EU -28: mit 22 % weniger Sauen 3 % mehr Schlachtschweine erzeugt
In der Zeitspanne von 2006 bis 2015 sind in der EU-28 rd. 3,5 Mio. Sauen bzw. 21.7 % weniger Sauen gehalten worden. Dennoch ist die Zahl der Schlachtschweine nicht gefallen, sondern hat noch um 3 % zugelegt. Lebendeinfuhren von Schweinen in die EU sind vernachlässigbar gering.
Die Zeitspanne wurde geprägt durch den Beitritt der wenig wettbewerbstarken mittel- und osteuropäischen Staaten sowie durch die überdurchschnittlichen Produktivitätszunahmen in der Sauenhaltung infolge Zucht und Haltung. Weniger Verluste in der Aufzucht- und Mastphase kommen ergänzend hinzu.
Aber die Entwicklung ist nicht in allen Mitgliedstaaten gleichermaßen verlaufen. Die Spannbreite reicht von einem fast unveränderten Sauenbestand in Holland bis zu einem Abbau von 53 % in Polen.
In Dänemark wurde aus Umweltschutzgründen die Schweinehaltung vermehrt von der Schweinemast auf die Ferkelerzeugung umgestellt. Die zusätzlichen Ferkel in einer Größenordnung von fast 12 Mio. Tieren gehen in den Export. Höhere dänische Ferkelleistungen haben aber zu einer Verringerung des notwendigen Sauenbestandes um rd 13 % geführt.
In Deutschland wurden rd. 20 % der Sauenbestände reduziert. Dabei haben die unteren Bestandgrößenklassen stärker abgenommen als in den oberen Haltungsgrößen an Sauen dazu gekommen sind. Da die Zahl der deutschen Mastplätze weiter gestiegen ist, wurde Deutschland in der Zeitspanne von 2006 bis 2015 zum Nettoimporteuer von rd. 11 Mio. Stück bzw. 20 % des Ferkelbedarfs. Davon stammen rd. 4,2 Mio. Jungtiere aus Holland und 6,3 Mio. Ferkel aus Dänemark.
Frankreichs Sauenbestand wurde um 20 % abgestockt. Die Zahl der Mastschweine ist jedoch nur wenig verringert worden. Die steigende Produktivität hat den Ausgleich hergestellt.
Spanien verfügt mit 2,5 Mio. Sauen über den größten Bestand in den EU-Mitgliedstaaten. Die Zahl der Muttertiere hat verhältnismäßig wenig abgenommen. Die steigenden Ferkelzahlen der verbliebenen Sauen haben ausgereicht, dass die Zahl der Mastschweine noch zugenommen hat. Spanien scheint noch Potenzial zu weiteren Verbesserungen zu haben.
Hollands Sauenbestand ist über die gesamte Betrachtungsperiode weitgehend konstant geblieben. Erst in jüngster Zeit macht sich ein deutlicher Bestandsabbau bemerkbar. Steigende Ferkelleistungen führen zu einem Nettoexport von rd 6 Mio. Ferkel. Die Ausfuhren stagnieren in den letzten Jahren.
Polens kleinstrukturierter Sauenbestand wurde aus Rentabilitätsgründen mehr als halbiert. Die polnische Schweinehaltung schrumpft. Das ehemalige Überschussgebiet wurde zur Zuschussregion. Mittlerweile werden jährlich knapp 4 Mio. Ferkel aus Dänemark nach Polen transportiert.
In Italien wurde die Sauenhaltung infolge der Produktivitätserhöhung um 9 % eingeschränkt. Die Verringerung des Zuchttierbestandes führt dazu, dass Italien zum Nettoimporteur von Ferkel in einer Größenordnung von knapp 1 Mio. Tieren geworden ist.
In den übrigen EU-Mitgliedstaaten sind im Durchschnitt der betroffenen Länder die Sauenhaltungen um 28 % zurückgenommen worden. Dazu gehören vor allem die mittel- und osteuropäischen Länder mit Problemen der Wettbewerbsfähigkeit.
Der Rückgang der Sauenhaltung wird weiter voranschreiten, möglicherweise mit weniger großen Abnahmeraten, weil die Zuchtfortschritte kleiner ausfallen.