Markteinschätzung – Europäischer Milchmarkt
Der europäische Milchmarkt befindet sich weiterhin in einer Phase der seitlichen Stabilisierung nach deutlicher Korrektur im Herbst/Winter 2025. Während auf EU-Ebene eine vorsichtige Bodenbildung erkennbar ist, zeigt sich der deutsche Markt strukturell stärker unter Druck – insbesondere im Spotsegment und beim Rohstoffwert.
1️⃣ Europäische Gesamtlage
-
Butter: seitwärts bis leicht schwächer auf reduziertem Niveau
-
SMP/WMP: relativ stabil, teils leicht fester
-
Cheddar: ohne klare Dynamik
-
Milchanlieferung EU: weiterhin über Vorjahr
Milchmarkt Deutschland
a) Spotmilchmarkt
Der deutsche Spotmarkt bleibt das deutlichste Stresssignal:
-
Nord/West: weiterhin im Bereich unter 20 ct/kg
-
Süddeutschland: leicht höher, jedoch ebenfalls schwach
Der Spotmarkt signalisiert:
-
Überangebot an Rohmilch
-
schwache kurzfristige Verwertung
-
fehlende Margen im Fettsegment
b) Auszahlungspreise (Molkereien)
Die konventionellen Erzeugerpreise bewegen sich weiterhin im Bereich:
-
ca. 40–44 ct/kg, regional unterschiedlich
Im Vergleich zum Herbst 2025 bedeutet das:
-
deutlicher Rückgang
-
Stabilisierung auf niedrigerem Plateau
In mehreren Regionen liegt der Auszahlungspreis nur knapp oberhalb der Vollkostenlinie, was die Liquidität vieler Betriebe belastet.
c) Rohstoffwert Milch (Deutschland)
Der aus Butter- und SMP-Preisen berechnete Rohstoffwert bleibt:
-
nahe 30 ct/kg
-
deutlich unter den Hochphasen 2022/23
d) Milchanlieferung Deutschland
Die Milchanlieferung liegt weiterhin:
-
über Vorjahr
-
wenn auch mit leicht nachlassender Wachstumsdynamik
Deutschland wirkt damit aktuell als Angebotsverstärker im EU-Kontext
Solange das Mengenwachstum nicht spürbar zurückgeht, bleibt der Preisdruck bestehen.
ZMP Live Expertenmeinung
Deutschland befindet sich aktuell in einer ausgeprägten Margenkompression.
-
Spotmarkt extrem schwach
-
Rohstoffwert niedrig
-
Auszahlungspreise unter Druck
Weiterhin erkennbare negative Dynamik. Während sich der europäische Milchmarkt nach Korrekturen leicht stabilisiert zeigt sich der deutsche Markt strukturell stärker unter Druck – insbesondere im Spotsegment und beim Rohstoffwert.