Die Milchanlieferungen sind in den vergangenen Wochen weiter gestiegen, wenn auch nur in einem kleinen Umfang. Die ZMB gab bekannt, dass in der KW 49 rund 0,4 % mehr Milch bei den Molkereien angeliefert wurden. Verglichen mit dem Vorjahr ergibt sich damit eine Differenz von - 1,2 %. Von Beginn des Jahres bis Mitte Dezember liegt die Menge 0,4 % unter dem Niveau aus dem Vorjahr.
Auf dem Käsemarkt konnten sich die Produzenten und Händler an einer sehr regen Nachfrage erfreuen. Besonders Schnittkäse war bei den privaten Verbrauchern beliebt und die Umsätze im Lebensmitteleinzelhandel zeigten sich selbst für die Saison auf einem hohen Niveau. Die Industrie rief ebenfalls große Mengen, konzentrierte sich jedoch vor allem auf die bestehenden Kontrakte und Verträge. Die angefragten Mengen aus dem GV-Bereich bewegten sich auf einem saisontypischen Niveau. Der Export in Richtung Südeuropa verlief wie erwartet. Mit Drittstaaten fielen die Geschäfte zwar etwas schwächer aus, insgesamt wurde das Handelsvolumen, aber positiv bewertet. Die Bestände in den Lägern reichten teils nicht immer aus und einige Lieferungen wurden sogar verschoben. Das Reifeniveau ist jung. Mit den Feiertagen hoffen vor allem die Käsereien wieder zumindest zum teil aufbauen zu können. Die Preise auf dem deutschen Käsemarkt blieben stabil, wobei einige Händler für Anfang nächsten Jahres auf niedrigere Preise spekulieren, was aufgrund des knappen Angebots schwer allerdings nur schwer umsetzbar sein wird.
Der Lebensmitteleinzelhandel hat auch in der vergangenen Woche hohe Mengen an abgepackter Butter bei den Produzenten angefragt. Die Weihnachtszeit und die Vorbereitung der Feiertage spiegeln sich derzeit deutlich im Konsumverhalten der Verbraucher wider. Nach einer Verkaufsstatistik haben die angelieferten Buttermengen ein neues Jahreshoch erreicht, und das trotz des knappen Angebots aufgrund der niedrigen Rohmilchmengen. Für die kommenden Wochen erwarten die Marktteilnehmer jedoch einen saisonal bedingten Rückgang der Bestellungen. In Kempten wurden die Preise unverändert fortgeschrieben. Das Päckchen Deutsche Markenbutter im unteren Einstiegssegment kostete 2,39 Euro. Der Markt für Blockbutter verzeichnete kurz vor den Feiertagen nochmal leichte Impulse, obwohl die Preise an der Kemptener Börse und auf dem Weltmarkt zurückgingen. Erzeuger berichteten von vereinzelten Abschlüssen auf dem europäischen Binnenmarkt, obwohl die Käufer aufgrund des hohen Preisniveaus zögerlich blieben und weiterhin auf fallende Preise in dem ersten Quartal 2025 hoffen. Im Dezember 2024 bewegten sich die Preise in Kempten zwischen 7,40 und 7,98 EUR/kg, was sowohl am Oberen als auch am unteren Ende niedriger war als in der Vorwoche. An der European Energy Exchange (EEX) in Leipzig waren die Butterpreise für Liefertermine von Dezember 2024 bis August 2025 uneinheitlich, und das Handelsvolumen sank in der zweiten Dezemberwoche. Insgesamt wurden 945 Tonnen Butter gehandelt, was 635 Tonnen weniger war als in der Vorwoche.
Mit dem Beginn der Weihnachtspause haben die Pulvermärkte eine ruhige Handelswoche erlebt. Einige Geschäfte wurden noch abgeschlossen, diese beschränkten sich jedoch hauptsächlich auf den kurzfristigen Bedarf. Neue Verträge wurden kaum mehr abgeschlossen, da viele Einkäufer bereits die Weihnachtsferien angetreten hatten und ihre Lager vorher entsprechend gefüllt hatten. Die Hersteller konzentrierten sich während der Feiertage auf die Produktion und die Bearbeitung bestehender Aufträge. Die Preise bewegten sich in einer breiten Spanne und blieben weitgehend stabil, zeigten aber teilweise auch schwächere Tendenzen. An der European Energy Exchange (EEX) in Leipzig waren die Preise ebenfalls leicht rückläufig. Der Durchschnittspreis für die Lieferzeiten von Dezember 2024 bis August 2025 sank im Vergleich zur Vorwoche um 46 EUR auf 2.699 EUR/t. Die Handelsaktivitäten gingen in der zweiten Dezemberwoche deutlich zurück, und das Volumen verringerte sich um 2.080 t auf 2.625 t. Auch beim GlobalDairyTrade-Tender in Neuseeland fielen die Preise für Magermilchpulver aufgrund der Feiertagsruhe weiter. Die Auktion vom 17.12.2024 schloss mit einem Preis von umgerechnet 2.626 EUR/t, was einem Rückgang von 2,9 % im Index entsprach. Heimische Anbieter blieben im Drittlandsgeschäft wettbewerbsfähig, jedoch war die Nachfrage auch hier eher gering.
ZMP Live Expertenmeinung
Auf dem Milchmarkt ist das Weihnachtsgeschäft vor allem bei der Butter und beim Käse noch deutlich zu spüren. Daran dürfte sich auch bis zum Ende der Feiertage nur wenig ändern. Entsprechend werden von den Marktteilnehmern kaum größere Veränderungen bei den Preisen erwartet. Bei den Pulvern zeigte sich in den vergangenen Tagen, dass hier die Geschäfte weitestgehend abgeschlossen sind.