Exporteure, die von argentinischen Farmern Weizen kaufen wollen, erhalten keine Ausfuhrlizenz, wenn die Erzeugerpreise signifikant unter dem Weltmarktniveau liegen. Das teilte am Ende der letzten Woche das argentinische Wirtschaftsministerium mit. Zuvor hatten sich Farmer über die restriktive Exportpolitik der Regierung beschwert. Diese würde die Getreidepreise im Land künstlich unter Druck setzen. Die Regierung sagt, dass die Exportquoten für faire Inlandspreise beitragen.
Nach einem Treffen mit Verbandsvertretern aus der Landwirtschaft bestätigte der Wirtschaftsminister, dass man nur Exporte genehmigen würde, die nahe dem internationalen Preisniveau liege. Nach Recherchen der Regierung bieten die Exporteure (Bunge, Cargill, Louis Dreyfus) zwischen 900 und 1.000 Peso per Tonnen Weizen. Der Preis am Weltmarkt wird auf 1.250 bis 1.500 Peso taxiert. Die Weizenernte 2014/14 in Argentinien ist gerade in diesen Tagen beendet worden. An der Börse in Buenos Aires wird der Weizen derzeit mit 1.000 Peso gehandelt; deutlich unter den 1.450 Peso im September.
Seit zwei Legislaturperioden liegen sich die Agrarverbände mit Regierungspräsidentin Cristina Fernandez de Kirchner wegen der Export- und Steuerpolitik in den Haaren. Im Herbst wird eine neue Regierung gewählt. Eine Wiederwahl von Frau Fernandez ist nicht mehr möglich.