Die Wiedereinführung einer Steuer auf Benzin und Diesel in Brasilien sollte die dortige angeschlagene Ethanol Industrie stützen und Farmer dazu verleiten, mehr Zucker zur Herstellung von Ethanol statt Süßstoff zu produzieren, so die Verlautbarung des Industrieverbands Unica gestern in Sao Paulo.
Nach der Einführung der Steuer von 0,22 Real pro Liter Benzin und 0,15 Real pro Liter Diesel am 1.Februar 2015 werden die Verbraucher mehr Ethanol tanken, so die Hoffnung von Verbandsvertretern. Um die Pleitewelle der Zuckermühlen zu beenden, seien aber noch weitere Stützungsmaßnahmen der Regierung nötig.
Diese erste Maßnahme könnte auch zu mehr Investitionen zur Steigerung der Zuckerernte führen, wenn auch andere Faktoren, wie das Wetter mitspielen. Die brasilianischen Ethanlohersteller haben genügend Bestände, um bis zum Anschluss der neuen Ernte im April oder Mai die Versorgung zu gewährleisten. Damit wollen sie von den höheren Preisen profitieren, die dringend erforderlich sind um die Kasse der Produzenten wieder aufzufüllen.
Der Verband gab weder eine Prognose für die 2015/16 Zuckerernte, noch dafür, wie hoch die Ethanol Preise steigen könnten. Wenn die nächste Ernte auch nur so hoch ausfällt, wie die von Trockenheit gezeichnete 2014/15er Ernte, wie die meisten Analysten vorhersagen, wird Brasilien mehr Ethanol herstellen, als Zucker zu ernten. In 2014/15 wurden aus der Ernte von 567 Mio. Tonnen 56,8 % des Zuckers zur Ethanol Produktion verwendet. Im Jahr zuvor waren es 54,7 %. Die Politik zwingt also dazu die Erntemenge zu steigern, so der Verband.
Letztendlich hängt die Anbauentscheidung daran, was die Raffinerien für ihren Treibstoff verlangen. Bei weltweit fallenden Rohölpreisen können die Vorteile der Ethanol Hersteller schnell verloren gehen.