Trotz des üblichen saisonalen Anstiegs haben sich die Anliefermengen in der vergangenen Woche rückläufig entwickelt. Die ZMB meldete, dass der angelieferte Rohstoff mengenmäßig 0,3 % unter dem Niveau der Vorwoche lag. In der Gesamtbetrachtung ist die Milchmenge im bisherigen Jahresverlauf um 1,9 % geringer als im gleichen Zeitraum 2024. Neben der Blauzungenkrankheit könnten vor allem die niedrigen Temperaturen Grund für den Rückgang sein. Die Spotmärkte fanden bei dem Rohstoff keine einheitliche Richtung. Nach Angaben des ife Institut Kiel lag der heimische Preis bei 48,4 Cent pro Kilogramm, was einem leichten Rückgang von 0,3 Cent im Vergleich zur vorherigen Erhebung entspricht. In den Niederlanden und Italien hingegen stiegen die Preise in der zweiten Januarhälfte an.
Auf dem Schnittkäsemarkt wird von einem lebhaften Handel und zufriedenstellenden Umsätzen berichtet. Im LEH ist der Absatz weiter auf einem hohen Niveau. Seitens der Industrie wurden die Kontraktmengen zügig abgerufen. Im GV-Bereich wurden saisonübliche Mengen an Käse bestellt. Das Exportgeschäft hat sich nach dem Ausbruch der MKS wieder beruhigt. Während der Handel innerhalb Europas stabil blieb, nehmen mittlerweile auch einige Drittländer deutsche Ware wieder an. Neue Zertifikatsfreigaben ermöglichten zudem den Export nach Asien. Trotz des zwischenzeitlichen Exportstopps kam es nicht zu einem Anstieg der Lagerbestände oder zu Verkaufsdruck – die Ware wurde weiterhin zügig abgesetzt, was vor allem auf die geringe Milchanlieferung zurückzuführen ist. Die Preise in Hannover für Blockware blieben mit 4,60 bis 4,75 Euro pro Kilogramm auf dem Niveau der Vorwoche.
Die Nachfrage nach Butter zeigt sich stabil und hat sich nach einem Rückgang wieder erholt. Die Absatzzahlen konnten zuletzt einen leichten Anstieg verzeichnen, da die Vorräte aus der Weihnachtszeit nach und nach aufgebraucht wurden. Dennoch blieben die Erwartungen der Hersteller auch zum Monatsende hinter den Prognosen zurück. Das Preisniveau für abgepackte Butter ist unverändert. Die Süddeutsche Butter- und Käse-Börse notierte eine Spanne von 8,50 bis 8,80 EUR/kg. Auch Verbraucherpreise im Einstiegssegment blieben mit 2,39 EUR je 250-Gramm-Päckchen stabil, wobei Rabattaktionen im Einzelhandel vereinzelt günstigere Angebote ermöglichten. Der Blockbuttermarkt verlief ruhig aber stetig. Kontrakte wurden abgerufen und auch einige Abschlüsse sind in der vergangenen Woche zustande gekommen. Die industrielle Nachfrage traf auf ein geringes Angebot. Nach dem Milchmarkt-Schock Mitte Januar normalisierte sich die Lage wieder. Der Export in Drittländer spielt weiterhin eine untergeordnete Rolle, da die Wettbewerbsfähigkeit aufgrund hoher Preisunterschiede zum Weltmarkt begrenzt ist. An der European Energy Exchange (EEX) in Leipzig zeigten sich die Butterpreise fester. Der Durchschnittspreis für die Monate Januar bis September 2025 lag in der vierten Kalenderwoche bei 7.294 EUR/t – 90 EUR mehr als in der Vorwoche. Das Handelsvolumen fiel mit 1.080 t jedoch deutlich niedriger aus als in der Vorwoche.
Der Markt für Magermilchpulver in Lebensmittelqualität hat sich Ende Januar nach dem Ausbruch der Maul- und Klauenseuche in Deutschland beruhigt, bleibt jedoch unsicher. Warenströme werden weiterhin umgeleitet, und etwa zwei Drittel der Exporte verbleiben auf dem EU-Binnenmarkt, wobei Beschränkungen für Produkte aus der betroffenen Region Brandenburg gelten. Trotz einiger Unklarheiten innerhalb der EU zeigt die europäische Ernährungsindustrie weiterhin Interesse, und auch aus dem Inland gehen Anfragen ein. Die gehandelten Mengen lagen auf einem saisonal üblichen Niveau, und Einkäufer sicherten sich teilweise Ware für spätere Termine. Preise blieben uneinheitlich.
ZMP Live Expertenmeinung
Nach dem ersten Schock über den MKS-Ausbruch haben sich die Märkte weitestgehend beruhigt und zeigen einen weitestgehend normalen Handesverlauf. Bestimmend für die Preise bleibt neben diesem Faktor vor allem die Anliefermengen. Diese zeigten sich rückläufig und sorgen damit dafür, dass kaum Bestände aufgebaut werden können und somit auch kein Preisdruck entsteht.