In der 15. Kalenderwoche ist die Milchanlieferung in Deutschland saisonüblich weiter angestiegen. Laut ZMB lag das Plus im Wochenvergleich bei 0,2 %, bleibt damit aber noch 1,8 % unter dem Vorjahresniveau. Seit Jahresbeginn beträgt das Minus 2,1 %. Die Rohmilchpreise entwickelten sich regional unterschiedlich: In Deutschland sank der Spotpreis laut ife um 0,5 Ct auf durchschnittlich 43,60 Ct/kg. In den Niederlanden zogen die Preise hingegen leicht an. Für Italien wurden aufgrund von Feiertagen keine aktuellen Daten veröffentlicht.
Trotz leicht gestiegener Handelsaktivitäten vor Ostern blieb der Markt für Magermilchpulver in Lebensmittelqualität insgesamt ruhig. Für das laufende Quartal sind die meisten Geschäfte bereits abgeschlossen, punktuell bestand jedoch noch kurzfristiger Bedarf. Die Verhandlungen für das dritte Quartal gestalten sich bislang zäh – die Preisvorstellungen der Marktteilnehmer liegen weit auseinander. Auf dem Weltmarkt belasten ein schwacher US-Dollar und preislich aggressive US-Anbieter weiterhin das Exportgeschäft. Das knappe Angebot – bedingt durch geringes Milchaufkommen – konnte bislang nicht zu einer spürbaren Preissteigerung beitragen. Die Ware gilt als relativ frisch, die Preise blieben zur Vorwoche stabil in einer Spanne von 2.390 bis 2.460 EUR/t, wie die Börse in Kempten meldete. An der EEX in Leipzig gaben die Futures-Kurse Mitte April nach. Der durchschnittliche Preis für Liefertermine bis Dezember 2025 sank auf 2.467 EUR/t. Besonders im späteren Jahresverlauf liegen die Erwartungen aktuell über dem Kassamarktniveau. Die Handelsmenge stieg gegenüber der Vorwoche deutlich auf 2.325 t an.
Rund um Ostern zeigte sich der Käsemarkt belebt: Die Nachfrage im Lebensmitteleinzelhandel sowie im Großverbraucherbereich war hoch, und bestehende Verträge wurden zügig abgerufen. Produzenten äußerten sich zufrieden mit dem Ostergeschäft. Teils kam es zu Lieferengpässen – nicht aufgrund mangelnder Verfügbarkeit, sondern durch logistische Herausforderungen. Nach den Feiertagen nahm die Kaufbereitschaft mancher Marktteilnehmer spürbar ab. Verunsicherung herrscht angesichts der aktuellen Tiergesundheitslage: Ein neuer Fall von Maul- und Klauenseuche in Ungarn sowie mögliche Auswirkungen der US-Zollpolitik trugen zur Zurückhaltung bei. Auch die Milchanlieferung bleibt ein Unsicherheitsfaktor, besonders mit Blick auf mögliche Einschränkungen durch die Blauzungenkrankheit. Der Export innerhalb der EU verlief saisontypisch, wobei Italien wetterbedingt weniger nachfragte. Drittländer – insbesondere aus Asien – zeigten dagegen reges Interesse. Trotz eingeschränkter Wettbewerbsfähigkeit europäischer Preise am Weltmarkt kam es punktuell zu Geschäftsabschlüssen. Die Käselager blieben unterdessen knapp gefüllt, mit überwiegend junger Ware. Preisverhandlungen für den kommenden Monat laufen noch. Die Notierungen in Hannover blieben in der 17. Kalenderwoche unverändert: Brotware wurde mit 4,80 bis 5,00 EUR/kg, Blockware mit 4,50 bis 4,70 EUR/kg fortgeschrieben.
Nach dem lebhaften Vorostergeschäft hat sich die Marktdynamik bei abgepackter Butter in der Berichtswoche etwas abgeschwächt. Feiertagsbedingt standen weniger Auslieferungstage zur Verfügung, was sich in rückläufigen Abrufzahlen widerspiegelte – sowohl im Wochen- als auch im Jahresvergleich. Dennoch bewerten Marktteilnehmer die Gesamtnachfrage weiterhin als gut.
Positive Impulse werden in den kommenden Wochen durch das Ferienende und die beginnende Spargelsaison erwartet. Die Molkereiabgabepreise für Formware zeigten sich Ende April stabil. Auch die Notierung an der Butter- und Käse-Börse in Kempten blieb mit 7,40 bis 7,80 EUR/kg unverändert.
Im Preiseinstiegssegment des Lebensmitteleinzelhandels kostete das 250-Gramm-Päckchen Deutsche Markenbutter Ende April weiterhin 1,99 EUR – ein Anstieg um 24 Cent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
ZMP Live Expertenmeinung
Auf der einen Seite sorgt das begrenzte Milchangebot, verstärkt durch saisonale Nachfragespitzen und hohe Exportnachfrage, für Potenzial für Preisanstiege, insbesondere im Bereich Käse und Butter. Auf der anderen Seite wirken sich der schwache US-Dollar, aggressive Preisstrategien aus den USA sowie Unsicherheiten durch Tierkrankheiten und politische Risikofaktoren belastend auf den Markt aus. Kurzfristig könnte eine moderate Preissteigerung im Zuge der Saison und der erwarteten Nachfrageimpulse eintreten.