Die Milcherzeugung hat zwar ihren saisonalen Anstieg weiter fortgesetzt, jedoch deutlich langsamer als sonst. Dadurch vergrößert sich der Abstand zum Vorjahresniveau weiter. Die ZMB berichtet, dass die hiesigen Erzeuger in der siebten Kalenderwoche rund 0,4 % mehr Milch anlieferten als in der Vorwoche. Insgesamt lag die Gesamtmenge allerdings weiterhin 3,0 % unter dem Wert des Vorjahres. Die Preise am Spotmarkt entwickelten sich erneut schwächer. In Kiel notiert das Ife Institut einen Preis von 46,8 Cent/kg – das entspricht einem Rückgang von 1,6 Cent zur Vorwoche. Beliebt und rege nachgefragt wird auf dem deutschen Markt weiterhin Schnittkäse. Der Lebensmitteleinzelhandel verzeichnete hohe Verkaufszahlen, und auch die Nachfrage aus der Gastronomie zog weiter an. Die Industrie rief Vertragsmengen zügig ab, teilweise sogar vorzeitig. Ebenso zeigten sich die Exporte stabil, sowohl innerhalb der EU als auch in Drittstaaten, trotz einzelner Importbeschränkungen aufgrund der Maul- und Klauenseuche. Auf der Angebotsseite blieben die Lagerbestände knapp, da die nur langsam steigende Milchanlieferung die Käseproduktion weiterhin begrenzt. Ein Bestandsaufbau ist kaum möglich, und kurzfristige Anfragen konnten nicht immer bedient werden. Viele Hersteller hatten ihre Kapazitäten bereits über Verträge für den kommenden Monat verplant und konnten am Spotmarkt nicht teilnehmen. Aufgrund der Rohstoffknappheit wurden höhere Preise durchgesetzt, doch für das 2. Quartal gab es noch Unsicherheiten, weshalb Vertragsverhandlungen nicht immer zu Abschlüssen geführt haben. Ebenso wie beim Käse erfreute sich der Lebensmitteleinzelhandel einer regen Nachfrage bei abgepackter Butter. Laut nationaler Verkaufsstatistik lagen die Bestellmengen sowohl über dem Niveau der Vorwoche als auch über dem des Vorjahres. Neben Formbutter wurde auch vermehrt Streichmischfett nachgefragt. Ein möglicher Grund für den Anstieg könnten die gesenkten Ladenpreise zu Monatsbeginn sein. Zeitgleich bevorraten viele private Verbraucher Ware, um mögliche Preiserhöhungen vor dem Ostergeschäft aus dem Weg zu gehen. Neben Formbutter wurde auch Streichmischfett vermehrt nachgefragt. Teils konnten die Produzenten der hohen Nachfrage nicht immer Herr werden und vor allem kurzfristige Anfragen wurden entsprechend nicht immer bedient. Das Preisgefüge zeigte sich stabil und die Verhandlungen für die neue Kontraktlaufzeit ab März laufen aktuell. Im LEH blieb der Preis für 250 g Deutsche Markenbutter mit 2,19 EUR konstant, was 50 Cent über dem Vorjahrespreis liegt. Auch der Markt für Blockbutter zog Ende Februar leicht an, wobei die europäische Industrie vor allem kurzfristige Lieferungen bevorzugte. Bei späteren Lieferterminen herrschte Uneinigkeit über die Preise, sodass nur wenige Abschlüsse zustande kamen. Die Abgabebereitschaft der Hersteller war aufgrund unsicherer Preisentwicklungen und eines nur langsam ansteigenden Milchaufkommens begrenzt. Die Preise blieben weitgehend stabil, mit einem leichten Anstieg. An der EEX in Leipzig entwickelten sich die Preise für Liefertermine bis Oktober 2025 fester, mit einem durchschnittlichen Anstieg auf 6.997 EUR/t (+24 EUR zur Vorwoche). Das Handelsvolumen nahm mit 940 t (188 Kontrakte) zu und lag damit 230 t über dem der Vorwoche. Gegen Ende Februar zeigte sich der Markt für Magermilchpulver in Lebensmittelqualität weitgehend ruhig, während die Preise unverändert blieben. Zwar gingen einige Bestellungen bei den Herstellern ein, doch beschränkten sich diese vorwiegend auf kurzfristige Lieferungen. Für längerfristige Kontrakte hielten sich Käufer jedoch zurück. Eine kürzlich durchgeführte Ausschreibung in Nordafrika brachte mehreren europäischen Anbietern, insbesondere aus Osteuropa, neue Aufträge ein. Auch aus Fernost gab es Kaufinteresse, doch standen europäische Produzenten in Konkurrenz zu US-Anbietern, die ihre Preise zuletzt gesenkt hatten. Während die Maul- und Klauenseuche kaum noch eine Rolle spielt, stellen logistische Herausforderungen nach wie vor eine Hürde für den Export in Drittstaaten dar. Die Fachmesse „Gulfood“ in Dubai hatte bislang wenig spürbaren Einfluss auf den Markt, was möglicherweise mit dem nahenden Ramadan zusammenhängt – eine Zeit, in der die Nachfrage in arabischen Ländern traditionell abnimmt. An der European Energy Exchange (EEX) war ein Rückgang der Handelsaktivitäten zu verzeichnen: Das Volumen fiel auf 1.515 t (303 Kontrakte), ein Minus von 505 t gegenüber der Vorwoche. Die Preisentwicklung für Liefertermine bis Oktober 2025 zeigte eine leichte Abschwächung, mit einem durchschnittlichen Kurs von 2.658 EUR/t (-13 EUR zur Vorwoche). Während sich die Notierungen für März bis Oktober über dem aktuellen Niveau bewegten, blieb der Februar-Termin innerhalb der bestehenden Spanne.
ZMP Live Expertenmeinung
Die Preisentwicklung auf dem Milchmarkt zeigt eine gemischte Tendenz. Während die Nachfrage nach Käse und Butter hoch bleibt und durch begrenzte Milchmengen kaum Abgabedruck entsteht, sorgen Unsicherheiten bei Vertragsverhandlungen und internationale Konkurrenz für Gegenwind. Spotmarktpreise für Milch sind rückläufig, während sich Blockbutter- und EEX-Preise leicht fester zeigen. Alles in Allem werden vorerst stabile Preise mit leichte Bewegungen erwartet.