Auch in den vergangenen Wochen setzte sich der saisonale Trend der rückläufigen Milchanlieferungen weiter fort. Nach Angaben der ZMB wurden in der 40. KW 0,9 % weniger Rohstoff als in der Vorwoche angeliefert, was einem Rückgang von 1,7 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die Spanne zum Vorjahr liegt somit bei 0,3 %. Die Entwicklung der Spotmilchpreise war Anfang Oktober uneinheitlich. In der 41. Kalenderwoche sank in Deutschland der Durchschnittspreis um 0,7 Cent auf 60,0 Cent pro Kilogramm. In Italien blieben die Preise auf einem hohen Niveau und lagen über den heimischen Preisen. Ebenso kam aus den Niederlanden die Meldung, dass die Spotmarktpreise um 2,7 % zugelegt haben.
Die Nachfrage nach abgepackter Butter hat sich auch in den vergangenen Tagen weiter auf einem hohen Niveau gehalten. Hersteller meldeten verstärkte Bestellungen des Lebensmitteleinzelhandels, und auch nationale Verkaufsstatistiken zeigten hohe Absatzzahlen. Trotz der Preiserhöhung Anfang Oktober auf 2,39 EUR für ein 250-Gramm-Päckchen Deutsche Markenbutter im Preiseinstiegssegment schreckte die Verbraucher nicht ab, sodass die Nachfrage weiterhin stark blieb. Allerdings führten knappe Bestände dazu, dass die Hersteller Schwierigkeiten hatten, alle Bestellungen vollständig zu bedienen. Am Markt für Blockbutter war die Lage Mitte Oktober ruhig. Unsicherheiten über die weitere Preisentwicklung hemmten die Handelsaktivitäten. Gespräche über Lieferungen für das erste Quartal des kommenden Jahres wurden zwar geführt, aber aufgrund unterschiedlicher Preisvorstellungen zwischen Käufern und Verkäufern kaum abgeschlossen. Der kurzfristige Bedarf schien ebenfalls weitgehend gedeckt zu sein, sodass auch hier nur wenig Abschlüsse zu verzeichnen waren.
Auf dem Markt für Pulver zeigte sich der Handel mit Magermilchpulver in Lebensmittelqualität eher ruhig. Es gab nur wenige neue Geschäfte und der Bedarf an kurzfristigen Lieferungen war überschaubar. Die Anfragen bezogen sich hauptsächlich auf Liefertermine im neuen Jahr, dabei sorgten unterschiedliche Preisvorstellungen, wie auch bei der Butter, für wenig erfolgreiche Übereinkünfte. Auf der Angebotsseite war kein Verkaufsdruck zu spüren und die Produktion erfolgte überwiegend auftragsbezogen. Beim GDT am 15. Oktober 2024 in Neuseeland fiel der Preisindex für Magermilchpulver im Vergleich zur vorherigen Auktion. Die heimische Ware war dadurch teilweise wettbewerbsfähig, aber wegen der geringen Nachfrage aus Drittländern wurden kaum Geschäfte abgeschlossen. Auch der Markt für Magermilchpulver in Futtermittelqualität war ruhig. Die Nachfrage blieb niedrig und aufgrund des knappen Angebots war der Markt insgesamt ausgeglichen und die Preise stabil.
Im Oktober war die Nachfrage nach Schnittkäse hoch, vor allem im Einzelhandel, der Industrie und im GV-Bereich. Auch südeuropäische Länder und Drittstaaten akzeptierten die gestiegenen deutschen Käsepreise. Gleichzeitig war das Angebot knapp, da die Milchanlieferungen zurückgingen und die Rohstoffverfügbarkeit weiter eingeschränkt war bzw. ist. Das hat in der Summe zu niedrigen Lagerbeständen und junger Ware führte. Die Preise zeigten sich fester auf dem deutschen Käsemarkt: Blockware lag in der 42. Kalenderwoche bei 4,60 bis 4,75 EUR/kg, Brotware bei 4,60 bis 4,90 EUR/kg.
ZMP Live Expertenmeinung
Auf den Teilmärkten hat sich an den fundamentalen Daten nur wenig geändert. Teils ist der Handel zwar ruhiger geworden, jedoch besteht unverändert kein Angebotsdruck bei den Herstellern. Vor allem die saisonal steigende Nachfrage zusammen mit der niedrigen Rohstoffverfügbarkeit stützt den Markt. Marktteilnehmer rechnen auch weiterhin mit einer stabil bis festen Entwicklung auf dem Milchmarkt.