Auch in der 12. Kalenderwoche hat die erfasste Milchmenge wieder zulegt. Gegenüber der Vorwoche wurden rund 0,4 Prozent mehr in den hiesigen Molkereien abgeliefert. Im Vergleich zur 12. Kalenderwoche des Vorjahres entspricht das einem Plus von 2,7 %. Der Vorjahreszeitraum von der ersten bis zur zwölften Kalenderwoche wird um 3 % übertroffen. Die Nachfrage nach Rahm und Magermilchkonzentrat hat sich in der Karwoche deutlich beruhigt. Zudem steht mehr Rohstoff zur Verfügung, weshalb die Preise nachgegeben haben. Um 1,9 Cent fiel der Spotmarktpreis auf 27,5 Cent/kg.
Am Buttermarkt hat sich am grundsätzlichen Marktgeschehen nur wenig geändert. Die Formbutterpreise bleiben konstant und auch auf Verbraucherebene werden weiterhin für das 250-Gramm-Päckchen 1,49 Euro aufgerufen. Die Nachfrage in der vergangenen Woche war rege, vereinzelt gab es Angebotspreise im Lebensmitteleinzelhandel, die die Nachfrage beflügelte. Blockbutter wird hingegen nur vereinzelt gehandelt. Neue Geschäftsabschlüsse kommen bei nachgebenden Preisen zustande. Entsprechend senkte die Süddeutsche Butter- und Käsebörse in Kempten gestern ihre Notierung für Blockbutter um 10 Cent auf 4,50 bis 4,70 Euro. Aus den Niederlanden und Frankreich werden ebenfalls geringere Notierungen gemeldet, weswegen der Index der EEX für Blockbutter in dieser Woche um 180 Euro je Tonne deutlich nachgibt. Beim Global Dairy Trade Tender ging es für die Butterpreise ebenfalls wiederholt abwärts. Gegenüber der letzten Auktion verlor Butter 3,3 %.
Aufgrund der Osterfeiertage zeigt sich der Markt für Schnittkäse belebt. Insbesondere aus dem Lebensmitteleinzelhandel kam es zu vermehrten Abrufen. Aber auch Großverbraucher fragten mehr Waren nach. Hier kommt es aber durchaus zu Preisdiskussionen. Die Exportmengen haben sich mit dem Monatswechsel mengenmäßig etwas zurück entwickelt. Bei der Preisfeststellung der Notierungskommission in Hannover wurde für Blockware eine um 5 Cent je Kilogramm höhere Handelsspanne festgestellt, Brotwaren blieben unverändert. An der Butter- und Käsebörse bleiben die Notierungen stabil. Hier wird insbesondere für Emmentaler von einer guten Nachfrage berichtet. Cheddar konnte bei der Auktion in Neuseeland um 3,8 % zulegen.
Impulslos bleibt Magermilchpulver. Die Notierungen in Kempten wurden nochmals gesenkt und auch an der EEX zeigen sich im Wochenvergleich niedrigere Preise für Magermilchpulver. Insbesondere die vorderen Termine gaben hier nach. Die Settlementkurse ab September 2023 deuten eine Markterwartung an, die oberhalb des aktuellen Kassamarktniveaus liegt. Sowohl im Binnenmarkt als auch im Export ist die Nachfrage nach Pulver gering. Viele Handelsteilnehmer befinden sich zudem im Urlaub und haben ihre Bedarfe rund um die Feiertage ausreichend im Vorfeld eingedeckt. Im Export rechnen viele Teilnehmer nach dem Ende des Ramadans wieder mit einer belebteren Nachfrage. Beim Global Dairy Trade Tender hat der Magermilchpulver-Index um 2,5 % nachgegeben. Europäische Ware bleibt damit knapp wettbewerbsfähig. Futtermittelqualitäten waren ebenfalls kaum gefragt und gaben bei ausreichendem Angebot preislich nach. Molkenpulverpulver wird aktuell ebenfalls sehr ruhig nachgefragt. Auch hier sind viele Marktteilnehmer in den Osterferien und haben ihre Bedarfe entsprechend gedeckt. Wenn Waren gehandelt wurden, dann zu geringeren Preisen. Die Notierungen sind entsprechend um 40 Euro am unteren und 20 Euro am oberen Ende der Handelsspanne auf 780 bis 900 Euro/t gefallen. Vollmilchpulver ist ebenfalls von geringen Geschäftsaktivitäten geprägt. Aus dem Binnenmarkt bestand wenig Kaufbereitschaft und auch im Drittlandsgeschäft sind die Mengen und Nachfragen überschaubar. International gaben die Preise vom Global Dairy Trade Tender in Neuseeland ebenfalls nach. Der Vollmilchpulverpreis fiel um 5,2 % auf umgerechnet 2.801 Euro/t. In Deutschland liegt die Handelsspanne bei 3.420-3.500 Euro. Damit ist heimische Ware am Weltmarkt weiterhin nicht wettbewerbsfähig.
ZMP Live Expertenmeinung
In der Karwoche zeigen sich die Milchmärkte ruhig und die Preise mit Ausnahme vom Käse schwächer. Die Molkereien senken weiterhin ihre Grundauszahlungspreise. Für den Monat März wird für die DMK ein Grundauszahlungspreis von 43,10 Cent/kg gemeldet. Auch hier deutet sich langsam aber sicher eine Bodenbildung an, ausgeschlossen ist ein weiter Rückgang der Auszahlungspreise jedoch nicht.