Farmer in Argentinien wollen drei Tage lang kein Getreide abliefern, um damit gegen die Exportquoten und andere bauernfeindliche Aktionen der Regierung Fernandez zu protestieren. Der Streik soll am 11. März starten und wird von den drei größten Farmerverbänden Argentiniens mitgetragen. Die Agrarpolitik der Regierung wird von der Bauernlobby abgelehnt, sagt der Vertreter des Landvolkverbandes, der den größten Teil der ländlichen Bevölkerung repräsentiert. Die Politik gefährdet die wirtschaftliche Lage der Farmer.
Die Regierung unter der Präsidentin Cristina Fernandez wurde bereits im Jahre 2008 von landesweiten Protesten der Farmlobby über Monate durchgerüttelt, was den Staatshaushalt einiges an Einnahmen kostete. Seither ist das Verhältnis zwischen Fernandez und der Agrarbranche angespannt. Fernandez kann zwar im Oktober nicht wiedergewählt werden, die Agrar-Lobbyisten wollen die drei Präsidentschaftskandidaten aber schon jetzt auf Zugeständnisse zu einer Agrar-freundlichere Politik bewegen.
Argentinien ist der weltweit drittgrößte Sojabohnenexporteur sowie der größte Exporteur von Sojaschrot. Die Regierung Fernandez erhebt einen Zollsatz von 35 % auf Soja-Exporte und beschränkt die Ausfuhrmengen von Mais und Weizen, um den Anstieg der nationalen Lebensmittelpreise zu begrenzen. Die Farmer beklagen eine Planungssicherheit für den Anbau.
Hohe Inflationsraten und ein wackliger Peso haben dazu geführt, dass Farmer immer mehr Getreide auf den Höfen horten. Das Hinterland von Buenos Aires, die Pampa, ist inzwischen mit den überdimensionierten weißen Siloschläuchen gesprenkelt.