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12.14
17:33

Dänemarks Ferkelausfuhren steigen - Deutschlands Importanteil schrumpft

Ferkelexporte aus Dänemark, Deutschlands Anteil wird weniger, Polens größer

Eine hohe Schweinedichte in Dänemark hat seit etlichen Jahren dazu beigetragen, die flächenintensive Schweinemast zugunsten der weniger hohen Beanspruchung der knappen Flächen zur Sauenhaltung umzustrukturieren. Das Ergebnis sind Ferkelüberschüsse, die zusätzlich durch steigende Ferkelleistungen erhöht werden.

Die gesamten Ferkelexporte Dänemarks stoßen an die Grenze von 10 Mio Stück je Jahr. Im Jahr 2005 lagen die Ausfuhrzahlen noch bei 2 Mio. Stück. Ein starker Aufschwung war in den Jahren 2008 und 2009 mit einem Schub von 3,8 auf  5,3 Mio. Exporten zu beobachten. In den nachfolgenden Jahren verlief die Entwicklung weniger stürmisch.

Die Jahre 2012 und 2013 waren von einer Konsolidierungsphase geprägt. Damals deutete sich eine Stabilisierungstendenz an. Das bisherigen Monate des Jahres 2014 jedoch brachten nochmal einen kräftigen Aufschwung, der bis in die jüngste Zeit anhielt. Steigende Sauenzahlen in Verbindung steigender Ferkelproduktivität lieferten die Grundlage.

Auf der Importseite bleibt zwar Deutschland Dänemarks größter Abnehmer, aber der deutsche Anteil ist von 90 % in den Anfangsjahren auf mittlerweile 55 % geschrumpft. In absoluten Zahlen stagniert der deutsche Ferkelimport aus Dänemark.

Das zusätzliche dänische Angebot hat einen großen Absatzmarkt in Polen gefunden. Die kleinstrukturierte polnische Sauenhaltung ist unter dem Druck der Schweine- und Ferkelpreise erheblich zurückgenommen worden. Einen kräftigen Anstoß hat in diesem Jahr 2014 die Afrikanische Schweinepest geliefert. Sperrbezirke und Absatzprobleme mit polnischen Schweinfleisch hat die Branche in einen starken Anpassungsprozess versetzt.

Dänemark beliefert in Konkurrenz zu den Niederlanden aber auch weitere Ferkelzuschussgebiete im südosteuropäischen Raum. Allerdings nehme die Zahlen nicht mehr sehr stark zu.

Die Afrikanische Schweinepest macht der dänischen Schweinebranche erheblich zu schaffen. Dänemark hat einen selbstversorgungsgrad von 650 %. Ein Seuchenzug würde nicht nur die Viehhaltung bis an die Existenzgrenze treffen, sondern auch die ganze dänische Wirtschaft. Importierende Länder werden in einem Seuchenfalle dänische Exporte für mehrere Jahre von der Einfuhrliste streichen.

Daher dürfen Schweine- und Ferkeltransporter nur nach gründlicher vorheriger Desinfizierung und entsprechender Quarantänezeit erst wieder dänische Schweineställe anfahren.  Der Aufwand ist enorm. Aber Dänemark hat seinen Ruf jahrzehntelang von Seuchen frei zu sein teuer zu verteidigen. Glücklicherweise sind die Zugänge auf dem Land und Wasserwege nicht allzu groß und gut zu kontrollieren. Im Vergleich dazu hat Deutschland als nach allen Seiten offenes Transitland kaum die Möglichkeit systematischer Maßnahmen zur Desinfektion und deren Kontrolle.

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