23.
01.26
Marktentwicklung Milchmarkt KW4 2026

Milch News, 23.01.2026

Bullish
  • Butter, SMP und WMP zeigen im Wochenvergleich minimale Preisgewinne – erste zarte Gegenbewegung nach längeren Abwärtsphasen.
  • GDT‑Index stieg um ca. 1,5 %, was auf erneutes globales Interesse an Milchprodukten hindeutet.
  • SMP und WMP in der EU‑Durchschnittsentwicklung leicht im Plus – kleines, aber relevantes Zeichen für Nachfragebeginn.
  • Berichte sehen weiterhin Nachfrage für verarbeitete Produkte, insbesondere Pulver, wenn auch moderat.
Bearish
  • Deutschland meldet deutlich höhere Milchanlieferungen (+5,9 %), was weiterhin Angebotsdruck erzeugt.
  • Rohstoffwert von 30,8 ct/kg ist historisch niedrig – deutlicher Abwärtsdruck auf Auszahlungspreise.
  • MMI‑Daten zeigen, dass Erzeugungskosten oft über Auszahlungspreisen liegen – strukturelles Risiko.
  • EU‑weit hohe Milchmengen über 2025 und in KW 1/2026 deuten auf strukturelle Angebotsüberhänge.
  • Trotz kleiner Wochengewinne sind Durchschnittspreise (Butter, SMP, WMP) im Vergleich zu früheren Jahren deutlich tiefer.

Aktuelle EU‑Preisdaten (MMO‑Dashboard)

Laut dem European Milk Market Observatory (Update 21. Jan. 2026) zeigen sich für Woche bis 18.01.2026 folgende EU‑Durchschnittspreise:

  • Butter: ca. 429 €/100 kg (+0,5 % vs. Vorwoche)

  • SMP: ca. 208 €/100 kg (+0,5 %)

  • WMP: ca. 305 €/100 kg (+0,6 %)

  • Cheddar: ca. 373 €/100 kg (stabil)
    Diese Preisbewegungen sind gemischt: leichte Erholungsimpulse bei einigen Produkten, jedoch weiterhin auf historisch niedrigem Niveau.


Milchanlieferung & Rohstoffwert (Deutschland)

Milchanlieferung in Deutschland Anfang 2026 deutlich höher als im Vorjahr (plus ca. 5,9 % in KW 1) – was höheren Angebotsdruck erzeugt. Gleichzeitig fiel der Kieler Rohstoffwert Milch im Dezember 2025 auf 30,8 ct/kg, den niedrigsten Stand seit 2020.


Kosten‑ und Preislage laut Milch Marker Index

Der Milch Marker Index (MMI) zeigt, dass im Oktober 2025 die Erzeugungskosten (~53,73 ct/kg) höher waren als Auszahlungspreise (~49,94 ct/kg), was eine Unterdeckung bedeutet – also strukturelles wirtschaftliches Risiko für Erzeuger.


Globaler Handel & GDT‑Entwicklung

  • Bei den Global Dairy Trade (GDT) Auktionen Ende Januar 2026 kam es zu einer Preisaufwärtsbewegung (+1,5 %), getragen von Butter, WMP und SMP.
    Diese positive GDT‑Rally signalisiert kurzfristig wieder Nachfrageimpulse auf Weltmarktebene.

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ZMP Live Expertenmeinung

In KW 4/2026 zeigt sich ein Milchmarkt, der leichtes positives Momentum aufgreift (insbesondere bei GDT‑Rally und einigen EU‑Durchschnittspreisen), gleichzeitig aber von anhaltender Angebotsstärke, niedrigem Rohstoffwert und strukturellen Unterdeckungen gepusht wird:

  • Kurzfristig: leichte Erholungstendenzen im globalen Handel (GDT) und stabilere Pulversegmente.

  • Mittelfristig: Angebotsdruck und niedrige Rohstoffwerte belasten die Erzeugerpreise.

  • Erzeugerfreundlich: Erholung in Pulverpreisen und saisonale Nachfrageimpulse könnten mittelfristig stützen.

  • Risiko: Anhaltend hohe Milchanlieferung und Unterdeckung der Erzeugungskosten bleiben kritische Faktoren.

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