Die Milchanlieferungen entwickeln sich dynamisch und scheinen ihre Saisonhöhepunkt erreicht zu haben. Die Vorwoche wird um 0,3%, Die Vorjahresvergleichswoche sogar um 1,1% übertroffen. Seit Jahresbeginn wurden aber dennoch rund 0,1% weniger Milch produziert als im Vorjahr. Die Preise an den Konzentratmärkten zeigen sich auch in dieser Woche fest. Insbesondere Rahm ist gefragt. Spotmarktmilch wird vom ife Institut mit 41,0 Cent/kg angeben und notiert damit um deutliche 5,4 Prozent höher als noch vor einer Woche.
Der Buttermarkt hat sich weiter belebt. Blockbutter legte deutlich zu, die Handelsspanne wurde am unteren ende um 0,25 Euro und am oberen Ende um 0,20 Euro je Kilogramm angehoben. Auch an der EEX zeigen sich festere Preisentwicklungen. Speziell bei der Blockbutter können derzeit nicht alle Anfragen bedient werden, hier spiegeln sich die zuletzt sehr geringen Produktionsmengen und Lagerbestände wider. Formbutter wird weiterhin auf einem hohen Niveau abgerufen, insbesondere im Süden und Westen zeigen sich zudem Vorzieheffekte aufgrund des Feiertages am Donnerstag. Die Preise entwickeln sich dabei seitwärts.
Eine gute Nachfrage zeigt sich auch weiterhin beim Käse. Die Abrufe bewegen sich auf einem hohen Niveau und die Lagerbestände sind unverändert jung und gering. Trotz höherer Milchmenge kommen die Hersteller nicht dazu, diese weiter aufzubauen. Die Notierungen bleiben dabei stabil. Berichtet wird, dass die Nachfrage aus dem Export etwas nachgelassen hat mit Ausnahme der Abrufe aus den südeuropäischen Urlaubsregionen.
Eine deutliche Belebung zeigt sich auch beim Magermilchpulver. Das Angebot an frischer Ware ist begrenzt und sowohl für langfristige als auch für kurzfristige Lieferungen besteht Bedarf. Das Exportgeschäft ist weiterhin ruhig, doch die Binnennachfrage reicht aus, um die Preisnotierungen in Kempten anziehen zu lassen. Mit Mittel ist diese um 50 Euro/t gestiegen. An der EEX zeigen sich festere Preis. Futtermittelqualitäten hingegen bleiben weiterhin kaum gefragt, dennoch konnte im Zuge der Preiserhöhung für Lebensmittelwaren auch diese Notierung etwas zulegen. Vollmilchpulver legt preislich ebenfalls um 50 Euro/t auf jetzt 3.750 bis 3.850 Euro/t zu. Neue Abschlüsse werden auch hier getätigt, gleichwohl sich das Niveau mengenmäßig wieder etwas beruhigt hat. Molkenpulver zeigt sich preisstabil und wird unverändert fortgeschrieben. Die Geschäftsaktivitäten haben sich wieder etwas erhöht, liefern aber auch wegen der hohen Käseproduktion keine nachhaltigen Impulse.
ZMP Live Expertenmeinung
Der Milchmarkt zeigt sich in fester Verfassung. Die Preise ziehen weiter an und haben den Boden hinter sich gelassen. Die geringeren Warenbestände bei guter Nachfrage und Impulsen aus den sommerlichen Wetter im Mai sowie der Spargelzeit hinterlassen Spuren und die Produktpreise anziehen.