Die Milchanlieferung in Deutschland hat in der vorletzten Woche voraussichtlich den Tiefpunkt des Jahres 2024 erreicht. Laut Berechnungen der ZMB gab es nun einen leichten Zuwachs der Anlieferungen um 0,3% gegenüber der Vorwoche. In Bezug auf die Gesamtmenge aber liegt der erfasste Rohstoff mit 1,3% noch deutlich unter dem Vorjahr. Am Ende des Monats November befand sich die Anlieferung nach wie vor auf einem sehr geringen Niveau. Saisonbedingt steigt die Nachfrage bei fetthaltigen Produkten in der Vorweihnachtszeit. Demgegenüber steht ein begrenztes Angebot, sowohl aus der Produktion als auch in Form geringer Lagerbestände. Händler hielten sich mit Zusatzbestellungen für Päckchenbutter bei dem hohen Preisniveau weitestgehend zurück. Die Preise für Blockbutter blieben auf dem erreichten Niveau. An der EEX tendierten die Preise für Butter dadurch etwas schlechter. Der Markt für Schnittkäse ist aktuell von einer guten Nachfrage gekennzeichnet. In Bezug auf das Weihnachtsgeschäft könnte die rege Nachfrage bestehen bleiben. Die Käsepreise waren auf einem sehr guten Niveau stabil bis leicht steigend. In der 48. Kalenderwoche hob die Notierungskommission in Hannover den Preis für Blockware um rund 5 Cent an. Die neue Spanne liegt dadurch bei 4,65 bis 4,75 EUR/kg. Eine Spanne von 4,95 bis 5,15 EUR/kg wurde für Brotware notiert. Der Markt für Vollmilchpulver war stabil mit nur wenigen Abschlüssen. Die hohen Rahmpreise bremsten die Produktion, da sie die Verarbeitung wenig lukrativ machten. Bei Molkenpulver trieb die knappe Verfügbarkeit die Preise leicht nach oben, vor allem bei Abschlüssen für das kommende Jahr. Insgesamt herrschten teils lebhafte, teils ruhige Marktbedingungen, abhängig von Produkt und Qualität. Der schwache Eurokurs im Vergleich zum Dollar begünstigt aktuell auch den Drittlandsexport wieder zunehmend. Es wird berichtet, dass u.a. eine Ausschreibung in Richtung Nordafrika stattfindet. Uneinheitlich waren die Spotmilchpreise am Ende des Monats. Laut Berechnungen des ife Institutes in der 47. Kalenderwoche nahmen die Preise in Deutschland 0,9 Cent auf 59,5 Ct/kg ab. Italien legte je nach Region etwas zu. Der Preis für Spotmilch in den Niederlanden bewegte sich seitwärts.
ZMP Live Expertenmeinung
Die Milchanlieferung bleibt knapp, zeigt aber erste Stabilisierungstendenzen (+0,3%). Hohe Nachfrage trifft auf begrenztes Angebot, was Preise für Käse und Butter stützt. Spotmilchpreise sind uneinheitlich, Exporte profitieren vom schwachen Euro. Insgesamt zeigt der Markt saisonale Spannungen mit teils steigenden Preisen.