27.
03.25
Schnittkäse blieb gefragt, besonders im Einzelhandel und Export

Milch News, 27.03.2025

Bullish
  • Anziehende Nachfrage vor Ostern
  • Niedriges Rohstoffaufkommen
  • Langfristige Folgen der Blauzungen-Fälle
  • Niedriger Bestand in den Reifelägern
Bearish
  • Teils schwächere Rohstoffpreise (Kieler Rohstoffwert
  • Stärkerer Euro lässt Wettbewerbsfähigkeit sinken
  • Einkäufer zeigen sich abwartend

Ab Mitte März stagnierte der saisonale Anstieg der Milchproduktion. Laut der Zentralen Milchmarktberichterstattung (ZMB) stieg die Anlieferung in der 11. Kalenderwoche nur um 0,1 % im Vergleich zur Vorwoche und lag damit weiterhin unter dem Vorjahresniveau. Seit Jahresbeginn wurde insgesamt 2,1 % weniger Milch erfasst als im Vorjahr. Auch die Rohmilchpreise gaben in der zweiten Märzhälfte nach. Laut dem ife-Institut in Kiel lag der bundesweite Durchschnittspreis in der KW 12 bei 45,8 Cent pro Kilo – ein Rückgang von 1,1 Cent.

Zum Ende diesen Moonats blieb der Handel mit Magermilchpulver in Lebensmittelqualität weiter verhalten. In Europa gab es vereinzelt Käufe, aber das Interesse auf dem Weltmarkt blieb gering. Marktbeobachter führten dies auf die wachsende Konkurrenz aus den USA zurück, wo die Milchproduktion stärker als in den Vorjahren stieg. Das größere Angebot senkte die Preise dort, was zusammen mit einem stärkeren Euro die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Exporte verringerte. Die Preise blieben insgesamt stabil bis leicht rückläufig. Auch im Bereich Magermilchpulver für Futtermittel war die Nachfrage gering, und die Preise tendierten leicht nach unten. Die Kemptener Börse reduzierte die Preisspanne um 10 Euro auf 2.310 bis 2.340 Euro je Tonne. Der Markt für Vollmilchpulver blieb ebenfalls ruhig. Die hohen Preise innerhalb der EU und der gestiegene Euro erschwerten den Export in Drittstaaten. 

Die Nachfrage nach Formbutter stieg nach einem kurzen Rückgang wieder an und erreichte ein durchschnittliches Niveau für diese Jahreszeit. Allerdings lagen die Verkaufszahlen laut nationaler Statistik etwas unter dem Vorjahresniveau. Hersteller erwarten bis Ostern weiterhin steigende Bestellungen. Die Preise für abgepackte Butter blieben Ende März aufgrund bestehender Verträge stabil, während Verhandlungen über neue April-Verträge laufen, die durch steigende Rahmpreise beeinflusst werden könnten. Die Süddeutsche Butter- und Käse-Börse bestätigte einen stabilen Preisrahmen von 7,40 bis 7,80 EUR/kg für Butter. Der Preis für eine 250-Gramm-Packung Deutsche Markenbutter liegt bei 1,99 EUR im Preiseinstiegssegment. Der Markt für Blockbutter zeigte sich stabil, mit kontinuierlichen Anfragen aus der europäischen Industrie. In einigen Fällen wurden höhere Preise durchgesetzt, aber Käufer waren bei Preisanstiegen zurückhaltend. Der Export in Drittländer verlief verlangsamt, da höhere EU-Preise und günstige Konkurrenzangebote die Wettbewerbsfähigkeit verringerten, verstärkt durch den höheren Eurokurs. Im Inland blieben die Blockbutterpreise weitgehend konstant. An der European Energy Exchange stiegen die Preise leicht, und der durchschnittliche Preis für Lieferungen von März bis November 2025 betrug 7.429 EUR/t, was einen Anstieg von 6 EUR bedeutet. Die Handelsaktivität ging jedoch zurück, mit nur 2.120 Tonnen gehandelter Blockbutter, 750 Tonnen weniger als in der Vorwoche.

Ende März blieb die Nachfrage nach Schnittkäse stark. Der Lebensmitteleinzelhandel meldete hohe Absätze, und Industrie- sowie Großverbraucherkunden nahmen ihre vereinbarten Mengen wie geplant ab. Unvorhergesehene Verschiebungen oder frühzeitige Bestellungen waren selten. Auch aus Südeuropa kamen vermehrt Anfragen, und der Export in Drittländer verlief stabil. Unsicherheiten im Handel mit den USA beeinflussten die aktuellen Geschäfte bislang nicht. Das Angebot war jedoch weiterhin begrenzt. Die Lagerbestände sind seit Wochen niedrig, da die Produktion nicht ausreichte, um diese aufzufüllen. Stattdessen wurde der Käse frühzeitig ausgeliefert, sodass Hersteller ihre regulären Lieferungen einhielten, jedoch keine Ware für Spotgeschäfte verfügbar war. Aufgrund des anhaltend geringen Rohstoffangebots könnte sich die Fettverfügbarkeit weiter verschärfen, insbesondere vor den Osterfeiertagen, wenn größere Mengen nachgefragt werden. Die Preise blieben stabil, aber für die kommenden Wochen wird ein Anstieg erwartet. Für April wurden bereits höhere Abschlüsse bestätigt. Die Notierungskommission in Hannover bestätigte in der 13. Kalenderwoche unveränderte Preise: Blockware blieb bei 4,50 bis 4,70 EUR/kg, während Brotware weiterhin zwischen 4,75 und 4,95 EUR/kg gehandelt wurde.

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Ab Mitte März stagnierte die Milchproduktion, und die Anlieferung blieb unter dem Vorjahresniveau. Dennoch gingen die Spotmilchpreise zurück, bedingt durch eine etwas schwächere Frage auf den Teilmärkten. Durch den gestiegenen Eurokurs und Konkurrenz aus den USA zeigten sich Käufer durchaus interessiert, den Bedarf nicht nur mit heimischer Ware zu decken. Die Nachfrage nach Schnittkäse blieb jedoch stabil, wobei hier vor allem ein begrenztes Angebot und niedrige Lagerbestände den Handel prägten. Für die kommenden Wochen, vor allem vor dem Osterfest, wird mit einer anziehenden Nachfrage und auch einem Preisanstieg gerechnet, insbesondere in Bereichen wie Schnittkäse und Butter. 

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