im April wieder an. Beim GlobalDairyTrade-Tender in Neuseeland stieg der Durchschnittspreis für Butter auf umgerechnet 6.750 EUR/t, was einem Anstieg von 1,5 % im Vergleich zur vorangegangenen Auktion entspricht. Trotz des Anstiegs waren die internationalen Preise jedoch nach wie vor deutlich unter den deutschen Preisniveaus, wodurch heimische Butter auf den globalen Märkten weniger wettbewerbsfähig war.
Käsemarkt ohne gravierende Veränderungen
Der Käsemarkt zeigte sich Mitte April weiterhin stabil. Die Nachfrage blieb hoch, insbesondere im Lebensmitteleinzelhandel (LEH) und im Gastronomiebereich. Auch das Exportgeschäft verzeichnete stabile Absätze, insbesondere innerhalb der EU, wo die Nachfrage aus verschiedenen Ländern anhielt. In Südeuropa war die Nachfrage spürbar gestiegen, da die Urlaubssaison begann, und auch osteuropäische Länder zeigten Bedarf an Käse. Die Lagerbestände blieben niedrig, und die Hersteller konnten die Nachfrage aufgrund der guten Produktion weiter bedienen. Die Preise für Brot- und Blockware blieben stabil, wobei die Notierung für Brotware in Hannover in der 16. Kalenderwoche unverändert bei 4,80 bis 5,00 EUR/kg festgeschrieben wurde.
Pulvermarkt: Schwankende Preise und unsichere globale Handelsbedingungen
Am Pulvermarkt war die Lage Mitte April ruhig, was durch die bevorstehenden Feiertage und die globalen Handelskonflikte beeinflusst wurde. Die Preise für Magermilchpulver in Lebensmittelqualität tendierten teils schwächer, während die Preise für Molkenpulver stabil blieben. Die Preise für Magermilchpulver auf dem internationalen Markt zeigten einen sehr volatilen Verlauf. Beim GlobalDairyTrade-Tender sanken die Kurse für Magermilchpulver um 2,3 %, was zu einem Durchschnittspreis von 2.457 EUR/t führte.
Der Markt für Futter-Magermilchpulver blieb ebenfalls ruhig, wobei die Preise für Futtermittelware in der Berichtswoche um 10 EUR auf 2.290 bis 2.320 EUR/t sanken. Vollmilchpulver zeigte sich ebenfalls wenig beweglich, mit leichten Preiskorrekturen aufgrund schwächerer Tendenzen am Fettmarkt. Die Preise für Vollmilchpulver an der Börse in Kempten sanken in der Karwoche um 10 EUR bis 20 EUR und bewegten sich in einer Spanne von 4.350 bis 4.450 EUR/t.
ZMP Live Expertenmeinung
Insgesamt war die Marktlage im April durch saisonale Schwankungen und eine gewisse Unsicherheit bezüglich globaler Handelsbeziehungen geprägt. Trotz schwächerer Preisentwicklungen in vielen Bereichen, insbesondere im Rahm- und Magermilchkonzentratmarkt, zeigten sich auch stabile Nachfragebereiche, wie im Käse- und Molkenpulvermarkt, was zu einer insgesamt ruhigen, aber ausgeglichenen Marktlage führte.